Prellungen und Verstauchungen: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Autorin
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Beim Fensterputzen wollte Ellen von der Haushaltsleiter heruntersteigen, auf der letzten Stufe knickte sie plötzlich um. Ein stechender Schmerz schoss durch ihren Fuß und schon bald war der Knöchel stark angeschwollen. Um die Schmerzen zu lindern, legte sie ein Kühlpad auf die betroffene Region. Alltagsverletzungen wie diese kommen häufig vorerst recht Sportverletzungen. Das gilt auch für „softere“ Sportarten wie Yoga, Pilates oder einfache Gymnastik. Erfahren Sie hier das Wichtigste rund um das Thema stumpfe Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen und Muskelzerrungen bei Erwachsenen und Kindern. Wir haben für Sie zudem Erste-Hilfe-Maßnahmen, wertvolle Experten-Tipps und Behandlungsmöglichkeiten zusammengestellt. Außerdem klären wir die entscheidende Frage, wann man zum Arzt gehen sollte.
Prellungen sind stumpfe Verletzungen. Verursacht werden sie durch physische Gewalteinwirkung wie einen Sturz, einen Stoß oder einen Schlag. Prellungen sind häufige Sport- und Alltagsverletzungen. Je nach betroffenem Körperteil spricht man Knochen-, Muskel-, Lungen-, Gehirn-, Rippen-, Schulter- oder Oberschenkelprellung. Eine Prellung verursacht oft starke Schmerzen, Durch die Quetschung des Gewebes entsteht eine Schwellung in der betroffenen Region und durch die Verletzung von Blutgefäßen häufig auch ein Bluterguss. Oft ist die Beweglichkeit des betroffenen Areals eingeschränkt.
Mindestens ebenso schmerzhaft und auch mit Schwellungen und Blutergüssen einhergehend sind Verstauchungen. Sie entstehen durch eine Überdehnung der Bänder und der Gelenkkapsel. Am häufigsten betroffen sind Hand-, Knie- und Fußgelenke. Besonders häufig ist eine Überdehnung des Sprunggelenks („Umknicken“) sowohl im Sport als auch im Alltag. Wird durch ruckartige Kopfbewegungen die Halswirbelsäule überdehnt, spricht man von einem Schleudertrauma.
Für die Sofortbehandlung von Prellungen und Verstauchungen gilt die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Prellungen heilen in der Regel innerhalb von 14 Tagen von alleine ab. Bei einer Verstauchung hängt die Heilungsdauer von der Schwere der Verletzung ab. Sind die Bänder verletzt, kann die vollständige Ausheilung bis zu einigen Monaten dauern. Je nach Schwere der Verletzung ist es ratsam, zum Arzt zu gehen. Bei unzureichender Behandlung kann das betroffene Gelenk dauerhaft instabil werden.
Bei Prellungen und Verstauchungen kann man die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen, zum Beispiel mit einem homöopathischen Arzneimittel. Ziel ist es, den Heilungsprozess zu unterstützen.
Beim Joggen auf unebenem Boden besteht die Gefahr, dass man einknickt und sich dabei das Knie vertritt. Das Beste ist dann, das betroffene Gelenk zu schonen und nicht mehr zu belasten.
Wie kann man eine Prellung beziehungsweise Verstauchung feststellen? Die typischen Symptome sind:
- starke Schmerzen
- Schwellung
- Bluterguss
- Einschränkung der Beweglichkeit
Die Ausprägung der Symptome ist von der Schwere und der Lokalisation der Verletzung abhängig.
- Bei einer Oberschenkelprellung (auch „Pferdekuss“ genannt) tritt meist ein besonders großer Bluterguss auf, da die Oberschenkelmuskulatur sehr stark durchblutet ist.
- Knochenprellungen – meist am Knie und am Schienbein – sind besonders schmerzhaft, da die extrem schmerzempfindliche Knochenhaut in Mitleidenschaft gezogen ist.
- Gelenkprellungen an der Schulter und am Sprunggelenk haben fast immer eine starke Bewegungseinschränkung zur Folge.
- Eine Rippenprellung ist besonders schmerzhaft und beeinträchtigt das Atmen durch die ständige Bewegung des Brustkorbs.
