Verspannungen: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Schon beim Aufwachen hat Emma einen leicht steifen Hals und die Schultern sind verspannt. „Ich habe wohl zu lange am Computer gesessen, das wird schon wieder vergehen“, denkt sie unbesorgt. Doch die Nacken- und Schulterverspannungen werden bei ihr zu einer Art Dauerzustand. Die äußerst unangenehmen, dumpfen Schmerzen strahlen nach einer Weile in den Kopf und die Schultern aus, die sich steinhart anfühlen. Da die IT-Fachfrau keine Schmerzmittel nehmen will, fragt sie sich: Hilft Homöopathie bei Verspannungen? Oder eine Massage? Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Verspannungen, effektive Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten plus wertvolle Experten-Tipps zusammengestellt.
Verspannungen treten vor allem im Nacken- und Schulterbereich sowie am Rücken auf. Zu einer schmerzhaften Verspannung kommt es, wenn die Muskelspannung dauerhaft erhöht ist, dadurch verhärtet die Muskulatur. Die Nerven im benachbarten Gewebe werden gereizt, was wiederum das Schmerzempfinden steigert. Um den Schmerz zu lindern oder zu vermeiden, nehmen Betroffene meist eine Schonhaltung ein. Langfristig führt dies aber zu weiteren Beschwerden: Durch die Überbeanspruchung benachbarter Muskelareale erhöht sich dort die Muskelspannung und führt ebenfalls zu Schmerzen – ein Teufelskreis.
Neben der Schonhaltung sind vor allem mangelnde Bewegung, zu viel Sitzen und Überlastungen die häufigsten Ursachen für Verspannungen. Probleme im Rückenbereich haben nicht selten auch psychische Ursachen, wie Ängste oder zu viel Stress. Deshalb treten Verspannungen der Rückenmuskulatur zunehmend auch bei jungen Menschen oder sogar bei Kindern auf. In den meisten Fällen verschwinden die Muskelverspannungen nach ein paar Tagen wieder. Sie können aber auch chronisch werden, dann dauern sie oft mehrere Wochen.
Wenn der Nacken steif ist und schmerzt: Die Ursache von Verspannungen sind oft zu wenig Bewegung, Fehlhaltungen und Überlastungen. Aber auch Stress, Ängste und Sorgen können zu muskulären Beschwerden im Rückenbereich führen.
Welche Symptome können Verspannungen auslösen? Häufigste Symptome von Muskelverspannungen sind:
- Druckschmerz oder dumpfer Schmerz im betroffenen Areal, meist Schulter, Nacken oder Rücken
- wulstartige Verdickungen und Verhärtungen der Muskulatur, tastbare Knötchen
- eingeschränkte Beweglichkeit
- Schonhaltung
Bei Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich können Betroffene meist den Kopf nicht mehr vollständig drehen. Oft kommen Kopfschmerzen dazu, manchmal sogar Schwindel und Übelkeit.
Durch Verspannungen der Rückenmuskulatur entstehen ziehende Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Diese können sich langsam entwickeln und je nach Bewegung heftiger werden. Manchmal verhärten sich die Muskeln im Lendenwirbelbereich aber auch plötzlich und krampfartig. Das führt zu einem sogenannten „Hexenschuss“ mit heftigen, stechenden Schmerzen.
Verhärtete Nacken- und Schultermuskeln schränken die Beweglichkeit ein und führen oft auch zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.
Wie entstehen Muskelverspannungen? Wenn sich ein Muskel nicht mehr entspannt, verkürzt und verkrampft er. Bei dauerhafter Anspannung werden die betroffenen Muskelpartien nicht ausreichend durchblutet. Dadurch entstehen Entzündungsprozesse und die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren steigt. Um die Schmerzen zu reduzieren, nehmen die Betroffenen oft eine Schonhaltung ein, die aber in aller Regel die Muskelverspannung noch verstärkt.
Warum habe ich ständig Verspannungen? