Eine junge Frau liegt auf der Wiese und hat ihre Bauchbeschwerden (Blähungen) im Griff.

Blähungen: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann

Experte Alexandra Kuhn

Alexandra Kuhn

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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.

Nach jedem Essen fühlt sich Carina unwohl. Kaum ist der letzte Bissen getan, spürt sie, wie es in der Magengegend grummelt und gluckert. Dazu kommt dann noch ein unangenehmes Völlegefühl hinzu, ihr Bauch bläht sich auf und die Hose drückt schmerzhaft. In Gesellschaft ist ihr das noch peinlicher, denn sie hat große Angst davor, dass sich ein übelriechender Pups selbstständig macht. Die ständigen Blähungen verleiden ihr nicht nur den Genuss, sondern bereiten ihr oft noch Stunden später Bauchdrücken. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Blähungen nebst wertvollen Experten-Tipps zusammengestellt. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen wie zum Beispiel: Wie entstehen Blähungen? Was wirkt entblähend? Hilft Homöopathie bei Blähungen?

1. Blähungen kurz zusammengefasst

Körperliche Ausdünstungen wie Blähungen gehören zu den klassischen Tabuthemen. Dabei ist es im Grunde genauso natürlich, Luft im Bauch zu haben, wie die Tatsache, dass diese raus muss. Geschieht das nicht, kommt es zu einem unangenehmen Blähbauch. Zehn bis zwanzig Winde pro Tag gelten als völlig normal. Beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Rohkost oder kohlensäurehaltiger Getränke, können auch deutlich mehr Blähungen auftreten. Abgelassen wird die Luft oft beim Toilettengang und nach den Mahlzeiten. In den Bauch hinein kommt die Luft übrigens größtenteils beim Essen. Mit jedem Bissen werden kleine Mengen Sauerstoff und Stickstoff in den Magen transportiert, von wo aus sie weiter durch den Darm wandern. Zusätzlich produzieren Darmbakterien beim Verdauen von Kohlenhydraten und Eiweiß Gase wie Methan und Kohlendioxid. Ein Großteil davon wird vom Dickdarm über die Blutbahn zu den Lungen befördert, wo die Luft ausgeatmet wird. Der Rest gelangt über den After nach draußen. Werden dauerhaft vermehrte Blähungen, ein aufgeblähter Bauch und übel riechende Winde zur Belastung oder kommen Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung hinzu, sollte das Thema beim Hausarzt zur Sprache kommen.

Ein älterer Herr mit starken Blähungen krümmt sich vor Schmerzen.

Blähungen können sehr unangenehm sein und zu Bauchkrämpfen führen.

2. Symptome von Blähungen

Wie sich Blähungen bemerkbar machen und welche begleitenden Symptome auftreten können: 

  • reichlich Bewegung im Bauch, mit Rumoren und Gluckern nach dem Essen
  • Kolikartige Bauchschmerzen und ein drückendes Gefühl im Bauchbereich
  • der Drang, ständig übermäßig Winde ablassen oder zurückhalten zu müssen
  • Aufstoßen von Luft
  • unangenehmer Geruch der Gasabgänge
  • der Bauch ist aufgetrieben und kann verhärtet sein – dies tritt vor allem dann auf, wenn die Luft nicht entweichen kann und angestrengt eingehalten wird
  • Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder Durchfall
  • Völlegefühl, und saures Aufstoßen  

3. Ursachen und Auslöser von Blähungen

Wer sich fragt „Warum habe ich ständig Blähungen?“, findet eine der häufigsten Ursachen vermutlich in der eigenen Ernährungsweise. Vor allem der Verzehr von Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Kohlgemüse, Zwiebeln oder Getreide- und Hefeprodukten wirkt treibend. Nicht selten steckt auch eine Laktose- oder Fruktose-Intoleranz hinter häufigen Darmwinden. Eine Ernährung nach dem FODMAP-Prinzip kann helfen. Die Abkürzung steht für verschiedene Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die bei einem sensiblen Darm ungünstig wirken und die man daher meiden sollte. Ursächlich für Blähungen kann auch die Fehlbesiedelung des Darms durch Pilze oder Bakterien sein. Sind die Beschwerden anhaltend und wechseln sie sich mit Durchfall und Verstopfung ab, ist meist ein Reizdarm der Grund. Mit Blähungen kämpfen häufig auch Schwangere, da das Hormon Progesteron und der wachsende Bauch für eine längere Darmpassage und mehr Gasbildung sorgen. Nicht zu vergessen ist allgemein die psychische Komponente: Stress hat über die Darm-Hirn-Achse unmittelbare Auswirkungen auf die Verdauung und kann Blähungen begünstigen.