Um Prellungen und Verstauchungen sicher zu diagnostizieren, ist es ratsam, einen Arzt zurate zu ziehen, der durch weitergehende Untersuchungen schwerwiegende Verletzungen, wie einen Knochenbruch oder eine Bänderverletzung, feststellen beziehungsweise ausschließen kann.
Ein Bluterguss entsteht meist durch einen Stoß oder Schlag. Dabei werden Blutgefäße verletzt, das Blut tritt ins umliegende Gewebe aus und gerinnt. Zu sehen ist dann der typische blaue Fleck.
Die häufigsten Ursachen einer Prellung sind banale Alltagssituationen: Man stößt sich durch eine unachtsame Bewegung beispielsweise an der Tischkante oder wird von einem herabfallenden Gegenstand verletzt.
Prellungen sind auch typische Sportverletzungen. Gerade bei Sportarten mit häufigem Körperkontakt wie Fußball, Handball oder Eishockey sind Prellungen an der Tagesordnung.
Verstauchungen kommen ebenfalls oft im Sport vor, vor allem bei Sportarten mit schnellen Bewegungswechseln wie Skilaufen, Tennis, Volleyball, Handball oder Basketball. Besonders häufig ist eine Verstauchung des Sprunggelenks, das „Umknicken“. Die Fußsohle zeigt nach innen, und dadurch wird das Außenband am Sprunggelenk überdehnt.
Aber auch im Alltag kann man sich eine Verstauchung zuziehen. Eine Verstauchung des Fußknöchels beispielsweise durch ein Umknicken beim Spazierengehen oder beim schnellen Treppensteigen. Bei einem Sturz, bei dem man sich mit den Händen versucht abzustützen, kann es leicht zu einer Verstauchung der Handgelenke kommen. Eine ruckartige Bewegung des Kopfes ist die Ursache für eine Verstauchung der Halswirbelsäule. Man spricht dann von einem Schleudertrauma. Eine Halswirbelüberdehnung erleidet man häufig bei Auffahrunfällen, aber auch im Sport oder bei Freizeitunfällen kann man ein Schleudertrauma erleiden
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Eine Prellung oder Verstauchung zieht man sich in den meisten Fällen beim Sport oder durch einen kleinen Unfall, etwa im Haushalt, zu.
Die Untersuchung
Eine Prellung oder Verstauchung zeigt sich unter anderem darin, dass die betroffene Körperstelle anschwillt. Je nach Ort und Ausmaß der Verletzung kann dies sehr schmerzhaft und beeinträchtigend sein und sich in einem Bluterguss zeigen.
Die Diagnose
Wie diagnostiziert man eine Prellung beziehungsweise Verstauchung? Fast jedes Körperteil kann eine Prellung davontragen – auch die Organe. Der Behandler untersucht die verletzte Stelle beziehungsweise Region manuell, überprüft die Funktionen von Gelenken, Knochen und Sehnen, die Schwellung und die Druckempfindlichkeit und kann so meist die Diagnose stellen.
Die Abgrenzung
Bestehen jedoch noch Unsicherheiten, zum Beispiel bezüglich der Frage, ob innere Verletzungen, ein Sehnenabriss, ein Knochenbruch oder eine Gehirnerschütterung vorliegen, werden weitergehende diagnostische Maßnahmen wie Ultraschall oder Röntgen beziehungsweise Tomographie angeschlossen.
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Ulf Riker
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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.
Eine leichtere Verletzung kann man auch gut in Eigenregie versorgen. Doch wie lange dauert es, bis eine Verstauchung geheilt ist? Wie lange tut eine Prellung weh?
Der Verlauf und die Prognose
Werden Prellungen, Verstauchungen und andere Verletzungen des Bewegungsapparates wie Zerrungen korrekt erstversorgt, dann resultieren meist keine größeren Komplikationen. Unterstützen lässt sich die Heilung durch homöopathische Arzneien, vorübergehende Entlastung, begleitende Physiotherapie und oft auch mit Hilfe der Osteopathie.
