Was ist Homöopathie?
Einfach erklären lässt sich Homöopathie wie folgt: Homöopathie ist eine komplementärmedizinische Therapiemethode, die auf dem Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem“ basiert. Dahinter steckt das sogenannte Ähnlichkeitsprinzip: Demnach wird eine Substanz, die beim gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorruft, als Homöopathikum bei ähnlichen Symptomen eines Erkrankten eingesetzt. Wofür sich Homöopathie eignet und ob auch Sie davon profitieren können, erfahren Sie hier.
Homöopathie Bedeutung: Wofür steht der Name?
Homöopathie leitet sich aus dem Griechischen ab: „homoios“ bedeutet „ähnliches“ und „pathos“ ist das Leiden. Wörtlich genommen bedeutet Homöopathie also „ähnliches Leiden“. Ergründen Sie, was die Homöopathie ausmacht, die als Therapieform den Menschen und seine individuelle Situation als Ganzes einbezieht. Wenn von Homöopathie gesprochen wird, ist auch häufig die Rede von
Homöopathie hat zwei maßgebliche Prinzipien: Das Reiz- und Regulations- sowie das Ähnlichkeitsprinzip. Auf ihnen baut die Homöopathie seit ihren Anfängen bis heute unverändert auf. Richtig angewendet ermöglicht das Ähnlichkeitsprinzip die Auswahl des geeigneten homöopathischen Arzneimittels, das nach Gabe den Reiz für eine darauffolgende Regulation geben soll.
Das Reiz- und Regulationsprinzip: Gleichgewicht wiederherstellen
Was genau versteht man unter der Regulationstherapie? In der Homöopathie wird der einzelne Mensch – mit all seiner Individualität – als ein ganzheitlich funktionierendes System gesehen, das bei einer Erkrankung im Ungleichgewicht ist. Dieses System lässt sich nach Erfahrung homöopathischer Ärztinnen und Ärzte sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern durch gezielte Reize unterstützen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Als Reiz- und Regulationstherapie zielt die Homöopathie nach ihrem Selbstverständnis also darauf, die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu unterstützen. So wird eine nachhaltige Genesung aus eigener Kraft möglich. Homöopathie ist somit eine Methode der Reiz- und Regulationstherapie, die bei verschiedensten Beschwerden eingesetzt werden kann, beispielsweise bei
Das Ähnlichkeitsprinzip: Ähnliches mit Ähnlichem
Eine weitere Grundlage der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsprinzip, auch „Simile-Prinzip“ genannt. Es besagt, dass eine Substanz, die beim Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, in homöopathischer Form bei ähnlichen Symptomen des Erkrankten eingesetzt wird. Der Begründer der Homöopathie Dr. Samuel Hahnemann (1755–1843) brachte dieses Prinzip mit dem Satz „Similia similibus curentur“ (lat. „Ähnliches möge durch Ähnliches behandelt werden“) auf den Punkt. Ein klassisches Beispiel ist die Zwiebel: Beim Schneiden einer Zwiebel tränen die Augen und die Nase läuft. In homöopathischer Form wird sie folglich bei ähnlichen Beschwerden eingesetzt.
Die Homöopathie hat als Therapierichtung das Ziel, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stimulieren und wird als Reiz- und Regulationstherapie aufgefasst.
Homöopathie ist eine gut verträgliche Therapieform
Homöopathische Arzneimittel sind in der Regel gut verträglich und mit vielen anderen Arzneimitteln – auch konventionellen – kombinierbar. Die Homöopathie ist als bewährter Teil der Integrativen Medizin ein wertvoller Bestandteil ganzheitlicher Behandlungskonzepte und ist somit längst inmitten der Medizin angekommen.
Homöopathie allein und in Kombination
Wer bei alltäglichen Beschwerden wie Bauchschmerzen durch Blähungen oder Erkältungssymptomen sanfte Behandlungsansätze bevorzugt, findet in vielen Fällen in homöopathischen Arzneimitteln eine wertvolle Behandlungsoption. Zudem sind homöopathische Arzneimittel in der Regel gut verträglich und mit vielen anderen Therapiemethoden kombinierbar.
Achtsamkeit im Fokus
Ein positiver Nebeneffekt der homöopathischen Behandlung ist oftmals auch ein achtsamerer Umgang der Patientinnen und Patienten mit sich und ihrem Körper. Sie hören in der Regel mehr auf ihren Körper, erkennen Warnsignale besser und lassen diese rechtzeitig von einer Ärztin oder einem Arzt oder einer Heilpraktikerin oder einem Heilpraktiker abklären. Kurzum: Sie leben bewusster.
Homöopathische Arzneimittel eignen sich insbesondere für die Behandlung von häufig auftretenden Alltagsbeschwerden oder können ergänzend zur konventionellen Medizin eingesetzt werden. Neben der Verordnung durch Ärztinnen und Ärzte sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker werden homöopathische Arzneimittel auch im Rahmen der
D6, D12 oder C30? Die Potenzen von homöopathischen Arzneimitteln sind eine wichtige Besonderheit homöopathischer Mittel und nehmen Bezug auf die stufenweise Verarbeitung der Ausgangssubstanz im Zuge des Herstellungsprozesses. Bei jedem Potenzierungsschritt wird gemäß Vorgabe im Verhältnis 1:10 (D-Potenz) oder 1:100 (C-Potenz) verdünnt und per Hand zehnmal verschüttelt. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis die gewünschte Potenzstufe erreicht ist. Zur Herstellung von Globuli werden anschließend 100 Teile Kügelchen mit 1 Teil dieser Verdünnung benetzt.