4. Untersuchung, Diagnose und Abgrenzung

Portrait von Dr. med. Ulf Riker

Ulf Riker

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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.

Blähungen sind in der Regel ungefährlich, können aber äußerst unangenehm sein. Bei regelmäßigen Beschwerden sollte man zunächst einmal die Ursache herausfinden, um die richtigen Maßnahmen ergreifen und gegebenenfalls eine zugrundeliegende Erkrankung zu behandeln.

Die Untersuchung

Die Anamnese muss zunächst klären, was der Patient mit „Blähungen“ meint: die Auftreibung des Bauches oder das Luftaufstoßen oder aber der Abgang von „Winden“ – oder alles zusammen?

Die Diagnose

Die weitere Befragung gibt schon erste Hinweise darauf, welche weitere Diagnostik sinnvoll ist. Treten die Blähungen nach bestimmten Nahrungsmitteln auf (zum Beispiel Milch, Obst, Getreideprodukte, Gemüse), sind sie mit Bauchschmerzen, Unregelmäßigkeiten der Stuhlentleerung oder einer auffallenden Stuhlqualität (ungeformt, durchfällig, glänzend, klebrig, mit Blähungsabgang, stinkend etc.) kombiniert? Sind sie mit Darmträgheit oder Verstopfung verbunden? Treten sie unter besonderen seelischen, sozialen oder beruflichen Umständen auf?

Die entsprechenden Antworten führen zu weiteren diagnostischen Schritten: Ausschließen sollte man eine Unverträglichkeit von Lactose, Fructose oder Gluten, eine verminderte Produktion von Bauchspeicheldrüsen-Enzymen, eine Störung der Darmflora, manchmal auch eine Nahrungsmittelallergie.

Als Diagnose verbirgt sich hinter dem Symptom sehr oft eine funktionelle Störung im Ablauf der Verdauung. Schon zu hastiges Essen kann zu einem gestörten Ablauf der Verdauung mit vermehrter Gasbildung führen. Auch das sogenannte Reizdarmsyndrom geht mit Blähungen, oft in Kombination mit einem Wechsel von Durchfällen und Verstopfung, einher.

Die Abgrenzung

Lactose- oder Fructoseintoleranz lassen sich mit einfachen Tests beim Gastroenterologen nachweisen oder ausschließen. Dasselbe gilt für eine Gluten-Unverträglichkeit. Eine Funktionsschwäche der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz) führt neben Blähungen meist auch zu voluminösen und fettigen Stühlen. Der Einsatz von Antibiotika hinterlässt oftmals eine Störung der Darmbakterien-Flora mit der Folge von Blähungen und meist auch breiigen oder durchfälligen Stühlen.

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5. Verlauf, Prognose und Komplikationen

Portrait von Stefan Reis

Stefan Reis

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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.

Der Verlauf

Wie schnell setzen Blähungen ein? In der Regel treten Blähungen unmittelbar nach dem Essen ein oder einige Zeit später, wenn die Nahrungsmittel im Dickdarm angekommen sind. Was Verlauf und Prognose von Blähungen angeht, sind diese davon abhängig, ob es auslösende Faktoren gibt, die leicht abzustellen sind (zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel), oder ob den Blähungen eine Erkrankung zugrunde liegt, die ihren eigenen Verlauf aufweist.

Die Prognose

Da es sich bei Blähungen in den meisten Fällen um funktionelle Störungen handelt, lassen sie in der Regel rasch nach und weisen eine gute Prognose auf.

Die Komplikationen

Blähungen können durchaus schmerzhaft sein und zu kolikartigen Bauchschmerzen führen. Eine ausgeprägte Luftbildung im Darm kann das Zwerchfell nach oben drücken, wodurch zeitweise Atemnot entstehen kann.