Die Komplikationen
Wenn sich nach Verletzungen Schonhaltungen entwickeln, kann es in der Folge zu Fehlbelastungen des gesamten Bewegungsapparates mit Sekundärsymptomen kommen. Oft verspannen sich dabei Muskeln und Sehnen und das kann zu Verkürzungen der entsprechenden bindegewebigen Strukturen führen. Hier ist auf frühzeitige Lockerung durch erfahrene Physiotherapeuten zu achten.
Ist der Bewegungsapparat, beispielsweise das Knie, verstaucht, kann die gezielte Behandlung beim Physiotherapeuten den Heilungsprozess positiv beeinflussen.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Prellungen und Verstauchungen natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Wie haben Sie sich die Verletzung zugezogen?
- Welcher Art sind die Schmerzen? Sind sie drückend, ziehend, stechend, wund usw.?
- Wie reagieren die Schmerzen auf Ruhe und Bewegung, auf Strecken und Beugen, haben Sie nach längerer Ruhe „Anlaufschmerzen“? Verstärkt sich der Schmerz bei Druck oder sanftem Reiben?
- Sind Ihnen Wärme oder Kälte an der verletzten Stelle unangenehm?
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
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Was tun bei Prellung und Verstauchung? Viele Menschen, die sich eine Prellung oder Verstauchung zuziehen, sind kerngesund, sodass ihr Organismus wenig Unterstützung benötigt, um sie auszuheilen. Nichtsdestotrotz kann man natürlich beschwerliche Symptome, wie etwa Schmerzen, lindern. Bildet sich im Bereich der Verletzung eine Entzündung, muss man therapeutisch anders vorgehen. Auch wenn beispielsweise Wundheilungsstörungen oder Gerinnungsstörungen bekannt sind, wird die Therapie in der Regel danach ausgerichtet.
Als allgemeine Maßnahme gilt, das verletzte Körperteil zu schonen und womöglich, etwa durch eine Bandage oder ein Tape, ruhig zu stellen oder in der Bewegung einzuschränken. Dabei ist eine vollständige oder dauerhafte Ruhigstellung selten ratsam.
Geht die Verletzung mit einer Schwellung einher, werden kühlende Umschläge oder auch Quarkpackungen oft als angenehm, abschwellend und schmerzlindernd empfunden.
Die konventionelle Behandlung besteht in der Regel aus physikalischen Maßnahmen (kühlen, etc.) und gegebenenfalls schmerzlindernden oder abschwellenden und entzündungshemmenden Medikamenten. In manchen Fällen kommt es auch zum äußerlichen Einsatz gerinnungshemmender Arzneimittel.
Hilft Homöopathie bei einer Prellung beziehungsweise Verstauchung? Diese Frage lässt sich eindeutig beantworten: Bei der homöopathischen Behandlung spielen der Auslöser (Prellung, Zerrung etc.) und die Art des verletzten Gewebes (Muskel, Gelenk, Knochen, Rippe …) ebenso eine Rolle, wie der sich äußernde Schmerz (drückend, stechend, brennend usw.). Daneben ist wichtig zu wissen, welche Einflüsse die Beschwerden lindern oder verschlechtern: Kälte oder Wärme, Ruhe oder Bewegung (auch Atmen), Berührung, Reibung oder Druck, das Hängenlassen oder Hochlegen des verletzten Körperteils etc. Der Homöopath trägt alle Angaben zusammen und leitet aus diesem Gesamtbild der Symptome ab, welches homöopathische Arzneimittel am besten geeignet ist, den Heilungsprozess zu unterstützen.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen. Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn. Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Prellungen und Verstauchungen mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Leben ist Bewegung – gesunde Kinder bewegen sich gern und viel. Weil dabei auch mal was schiefgeht, sind Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen normale Begleiter, sobald die Kleinen auf zwei Beinen unterwegs sind. Diese „stumpfen“ Verletzungen, wie wir Mediziner sie nennen, sind meist harmlos, oft aber ziemlich schmerzhaft. Ihre Heilung lässt sich mit Homöopathie und naturheilkundlichen Mitteln bestens unterstützen. Wobei nicht jeder kleine Stoß sofort mit Arnica behandelt werden muss!
