Frau hat Schmerzen und greift sich an die Schulter

Arthrose: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann

Autorin

Experte Alexandra Kuhn

Alexandra Kuhn

·

Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.

Anfangs tat ihr die Schulter nur bei bestimmten Bewegungen etwas weh. „Ich werde eben älter“, sagte sich Brigitte und ignorierte das Problem. Doch die Beschwerden wurden langsam immer schlimmer. Irgendwann war es ihr nicht mehr möglich, den rechten Arm hochzuheben, einen Pullover konnte sie nicht mehr so einfach überkopf anziehen. Ihr Hausarzt diagnostizierte eine Arthrose in ihrem Schultergelenk. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Arthrose und wertvolle Expertentipps zusammengestellt. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen wie zum Beispiel: Was ist Arthrose überhaupt? Welche Therapien gibt es? Kann man Arthrose auch homöopathisch behandeln?

1. Arthrose: Kurz zusammengefasst

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung und tritt vermehrt im Alter auf. Sie ist eine degenerative Gelenkerkrankung und zählt zu den rheumatischen Erkrankungen1. Bei Arthrose verschleißt der Knorpel, der die Gelenkknochen überzieht. Im gesunden Gelenk ist der Knorpel ein elastischer Puffer mit einer glatten Oberfläche. Durch den fortschreitenden Knorpelabbau reiben im fortgeschrittenen Stadium die Knochen direkt aufeinander. Das verursacht starke Schmerzen und schränkt die Beweglichkeit des Gelenks ein. 

Eine Arthrose entwickelt sich meist über einen langen Zeitraum. Im Verlauf entzündet sich das betroffene Gelenk immer wieder, oft verbunden mit Schmerzen und Schwellungen. 

Am häufigsten betroffen sind Kniegelenke (Gonarthrose), Hüftgelenke (Coxarthrose), Hände, Füße und Schultern. Sind mehrere Gelenke betroffen, spricht man von einer Polyarthrose. Die Lebensqualität kann dann erheblich eingeschränkt sein. 

Eine Arthrose ist nicht heilbar, aber der Knorpelabbau lässt sich durch spezielle Bewegungsübungen verzögern, und die Schmerzen können gelindert werden. Auch homöopathische Mittel finden bei Arthrose Einsatz. Stark geschädigte Gelenke können durch eine Prothese operativ ersetzt werden.

Frau hat Schmerzen am Knie

Eine Arthrose zeigt sich oft in den Kniegelenken. Typische Anzeichen sind Schmerzen, Schwellungen und eine Gelenksteifigkeit. 

2. Symptome einer Arthrose

Die typischen Symptome einer Arthrose können sich ganz unterschiedlich darstellen. 

Bei einer Start- oder Anlaufsteifheit sind die Schmerzen dumpf oder stechend. Die Anlaufschmerzen verschwinden in frühen Arthrosestadien durch Bewegung. Betroffene spüren eine Gelenksteifigkeit vor allem am Morgen nach dem Aufstehen.

Belastungsschmerz entsteht, wenn das Gelenk stark beansprucht wird, beispielsweise beim Wandern, bei langem Stehen oder Laufen. Besonders häufig sind dabei die Kniegelenke betroffen, was zu Knieschmerzen führen kann. Viele Betroffene suchen dann nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Homöopathie, um bei Knieschmerzen die Symptome zu lindern und infolgedessen die Beweglichkeit zu verbessern.

Gelenkschwellungen treten auf, wenn sich das betroffene Gelenk entzündet (entzündliche Arthrose). Es wird warm, und der Gelenkumfang ist vergrößert. Die Schmerzen nehmen plötzlich zu. Eine solche akute Phase (aktivierte Arthrose) tritt schubweise auf. Die Beschwerden lassen in ein paar Tagen wieder nach.

Dauerschmerz: Im fortgeschrittenen Stadium treten die Beschwerden schon bei leichter Bewegung oder in Ruhe auf. Das kann sehr belastend sein und auch den Schlaf erheblich stören. Die Erkrankten nehmen oft Schonhaltungen ein. Dadurch werden die betroffenen Gelenke zusätzlich destabilisiert.

  • Bei Fingergelenksarthrosen entstehen oft harte Verdickungen an den Gelenken. Die Hände schmerzen, fühlen sich kraftlos und steif an.
  • Bei einer Schulterarthrose können die Betroffenen den Arm nur noch schlecht anheben.
  • Bei einer Knie- oder Hüftarthrose sind Gehen und Sitzen erschwert. Betroffene leiden häufig unter Knieschmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit.