Diese Folgeerscheinungen von Blähungen sind aber medizinisch nicht bedeutsam und lassen sehr schnell nach, sobald die Luft entweichen kann. Es sind dann eher die unangenehmen Begleiterscheinungen im gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Umfeld, die man als „Komplikationen“ bezeichnen könnte.

6. So bereiten Sie sich auf Ihren Besuch beim homöopathisch ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker vor

Blähungen natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.

Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig: 

  • Unter welcher Art von Blähungsbeschwerden leiden Sie?
  • Haben Sie Blähungen, die Schmerzen verursachen und falls ja, welcher Art (krampfartig, stechend, drückend, ziehend etc.) und wo genau sind diese Schmerzen?
  • Leiden Sie unter Luftnot?
  • Bestehen Aufstoßen und/oder Blähungsabgang?
  • Welche Einflüsse verstärken Ihre Blähungsbeschwerden und wie können Sie sie lindern?
  • Kennen Sie Nahrungs- oder Genussmittel, die verschlimmernd wirken?
  • Wie vertragen Sie enge Kleidung?
  • Hilft es Ihnen, wenn Sie den Bauch massieren oder warme Umschläge machen?
  • Wie wirken sich Ruhe und Bewegung aus, sind bestimmte Körperhaltungen besonders unangenehm?
  • Stellen sich die Blähungen zu bestimmten Tageszeiten ein?
  • Falls Ihre Blähungen abgehen: Versuchen Sie, die Details dazu möglichst genau zu beschreiben. Lindert Blähungsabgang oder nicht? Wie ist der Geruch? Hilft Aufstoßen?
  • Verändert sich Ihr Stuhlgang, wenn Sie unter Blähungen leiden? Sind der Appetit oder der Durst anders als gewohnt? Ist Ihr Schlaf beeinträchtigt und falls ja, in welcher Weise? Fallen Ihnen noch weitere, hier nicht genannte Beschwerden ein, die Ihre Blähungen begleiten?

Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.

Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.

Selbstbeobachtungsbogen zu akuten Beschwerden

Selbstbeobachtungsbogen zu chronischen Beschwerden

7. Behandlung von Blähungen

Portrait von Dr. med. Ulf Riker

Ulf Riker

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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.

Was tun bei Blähungen? Allgemein sollte man auf die richtige Zusammensetzung der täglichen Ernährung achten und dabei selbstverständlich berücksichtigen, welche konkreten eigenen Erfahrungen hinsichtlich „Unverträglichkeiten“ schon bestehen. Vor Allem auch langsames Essen und gutes Kauen sind wichtiger, als man manchmal denkt. Nahrungsmittel sind immer auch Lebensmittel, die einem gesunden Leben dienen sollen und entsprechende Achtsamkeit erfordern.

Was hilft gegen Blähungen?

Die konventionelle Medizin bietet Präparate, die durch sogenannte Entschäumung des Darminhaltes zur Reduktion des Blähungsdruckes führen.

Pflanzenarzneien können die Symptome ebenfalls wesentlich lindern. Insbesondere Kümmel, Fenchel und Anis kommen als Tee-Zubereitungen zum Einsatz. Zusätzlich stehen Fertigarzneien zur Verfügung, die in definierter Konzentration die ätherischen Öle von Kümmel und Pfefferminze enthalten. Sie entblähen nicht nur, sondern wirken auch schmerzlindernd und beruhigend auf den Verdauungstrakt.

Wenn ein Antibiotikaeinsatz aus anderen Gründen erforderlich war, sollte danach immer versucht werden, den „Kollateralschaden“ an der Darmflora durch entsprechende Bakterienpräparate wieder auszugleichen (Symbioselenkung).

Wie hilft Homöopathie bei Blähungen? Die Homöopathie kennt einige sehr wertvolle Arzneien, die bei Blähungen in Frage kommen und je nach Ausprägung der aktuellen Symptome entweder konstitutionell oder symptomatisch zum Einsatz kommen.

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Das für Sie individuell passende Mittel finden

In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.

Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.

Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Blähungen mit Homöopathie!

8. Blähungen bei Baby und Kind

Portrait von Dr. Markus Wiesenauer

Markus Wiesenauer

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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.

Bei Blähungen besteht selten ein Grund zur Besorgnis. Im Durchschnitt entweichen etwa 15 Darmwinde am Tag. Erst wenn weitere Symptome hinzukommen wie etwa Durchfall oder Verstopfung, sollten Eltern aufmerksam werden. Homöopathische Arzneimittel können in vielen Fällen die Beschwerden lindern.