In der Selbstmedikation werden hauptsächlich vergleichsweise niedrige Potenzen wie D6 oder D12 eingesetzt. In der therapeutischen Behandlung durch Heilpraktiker kommen zumeist Hochpotenzen wie z. B. C30 oder C200 zum Einsatz.
Höhere Potenzen, niedrigere Potenzen
Es gibt in der Homöopathie unterschiedliche Potenzen. Um beispielsweise die flüssige Potenz D6 zu erhalten, wird die Ausgangssubstanz (Urtinktur) sechsmal im Verhältnis 1:10 verdünnt (D=Dezimal) und nach jedem einzelnen Verdünnungsschritt anschließend per Hand verschüttelt. Mit jedem Potenzierungsschritt nimmt die stoffliche Konzentration des Ausgangsstoffs stetig ab. Im Verständnis der Homöopathie als Reiz- und Regulationstherapie gilt jedoch: Je häufiger eine Substanz potenziert wurde, desto tiefgreifender ist demnach der homöopathische Effekt.
Homöopathie ist kein Allheilmittel und sollte nicht losgelöst von anderen therapeutischen Maßnahmen und Möglichkeiten betrachtet werden. Wie andere medizinische Therapieformen hat auch die Homöopathie ihre Grenzen. Das ist der Fall, wenn z. B. die Stimulation der Selbstheilungskräfte als Behandlungsansatz nicht ausreicht. Beispiele sind notwendige Operationen, schwere bakterielle Infektionen oder schwerwiegende chronischen Erkrankungen.
Homöopathie als hilfreiche Unterstützung
In solchen Fällen liegt der Anspruch der Homöopathie in einer unterstützenden und begleitenden Funktion. In vielen Fällen kann sie so zu einer wertvollen Ergänzung der notwendigen konventionellen Behandlung werden. Anhand des individuellen Krankheitsbildes kann eine Ärztin oder ein Arzt, eine Heilpraktikerin/ ein Heilpraktiker oder eine Apothekerin/ ein Apotheker entscheiden, ob eine Behandlung oder Begleitung mit homöopathischen Arzneimitteln die richtige Wahl darstellt.
In Deutschland tragen mehr als 7.000 Ärzte die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. Dies ist ein geschützter Begriff, der erst nach einer einheitlichen berufsbegleitenden Ausbildung und Prüfung durch die Landesärztekammern ausgestellt wird und garantiert, dass ein Arzt über ausreichend theoretisches und praktisches Wissen verfügt, um die homöopathische Behandlung aufzunehmen. Voraussetzung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ ist ein abgeschlossenes Medizinstudium und die Anerkennung als Facharzt.
Sei es eine triefende Nase, Kratzen im Hals, Krämpfe im Bauch, Schmerzen an den Gelenken oder Fersensporn – Homöopathie kann für verschiedenste Alltagsbeschwerden in nahezu jeder Körperregion Anwendung finden. Wo drückt Ihnen der Schuh? Suchen Sie hier einfach nach der betroffenen Körperregion und finden heraus, ob Homöopathie hier eine mögliche Option für Sie sein könnte.
Globuli in der Schwangerschaft
Wie bei allen anderen Arzneimitteln auch, sind Schwangere und Stillende dazu angehalten vor der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels, Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin zu halten. Dies gilt auch für die Behandlung von Neugeborenen und Babys. Zur Auswahl des passenden homöopathischen Arzneimittels beraten Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, ggf. Ihre Heilpraktikerin/ Ihr Heilpraktiker oder Ihre Apothekerin/ Ihr Apotheker gerne. Auch Ihre Hebamme steht Ihnen bei Fragen rund um Schwangerschaft und Stillzeit als Ratgeberin zur Seite. Globuli sind alkoholfrei und daher als Darreichungsform auch in der Schwangerschaft geeignet. Vor der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels ist der Beipackzettel zu beachten.
Homöopathische Arzneimittel zeichnen sich durch ihre gute Verträglichkeit aus und sind in der Regel nebenwirkungsarm.
Globuli für Babys und Kinder
Bauchweh? Magen-Darm-Krämpfe? Andere typische Beschwerden? Viele Eltern wollen bei alltäglichen Beschwerden auf möglichst sanfte Weise unterstützen. Homöopathie bietet für Babys und Kinder in vielen Fällen solcher Beschwerden eine schonende Option, dabei sind insbesondere Globuli eine beliebte Darreichungsform. Als sogenannte Reiz- und Regulationstherapie zielt die Homöopathie darauf, das natürliche Gleichgewicht im Organismus zu unterstützen.
Wann zum Arzt?
Bei starken oder länger anhaltenden Beschwerden suchen Sie bitte immer einen Arzt oder eine Ärztin auf. Bringt das ausgewählte homöopathische Arzneimittel keine Besserung oder verschlechtern sich die Beschwerden, ist der Gang zum Arzt unerlässlich.