3. Ursachen und Auslöser einer Arthrose

Was ist der Auslöser von Arthrose? Die Ursachen der Arthrose sind nicht bekannt. Man weiß aber, dass verschiedene Faktoren die Entstehung einer Arthrose begünstigen: 

Wahrscheinlich der wichtigste Faktor ist das Alter. Im Laufe des Lebens verschleißen die Gelenke, beziehungsweise die Gelenkknorpel, immer mehr. Das ist bei vielen Menschen so, muss aber nicht zwangsläufig zu einer Arthrose führen. 

Übergewicht: Hohes Gewicht belastet vor allem die Hüft-, Knie- und Fußgelenke. 

Bewegungsmangel: Wird ein Gelenk zu wenig bewegt, werden die Knorpelzellen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Dadurch verändert sich die Knorpelstruktur und der Knorpel wird abgerieben.

Fehlbelastungen: Durch falsche, ungleiche Belastung der Gelenke, beispielsweise durch bestimmte Sportarten, langes Sitzen oder Fehlstellungen der Gelenke (X- oder O-Beine) kann eine Arthrose begünstigt werden. 

Verletzungen: Zum Teil kann sich noch Jahre nach einer Verletzung am betroffenen Gelenk eine Arthrose ausbilden.

Krankheiten: Entzündliche Prozesse, wie bei der Gicht oder rheumatoider Arthritis, greifen den Gelenkknorpel an. Auch Zuckerkrankheit erhöht das Risiko. 

Genetische Faktoren: Da sich auch bei jungen und normalgewichtigen Menschen eine Arthrose entwickeln kann, vermutet man genetische Faktoren als Ursache. Diese könnten auch der Grund für die familiäre Häufung von bestimmten Arthrosen, zum Beispiel Fingergelenksarthrose, sein.

Grafik einer Arthrose

Arthrose: Häufig sind die Gelenke an den Schultern, Händen und Hüften sowie die Ellenbogen betroffen.

4. Untersuchung, Diagnose und Abgrenzung

Portraitbild von Anke Scheer

Dr. med. Anke Scheer

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Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Zusatzbezeichnung Homöopathie, Nürnberg.

Zunächst einmal klären wir die wichtige Frage: Welcher Arzt ist bei Arthrose zuständig? Der erste Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt. Hat sich der Verdacht auf Arthrose bestätigt, wird er Ihnen in der Regel eine Überweisung zum Orthopäden geben.

Die Untersuchung

Hinweise auf eine Arthrose geben die Anamnese und die klinische Untersuchung. Entscheidend für die Diagnose sind die bildgebenden Verfahren Sonographie, Röntgen und MRT (Magnetresonanztomographie oder Kernspinuntersuchung). Die Standardmethode ist die Röntgenaufnahme, mit der die typischen Gelenkveränderungen sichtbar gemacht werden können. Ein wichtiges Arthrosezeichen ist die asymmetrische Gelenkspaltverschmälerung. Sie ist ein Korrelat zum Knorpelverschleiß und der Gelenkabnutzung. Als „subchondrale Sklerosierung“ bezeichnet man die Aufhellungszone entlang der Knorpel-Knochenkante. Diese Aufhellung ist ein Zeichen für eine erhöhte Dichte des Knochens. Osteophyten sind knöcherne Anbauten seitlich am Gelenk. Sie erfüllen eine Abstützreaktion des Körpers, der versucht, das Gelenk zu stabilisieren. Spätzeichen einer fortgeschrittenen Arthrose sind Geröllzysten (Einbrüche/ein Zusammenfallen von Knochensubstanz).

Die Diagnose

Wie wird eine Arthrose diagnostiziert? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Gelenksonographie kann in Frühstadium Hinweise auf eine Arthrose geben, wenn im Röntgenbild noch keine Veränderungen erkennbar sind. Bei unklaren Befunden oder um zur Operationsvorbereitung mehr Details zu erfahren, kann im Einzelfall eine Kernspinuntersuchung (MRT) angezeigt sein. Hier können die Veränderungen der Weichteile (Knorpel, Bänder, Gelenkkapsel) besser beurteilt werden als in der Röntgenaufnahme.

Die Abgrenzung

Im Stadium der aktivierten Arthrose mit Entzündungszeichen kann der Befund ähnlich sein wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen. Eine Klärung erhält man durch eine Laboruntersuchung. Bei einer Arthrose fehlen typische Laborparameter, wie z.B. ein positiver Rheumafaktor. Auch sind die Entzündungswerte allenfalls leicht erhöht. Entsprechend den unterschiedlichen zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen unterscheidet sich die Behandlung von Arthrose und anderen rheumatischen Erkrankungen.