Eine Mutter mit Baby, hält das Baby im Fliegergriff, weil dieses unter starken Blähungen leidet.

Bei Babys hilft der "Fliegergriff", damit die Blähungen leichter entweichen können.

Typische Symptome

Bei gesunden Kindern sind Blähungen keine Krankheit, sondern eine normale Begleiterscheinung ihrer Verdauung. Bei der Verwertung der Nahrung produzieren die Darmbakterien verschiedene Gase, die als Darmwind (medizinisch: Flatus) entweichen. Je nach Nahrungszusammensetzung können die Winde ganz unterschiedlich stark nach Schwefelwasserstoff (ähnlich wie faule Eier) riechen. Solange die Blähungen ohne weitere Beschwerden wie beispielsweise Durchfall oder Verstopfung auftreten, kann eine ernsthafte Krankheit in den meisten Fällen ausgeschlossen werden. Im besten Fall wurde einfach nur zu viel Obst oder Gemüse gegessen.

Ein geblähter Bauch kann aber sehr schmerzhaft sein. Bei vielen Kindern werden Blähungen oft von Bauchkrämpfen begleitet. Es kommt immer wieder vor, dass Eltern ihr Kind in der Notaufnahme vorstellen, weil sie ein akutes Geschehen wie etwa eine Blinddarmentzündung hinter den Schmerzen vermuten.

Bei Babys kann es mehrere Ursachen für Blähungen geben.  Es kann ein Zusammenhang mit zahnungsbedingten Durchfällen und Verdauungsstörungen bestehen. Vermehrt Blähungen können auch beim Zufüttern und bei der Nahrungsumstellung auftreten oder wenn das Baby zu hastig trinkt und dabei Luft schluckt.

Bei Säuglingskoliken weint und schreit das Baby, lässt sich kaum beruhigen, zieht die Beine an, überstreckt sich oder strampelt unaufhörlich. Diese meist durch Blähungen verursachten Beschwerden können auch bei Stillkindern auftreten. Ein Hinweis gibt der Zeitraum: Die Beschwerden treten meist am späteren Nachmittag auf und halten bis zum frühen Abend an.

Treten die Blähungen zusammen mit Durchfällen auf, sind häufig Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Auslöser für die Beschwerden. Babys reagieren auf das Eiweiß in der Kuhmilch. Bei größeren Kindern könnte eine Laktose, Fruktose-, Gluten- oder Sorbit-Intoleranz die Ursache sein.  

Nur ganz selten verbirgt sich eine entzündliche Darmerkrankung hinter den Blähungen. Sie sind dann mit häufigem wässrigem und blutigem Stuhlgang verbunden. Eine umgehende ärztliche Untersuchung ist zwingend notwendig. 

Nicht außer Acht lassen sollten Eltern, dass ältere Kinder, aber auch Babys, auf Stress und Aufregung auch mit Darmwinden reagieren, was als „vegetative Bauchschmerzen“ bezeichnet wird. Unregelmäßiger Stuhlgang mit Durchfällen und Verstopfung sind weitere Begleitsymptome.

Was tun bei akuten Blähungen?

In den meisten Fällen reichen bewährte Hausmittel und homöopathische Arzneimittel.

Bei akuten Beschwerden hilft eine Wärmflasche oder ein aufgewärmtes Kirschkernkissen. Tees aus Anis, Fenchel oder Kümmel tragen zur Linderung bei, weil sie eine entblähende Wirkung haben. Kümmelhaltige Salben oder Öle eigenen sich auch für eine Bauchmassage. Mit Zeige- und Mittelfinger werden sanfte Kreise um den Bauchnabel gezogen. Und was tun, wenn ein Baby Blähungen hat? Bei Babys kann der „Fliegergriff“ oder auch Kümmelzäpfchen für Linderung sorgen.