Typische Symptome
Symptome von Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen ähneln einander, betreffen aber verschiedene Arten von Körpergewebe. Schmerzhaft sind sie immer. Zur Behandlung kann man hier auch naturheilkundlich-homöopathische Mittel einsetzen.
Eine Prellung (die leichte Form wird auch als Bluterguss bezeichnet) ist eine Verletzung, die typischerweise entsteht, wenn Kinder toben und dabei ein Gegenstand im Weg steht. Ergebnis solcher Kollisionen ist eine stumpfe Verletzung des Gewebes, die besonders an schlecht gepolsterten Stellen, zum Beispiel am Schienbein oder Ellbogen, extrem schmerzt. Neben den Schmerzen sind Verfärbungen der Haut und Schwellungen zu beobachten. Kleine Prellungen sind meist nicht schwerwiegend und bedürfen normalerweise keiner ärztlichen Behandlung. Eine große, schmerzhafte, stark geschwollene Prellung oder eine, die die Beweglichkeit eines Gelenks einschränkt, sollte jedoch von einem Arzt behandelt werden.
Eine Verstauchung ist die Verletzung eines Bandes, also jenes Gewebes, das Knochen miteinander verbindet und Gelenken Stabilität verleiht. Zu einem Gelenk (etwa dem Fußgelenk) gehören zahlreiche, sich überlagernde Bänder. Eine Verstauchung, zum Beispiel durch Umknicken, entsteht, wenn ein Gelenk verdreht oder gezogen und das Band gedehnt wird oder reißt. Symptome einer Verstauchung sind starke Schmerzen, Schwellungen und Probleme bei der Bewegung oder Nutzung des verletzten Gelenks. Bei Kindern sind Fußknöchel, Knie und Handgelenke am häufigsten betroffen.
Eine Zerrung ist eine Verletzung eines Muskels oder einer Sehne, oft auch als Muskelzerrung bezeichnet. Sie entsteht, wenn Muskel oder Sehne zu stark gedehnt werden oder partiell reißen. Symptome einer Zerrung sind Schmerzen, Schwellungen und Einschränkungen in der Bewegung. Bei Kindern sind am häufigsten die Kniesehne, der Oberschenkelmuskel, die Wadenmuskulatur und die Achillessehne betroffen.
Beim Toben fallen Kinder öfter mal auf die Knie. Kleinere Prellungen sind nicht weiter schlimm. Oft reichen ein Kühlpack und anschließend ein Pflaster aus.
Was tun bei stumpfen Verletzungen?
Schock, Schreck und Schmerz sind unmittelbare Begleiterscheinungen eines Unfalls mit stumpfer Verletzung. Wichtig ist daher, dass Sie ruhig bleiben, auch wenn das angesichts eines brüllenden kleinen Unglücksraben schwer ist. Neben liebevoller elterlicher Gelassenheit bei kindlichem Verletzungspech hat sich für die Soforthilfe die PECH-Formel bewährt:
- Pause: Stellen Sie den betroffenen Körperteil so schnell als möglich ruhig. In vielen Fällen hilft dabei eine Schiene oder Schlinge; wenn Bewegung trotzdem sein muss, die Entlastung eines verletzten Gelenks durch Gehhilfen wie Krücken.
- Eis: Kühlung bremst Einblutungen, Schwellungen und Schmerzen. Drei- bis viermal am Tag für jeweils 20 Minuten Eis oder ein Kühlpack in ein sauberes, dünnes Handtuch wickeln und auf die verletzte Stelle legen (niemals direkt auf die Haut).
- Compression: Ein Druckverband mit einer elastischen Binde kann helfen, die Schwellung einzudämmen. Wichtig: Nur so fest verbinden, dass eine gute Durchblutung nach wie vor gewährleistet ist.
- Hochlagern: Die verletzte Stelle über der Höhe des Herzens lagern. Auch das unterstützt den Rückgang der Schwellung.