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5. Verlauf, Prognose und Komplikationen

Häufig wird die Frage gestellt: Wie schnell verschlimmert sich eine Arthrose? Die Arthrose verläuft individuell sehr unterschiedlich.

Der Verlauf

Erste Veränderungen verlaufen oft klinisch stumm: Das heißt, der Patient bemerkt die Veränderungen zunächst nicht. Oft ist dann ein akut entzündetes Gelenk (aktivierte Arthrose) der erste Hinweis. Es kann aber auch zu einschleichenden Arthrose-Schmerzen kommen, die immer wieder an einem Gelenk, vor allem nach Belastung, auftreten und mit der Zeit stärker werden. Später treten sie auch in Ruhe auf. In beiden Fällen entwickelt sich wegen der Entzündungen und Veränderungen an Knochen und Knorpel eine dauerhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung in dem betroffenen Gelenk.

Die Prognose

Wie lange dauert eine aktivierte Arthrose? Auch das Fortschreiten der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Patienten kommen mit gezielter Umsetzung der Therapie dauerhaft gut zurecht. Im besten Fall kommt die Arthrose zur Ruhe und es gibt lange schmerzfreie Intervalle. Dies hängt neben den individuellen Faktoren vor allem auch davon ab, inwieweit die konservative Behandlung umgesetzt wird.

Die Komplikationen

Bei anderen Patienten schreitet die Arthrose schnell voran und sie brauchen schon 1-2 Jahre nach Diagnosestellung eine Operation mit Gelenkersatz.

6. So bereiten Sie sich auf Ihren Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker vor

Portrait von Stefan Reis

Stefan Reis

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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.

Arthrose natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden. Bitte bringen Sie zu Ihrem Termin auch ärztliche Untersuchungsergebnisse, Laborwerte und eine Auflistung der verordneten Medikamente mit.

Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:

  • Seit wann leiden Sie unter Gelenkbeschwerden? Wurde bei Ihnen eine Krankheit wie Rheuma, Psoriasis oder Gicht diagnostiziert oder ist Ihnen ein anderer Grund für die Beschwerden bekannt?
  • Welche Gelenke waren beziehungsweise sind betroffen? Gab oder gibt es Auslöser für Entzündungen? 
  • Bei Schmerzen beschreiben Sie bitte die Art: Handelt es sich um stechende, brennende, drückende, reißende oder pulsierende Schmerzen?
  • Gibt es sichtbare Veränderungen an den betroffenen Gelenken, wie zum Beispiel Schwellung, Rötung oder Überwärmung? Ist die Beweglichkeit von Gelenken eingeschränkt, sind einzelne Gelenke schon verkrümmt oder versteift?
  • Was bessert, was verschlimmert die Schmerzen? Denken Sie an den Einfluss von Druck, Bewegung, Reiben (Massage), Wetter, Wärme oder Kälte und sonstige Einwirkungen.

Darüber hinaus möchte der Homöopath erfahren, ob noch weitere Beschwerden mit der Arthrose verbunden sind. Hierzu gehören Bereiche, die mit der Krankheit auf den ersten Blick wenig zu tun haben, wie zum Beispiel ein gestörter Schlaf, veränderter Durst oder Appetit, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Hautleiden oder auch die psychische Verfassung.

Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.

Grafik eines MRTs bei Arthrose

Die Farb-Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt eine Arthrose im Kniegelenk. Die Knochenenden sind stark abgetragen und zerklüftet, es sind Risse im Knochen sichtbar.

Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.

Selbstbeobachtungsbogen zu akuten Beschwerden

Selbstbeobachtungsbogen zu chronischen Beschwerden

7. Behandlung von Arthrose

Portraitbild von Anke Scheer

Dr. med. Anke Scheer

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Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Zusatzbezeichnung Homöopathie, Nürnberg.

Was hilft gegen Arthrose? Betroffene haben viele Möglichkeiten, die Beschwerden zu therapieren – die Behandlung der Arthrose ist sehr vielschichtig.

Die konventionelle Arthrose-Behandlung

Ziel ist das Aufhalten oder zumindest Verzögern des Fortschreitens der Erkrankung, die Verbesserung/Beseitigung der Schmerzen und Entzündungen sowie der Erhalt der Gelenkfunktion beziehungsweise die Verbesserung bei eingeschränkter Funktion.