Neigt Ihr Kind zu Blähungen, sollten Sie blähende Lebensmittel von seinem Speiseplan streichen. Zu den „üblichen Verdächtigen“ zählen Zucker- und kohlensäurehaltige Getränke, aber auch Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, einige Käsesorten und Vollkornprodukte. Letztendlich reagiert jedes Kind unterschiedlich. Es gibt Kinder, die bekommen einen Blähbauch, nachdem sie Weintrauben oder Rosinen gegessen haben, anderen wiederum macht der Genuss gar nichts aus. Vielen Kindern hilft, wenn bei der Zubereitung Zutaten wie Anis, Fenchel, Kümmel oder Koriander verwendet werden. Sie haben eine entblähende Wirkung und können auch als Tee angeboten werden.

Weniger Luft im Bauch lässt sich auch mit einer ruhigen Atmosphäre bei den Mahlzeiten und durch langsames Kauen erreichen. Ausreichend Bewegung hält den Darm in Schwung und beugt Blähungen vor.

Ein Paar liegt im Bett und sie hält sich die Nase zu weil er Blähungen hat.

Puh, der Pups stinkt! Beim Zerlegen von vielen ballaststoff- und schwefelhaltigen Nahrungsmitteln produzieren Darmbakterien Schwefelwasserstoffe, die den übel riechenden Geruch verursachen.

Behandlung durch den Arzt

Ein Arztbesuch ist unter folgenden Umständen notwendig:  

  • bei anhaltendem Weinen und Schreien
  • bei Nahrungsverweigerung
  • bei starken Schmerzen im Bauch- und Darmbereich
  • wenn Durchfall oder Erbrechen hinzukommen
  • wenn Fieber über 38 Grad Celsius auftritt 
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Viele Kleinkinder finden es sehr lustig, wenn sie laut pupsen und eine dicke Wolke hinterlassen. Der Spruch „Muss alles raus, was keine Miete zahlt“ steht den gesellschaftlichen Umgangsformen entgegen. Vor anderen Menschen nicht zu pupsen, hat etwas mit Respekt zu tun. Eltern haben auch hier eine Vorbildfunktion und sollten das Thema mit ihren Kindern aktiv angehen. Außerhalb der eigenen vier Wände sollte es in geschlossenen Räumen selbstverständlich sein, eine Toilette aufzusuchen. Wenn dann die Kloschüssel dröhnt, ist das für Mithörer zwar peinlich, aber es ist zumindest der passende Ort. Natürlich kann es immer mal vorkommen, dass ein Wind unbeabsichtigt einfach entweicht.

Das sagt Hebamme und Heilpraktikerin Erzsébet Reisinger zur Behandlung von Blähungen bei Babys und Kleinkindern

Hebamme Erzsebet Reisinger

Erzsébet Reisinger

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Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.

Viele Babys leiden in den ersten Lebensmonaten unter Blähungen. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. Bei einem Blähbauch befindet sich zu viel Luft im Darm. Der Grund kann die noch nicht vollständig ausgebildete Darmflora sein, oder das Baby hat zu viel Luft beim Trinken geschluckt. Die Not ihres Babys erkennen Eltern als erstes am Weinen und Schreien. Oft sind die Beinchen angezogen und die Haltung gekrümmt. Das Bäuchlein ist aufgebläht und hart. Außerdem können Blähungen von Appetitlosigkeit, Durchfall, Verstopfung und viel Spucken (Erbrechen) begleitet werden. Wenn die Verdauungsprobleme länger anhalten, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Zur Linderung von Blähungen gibt es einige homöopathische Arzneimittel. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker darauf an. Mit einigen Hausmitteln können Sie Ihrem Kind zusätzlich Linderung verschaffen. Eine warme Auflage oder ein aufgewärmtes Kirschkernkissen entspannt. Verdauungsfördernd und beruhigend wirkt eine sanfte Bauchmassage mit Kümmelöl im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel. Tees aus Fenchel, Anis oder Kümmel haben eine entblähende Wirkung. Auch behutsames Klopfen auf dem Rücken, während Sie Ihr Baby auf dem Unterarm im Fliegergriff tragen, kann Blähungen lösen.

Beim Stillen ist es wichtig das, dass Baby die Brustwarze gut umschließt, damit weniger Luft n den Bauchraum gelangt. Hier ist das Baby gut angelegt.

Wenn das Baby beim Nuckeln die Brustwarze gut mit dem Mund umschließt, gelangt weniger Luft in den Bauch.