Mit der richtigen Behandlung (und etwas Schokolade) verschwinden die Schmerzen von leichten Prellungen meist innerhalb von Tagen. Ihre bunten Verfärbungen sind dagegen wesentlich länger sichtbar. Sie sind ein Zeichen, dass der Bluterguss abgebaut wird. Zerrungen und Verstauchungen heilen wegen des trägen Stoffwechsels in Sehnen und Bändern viel langsamer. Werden sie nicht (richtig) behandelt, kann das zu langfristigen Problemen führen - mit anhaltend schmerzhafter Bewegungseinschränkung (Arzt!).
Für die Tage nach der Verletzung: Wenden Sie die PECH-Formel an, kühlen Sie weiter bis Ende des zweiten Tages. Sollte die Verletzung verbunden sein, können Sie Eis oder ein Kältepack auch außen auf den Verband legen (sofern der nicht zu dick ist). Ab diesem Zeitpunkt empfiehlt sich dann sanfte Wärme. Im Normalfall haben Einblutungen und das Eintreten von Flüssigkeit ins umliegende Gewebe zu diesem Zeitpunkt aufgehört, und die Schwellungen nehmen ab. Wundsekret geht den umgekehrten Weg und wird in die Blut- und Lymphbahn resorbiert. Diese Vorgänge kann man (sofern der Arzt einverstanden ist) mit einfachen Bewegungsübungen (niemals unter Belastung!) unterstützen. Effektive Helfer für den Heilungsprozess sind neben Homöopathie auch Umschläge, Salben und Medikamente, die das Abschwellen fördern und schmerzlindernd wirken.
Behandlung durch den Arzt
- Wenn sich Kleine oder Kleinste bei Spiel und Sport verletzen, bleibt es nicht immer bei einer leichten Symptomatik. Als Eltern müssen Sie die Verletzung genau ansehen und entscheiden, ob Sie mit Ihrem Kind besser einen Arzt aufsuchen. Tun Sie das auf jeden Fall wenn:
- Ihr Kind nicht ansprechbar ist
- das Kind auf den Kopf gefallen ist oder eine blutende Wunde im Gesicht oder am Kopf hat
- Ihr Kind auch Minuten nach dem Unfall noch starke Schmerzen hat und das verletzte Gelenk nicht belasten oder bewegen kann
- die verletzte Stelle sehr stark anschwillt und bei Berührung sehr empfindlich ist
- Sie eine Fehlstellung an Arm oder Bein beobachten
- Ihr Kind angibt, die verletzte Stelle sei taub
- eine Verletzung an dieser Stelle zuvor schon einmal aufgetreten ist
- die Schwellung trotz PECH-Anwendung nach einiger Zeit nicht zurückgeht
- Wenn Ihr Kind eine bekannte Gerinnungsstörung hat
Wenn das Gelenk trotz Kühlung längere Zeit geschwollen und die Verletzung sehr schmerzhaft ist, sollte der Kinderarzt darauf schauen.
Mehr Wissen
Nach einer Verletzung Ihres Kindes bei Sport oder Spiel kann nur ein Arzt eine Prellung, Zerrung oder Verstauchung (oder gar einen Knochenbruch!) zuverlässig feststellen. Hat Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt eine schwerere Verletzung ausgeschlossen, ist für die folgende Zeit der Rekonvaleszenz Geduld und Ruhe gefragt.
Damit die Verletzung gut ausheilen kann, bedeutet das bei Zerrungen und Verstauchungen in aller Regel die Entlastung des betroffenen Gelenks, sprich: Eine Ruhigstellung über mehr als nur ein paar Tage. Nicht gerade einfach bei zappeligen, bewegungsaktiven Kindern – aber unausweichlich. Also: Solange es wehtut, auf jeden Fall schonen. Nur so können die verletzten Strukturen heilen. Aus diesem Grund keine Massagen, auch wenn sie lieb gemeint sind. Vorsichtig streicheln? Immer!
Das sagt Hebamme Erzsébet Reisinger zur Behandlung von Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen bei Babys und Kleinkindern
Erzsébet Reisinger
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Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.
Lustvolles, freudvolles Rennen und Toben geht bei den Kleinsten erst richtig los, wenn sie sich auf zwei Beinen bewegen. Dann erleben die kleinen Racker jeden Tag ein neues Bewegungsabenteuer. Aber dann sind auch kleine Unfälle unvermeidlich, und Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen kommen häufiger vor.