Zur Arthrose-Behandlung sind zunächst allgemeine Maßnahmen wichtig. Hierzu zählen die Gewichtsreduktion bei Übergewicht, die Auswahl gelenkschonender Sportarten, Schuhe mit weichen Sohlen, das Warmhalten der Gelenke und Meiden von Nässe und Kälte. Auch das Bewegen im warmen Wasser wie zum Beispiel in Thermalbädern ist günstig.

Ein weiteres Standbein der Behandlung ist die physikalische Therapie. Aktive Maßnahmen sind die krankengymnastische Bewegungstherapie, Wassergymnastik, isometrisches Muskelaufbautraining an Geräten und die Patientenschulung. Lokale Wärmeanwendungen wie Salben oder Rotlicht sind bei nichtentzündetem Gelenk hilfreich. Im Stadium der Entzündung hingegen helfen Kälteanwendungen wie kalter Quarkwickel und auch die Elektrotherapie. 

Medikamente kommen bei Schmerzen und Entzündung zum Einsatz. Am häufigsten werden nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt, da sie neben der schmerzlindernden auch eine entzündungshemmende Wirkung haben. Bei einer aktivierten Arthrose ist es wichtig, die NSAR konsequent und regelmäßig über einen gewissen Zeitraum hinweg einzunehmen, um die Entzündung zu lindern und so einer Gelenkschädigung vorzubeugen.

Injektionen von Glukokortikoiden in ein akut entzündetes Gelenk können im Einzelfall durchgeführt werden. Allerdings ist diese Möglichkeit nicht als Dauertherapie geeignet. 

Hilfreich sind die Möglichkeiten der Orthopädie-Technik. Bei Arthrosen der unteren Extremitäten kann durch eine Anpassung des Schuhwerkes die Belastung des betroffenen Gelenkes reduziert werden. Andere Gelenke können durch gelenkstabilisierende Orthesen (Bandagen) bei Belastungen unterstützt werden.

Bei fortgeschrittener Arthrose mit ständigen Schmerzen und Bewegungseinschränkung bleibt als letzte Möglichkeit der operative Gelenkersatz (Totalendoprothese). Für Hüft- und Kniegelenke sind dies mittlerweile Standardoperationen mit guten funktionellen Ergebnissen. Auch für Schulter- und Sprunggelenke gibt es diese Möglichkeit, wobei es hierbei noch weniger Erfahrung gibt. Bei der Arthrose von Zehengelenken wird eher die Versteifung des Gelenkes als operative Möglichkeit gewählt.

Wie lange dauert in der Regel die Behandlung der Arthrose?

Die Behandlung erfolgt situativ. Die Anpassung des Lebensstils mit Gewichtsregulierung, angepasster sportlicher Aktivität usw. wird dauerhaft durchgeführt.

Die homöopathische Arthrose-Therapie

Dr. Anke Scheer hört von ihren Patienten oft auch die Frage: Helfen Globuli gegen Arthrose? Ihre Antwort darauf: „Zunächst einmal interessieren mich auch in der Homöopathie die direkten Arthrose-Symptome und der bisherige Verlauf der Erkrankung. Da Arthrose eine chronische Erkrankung ist, frage ich auch nach weiteren Symptomen wie dem Allgemeinbefinden, vegetativen Symptomen wie Schlaf, Temperaturhaushalt, Appetit und Vorerkrankungen, um das passende homöopathische Arzneimittel zu ermitteln. Auch die Erkrankungen der Familie (Eltern, Großeltern, Geschwister) sind wichtig. Die homöopathische Arzneitherapie zielt auf eine Stärkung der Regulationsfähigkeit des Organismus. Im Behandlungsverlauf kann es notwendig sein, das Arzneimittel zu wechseln. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdeverlauf.“

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Das für Sie individuell passende Mittel finden

In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.

Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln (mehrere Tausend) sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.

Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthrose mit Homöopathie!

Weitere alternative Arthrose-Therapien

Akupunktur hat einen positiven Einfluss auf die Entzündung und die Schmerzen. Mit der Osteopathie lassen sich die Gelenkfunktion verbessern, Gewebeblockaden lösen und Reizzustände lindern. Pflanzliche Schmerzmittel können ein Ersatz für die biochemischen Medikamente sein. Auch hier muss man auf Nebenwirkungen achten und deshalb die Dauer der Einnahme begrenzen.