Blähungen kann am besten vorbeugt werden, wenn gar keine zusätzliche Luft in das Babybäuchlein gelangt. Deshalb das Fläschchen nach der Zubereitung kurz stehen lassen, damit sich gebildeter Schaum auflösen kann. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby beim Trinken die Brustwarze (Mamille) oder den Milchsauger gut mit dem Mund umschließt. Der Milchsauger sollte außerdem die richtige Größe haben. Bevor ihn das Baby in den Mund nimmt, sollte in der Spitze immer Milch sein und keine Luft. Probieren Sie auch verschiedene Positionen aus. Manche Babys schlucken weniger Luft, wenn sie beim Trinken aufrecht sitzen.

Frau sitzt mit Kaffee am Laptop

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9. Weitere Tipps und Vorbeugung von Blähungen

Blähungen lassen sich sehr gut mit bewährten Hausmitteln behandeln. Apotheker Hartmut Pensel hat einige Tipps für Sie zusammengestellt – sie sind für Erwachsene und größere Kinder gleichermaßen geeignet.

Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Homöopathie und Naturheilverfahren.

Hartmut Pensel

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Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Schwerpunkt Diabetes, Homoöpathie und Naturheilverfahren, Heilpraktiker und Experte in biologischer Medizin (Universität Mailand). Er ist Eigentümer von vier Apotheken in Lichtenfels und Bad Staffelstein.

Vorbeugen

Man sollte zunächst die Ursache finden, um vorzubeugen. Denn Blähungen sind ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen. Oft kann es banal an zu hastigem Essen liegen, bei dem man zu viel Luft schluckt. Schauen Sie sich auch Ihre Ernährung an – reagieren Sie auf bestimmte Lebensmittel mit Blähungen? Sprechen Sie darüber mit Ihrem Therapeuten, um eine Nahrungsintoleranz oder -allergie auszuschließen. Auch eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora kann den Tumult im Darm begünstigen. Eine mikrobielle Stuhluntersuchung wäre da empfehlenswert.

Tipps bei Blähungen

  • Bewusster Essen: Wer zu Blähungen neigt, sollte blähende Speisen wie Kohl, Hülsenfrüchte und ein Übermaß an Zwiebeln meiden. Auch ein Zuviel an Rohkost wird nicht immer vertragen. Nicht nebenbei hastig essen, sondern sich für Mahlzeiten an einen Tisch setzen. Essen Sie langsam mit Genuss, kauen Sie ausreichend und vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke.  
  • Sich mehr bewegen: Körperliche Aktivitäten – ob Spaziergänge, leichter Sport, aber auch entspannende Yogaübungen – können Erleichterung bringen. Schreibtischtäter, die für keinen physischen Ausgleich für das stundenlange Sitzen sorgen, neigen schneller zu Blähungen, da die Gase schlechter entweichen können.
  • Anis, Kümmel und Fenchel: Setzen Sie beim Zubereiten von Speisen auf Gewürze, die einem Blähbauch entgegenwirken können, wie Anis, Kümmel oder Fenchel.
  • Tee trinken: Gibt es schnelle Hilfe bei einem Blähbauch? Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach blähungsabbauenden Tees. Ihr Apotheker hat entweder fertige Zubereitungen in seinem Sortiment oder kann Ihnen individuell eine passende Heilkräutermischung zusammenstellen. 
  • Bauchmassagen: Einreibungen mit Majoransalbe (aus der Apotheke) können schmerzhafte Blähungen lindern. 
  • Wärme: Heublumensäcke oder eine Wärmflasche auf den Magen-/Bauchbereich legen, sich lang ausstrecken und eine halbe Stunde ruhen.
  • Darmflora sanieren: Fragen Sie in der Apotheke nach einer Kur zur Darmsanierung. Insbesondere, falls Sie Antibiotika einnehmen mussten oder Sie durch eine mikrobielle Untersuchung die Gewissheit haben, dass Ihre Darmflora gestört ist.
Yogaübungen können helfen das Gase im Verdauungstrakt besser entweichen können und somit Blähungen mildern.

Entspannende Yogaübungen sorgen dafür, dass entstandene Verdauungs-Gase leichter aus dem Bauch entweichen können.

Wann zum Arzt?

Um Krankheiten auszuschließen, sollte man grundsätzlich zum Arzt, wenn die Beschwerden sehr stark oder dauerhaft sind und sich verschlimmern.

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