Solche stumpfen Verletzungen sind schmerzhaft, die Schmerzen sind Einblutungen und Schwellungen geschuldet, die durch das Trauma entstehen. Zunächst gilt es daher, eine beginnende Schwellung durch vorsichtige Kühlung mit Eis, einem Kühlakku (beides nur mit einem darum gewickelten Tuch!) oder kaltem Wasser zu bremsen. Natürlich sind Ruhe und Knuddeln ebenso wichtig.
Blaue Flecken sind normalerweise bei Säuglingen eher selten. Treten sie trotzdem auf, können sie Anlass zur Sorge sein. Dann muss man als Ursache eine Krankheit (oder leider auch Gewalteinwirkung) in Betracht ziehen.
Spielkinder sind konzentriert bei der Sache – die Kollision mit einem Tisch- oder Stuhlbein ist da nicht ausgeschlossen. Und die kann dann auch zu einer Beule oder einem blauen Fleck führen. Das ist sicher schmerzhaft, aber kein „Beinbruch“.
Naciye Arslanoglu
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Naciye Arslanoglu ist Apothekerin und Expertin für Homöopathie und Naturheilkunde aus Nagold.
Ein verstauchter Knöchel, eine gezerrte Schulter, eine Prellung oder ein blauer Fleck gehören zu den typischen Sportverletzungen, können aber auch bei der Haus- und Gartenarbeit passieren.
Vorbeugen
Die besten Vorbeugemaßnahmen: Tragen Sie gutes Schuhwerk und beim Gärtnern eine robuste Kleidung. Schützen Sie eventuell bereits vorbelastete Bänder und Gelenke durch Bandagen. Machen Sie regelmäßig Sport – sowohl leichtes Ausdauer- als auch Krafttraining – um Ihre Gelenke zu stabilisieren und ihnen so einen besseren Halt zu geben. Vor dem Sport immer gut aufwärmen.
Tipps bei stumpfen Verletzungen
Die PECH-Regel
Sie sollte jeder kennen, denn es ist die erste SOS-Maßnahme für ein verdrehtes Gelenk, eine Verstauchung oder eine Muskelzerrung.
- Pause einlegen, das heißt sofortige Ruhe und Schonung.
- Eis – für eine sofortige Kühlung der betreffenden Stelle. Mein Tipp: Kühlkompressen für alle Fälle im Kühlschrank aufbewahren.
- Compression – sanfter Druck durch Bandagen oder einem Verband, um so Einblutungen und Schwellungen zu vermindern.
- Hochlagern – das verhindert den Blutfluss im verletzten Bereich und unterstützt einen Rückfluss der Gewebeflüssigkeit.
Einreibungen
Den verletzten Bereich (aber keine offenen Wunden!) mit einer Arnika- oder Beinwellsalbe oder Franzbranntwein einreiben.
Kühlung
Oftmals wird auch eine Kühlung als angenehm empfunden – hier können ätherische Öle wie Pfefferminze oder Campher für Einreibungen verwendet werden.
Wärme
Sie kommt erst nach der ersten Akut-Phase zum Einsatz. Nach zwei Tagen können Infrarotbestrahlungen oder Wärmeauflagen den Heilungsprozess unterstützen.
Moderat wieder in Bewegung kommen
Nach der Schonphase nur langsam und vorsichtig wieder in Bewegung kommen, um eine Überlastung zu vermeiden. Wer Sport treiben möchte, sollte es zunächst einmal mit Schwimmen oder Radfahren versuchen, da hier die Gelenke weniger beansprucht werden.
Wann zum Arzt?
Halten die Schmerzen mehrere Tage lang an, oder verschlimmert sich eine Schwellung, statt sich zu verbessern, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Auch bei Verdacht auf einen Knochenbruch immer einen Arzt aufsuchen, der weitere Untersuchungen veranlasst.
Einen geprellten oder verstauchten Ellenbogen am besten sofort kühlen, beispielsweise mit einem Kühlpack. Das lindert den Schmerz und verhindert, dass die Region stark anschwillt.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
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