Auch Sie selbst können einiges dazu beitragen, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen und einen ungünstigen Verlauf zu verhindern. Beispielsweise ist eine Anpassung der Ernährung wichtig, falls ein Übergewicht reduziert werden soll. Allgemein günstig für den Knorpelstoffwechsel ist ein hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren, wie er in Lein-, Raps-, und Walnussöl sowie in Fischöl vorkommt. Ungünstig hingegen sind Omega-6-Fettsäuren, die in Eigelb und Schweinefett vorkommen. Generell sollte auf einen hohen Anteil an Gemüse geachtet werden, Obst wegen des Zuckergehaltes in Maßen genossen und generell Fleisch und Zucker reduziert werden. 

Gelenkschonender Sport ist möglich und wichtig, um die Muskulatur aufzubauen und so die Gelenke zu entlasten. Vor allem Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren, Nordic Walking oder Langlaufen sind geeignet, wenn darauf geachtet wird, starke Steigungen zu vermeiden. Auch Qi Gong, Tai-Chi, Yoga und Pilates können beschwerdeangepasst ausgeübt werden. 

Warme Bäder mit durchblutungsfördernden Badezusätzen wie Fichtennadel oder Rosmarin sowie warm-kalte Wechselduschen helfen, den Stoffwechsel der Muskeln und Gelenke zu verbessern. Aber Achtung: Akut entzündete Gelenke vertragen keine Wärme, hier sind kalte Wickel mit Quark oder Heilerde zu bevorzugen.

Frau sitzt mit Kaffee am Laptop

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8. Weitere Tipps und Vorbeugung bei Arthrose

Apothekerin Naciye Arslanoglu

Naciye Arslanoglu

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Naciye Arslanoglu ist Apothekerin und Expertin für Homöopathie und Naturheilkunde aus Nagold.

Arthrose ist eine echte Volkskrankheit, vor allem im Alter sind viele Menschen betroffen. Es kommt zur Abnutzung des Knorpels vornehmlich in den Hüft-, Knie-, Hand- und Fußgelenken, aber auch die Wirbelsäule kann betroffen sein. Insbesondere morgens verspürt man eine Steifigkeit der Gelenke. Eine Arthrose kann im fortgeschrittenen Stadium mit starken Schmerzen verbunden sein kann. Apothekerin Naciye Arslanoglu hat folgende Tipps für Sie.

Vorbeugen

Wie kann man Arthrose vorbeugen? Es gibt viele einfache Maßnahmen, die man auch schon in jungen Jahren ergreifen sollte.

In Bewegung bleiben: Bewegungsmangel fördert die Unterversorgung des Knorpels mit Nährstoffen und damit eine Arthrose. Daher gehört regelmäßige, sanfte Bewegung zu den wichtigsten Möglichkeiten, der Erkrankung vorzubeugen und ihren Verlauf zu verlangsamen. Besonders empfehlenswert sind Sportarten, die die Gelenke nicht zu stark belasten wie zum Beispiel Wassergymnastik, Radfahren, Nordic-Walking oder Mini-Trampolin-Übungen.

Überflüssige Pfunde abbauen: Jedes Pfund zu viel wirkt auch belastend auf die Gelenke, daher ist es immer sinnvoll, Übergewicht abzubauen, idealerweise mit einer langsamen, gesunden Ernährungsumstellung, die auch langfristig Erfolg zeigen kann.

Unsere Tipps bei Arthrose

Wärmeanwendungen
Den meisten Betroffenen bringen Wärmeanwendungen Erleichterung, da sie die Durchblutung anregen und steife Gelenke wieder etwas beweglicher werden lassen. Wie wäre es mit Moor- oder Rosmarinbädern? Bei Arthrose in den Fingergelenken können Sie eine Schüssel mit Sand im Backofen oder in der Mikrowelle leicht erwärmen, dann den Sand mit den Händen durchkneten – was besonders angenehm ist, wenn die Gelenke am Morgen unbeweglich und schmerzhaft sind.

Durchblutung anregen    
Zur Förderung der Durchblutung in den betroffenen Gelenken können Sie auch Hausmittel wie angewärmte Heublumensäckchen (nicht für Pollenallergiker!) oder Umschläge mit Arnikatinktur oder Beinwellsalbe machen.

Wann zum Arzt

Grundsätzlich sollten Sie bei Gelenkbeschwerden zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen, um genau festzustellen, was die Auslöser für Ihre Probleme sind.

Frau riecht an einem Rosmarinzweig

Rosmarin duftet nicht nur gut, er wird dank seiner ätherischen Öle auch gerne bei Gelenkschmerzen eingesetzt. Ein warmes Bad mit Rosmarinöl kann entspannend wirken.

9. Quellenverzeichnis

1https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/arthrose

2https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder

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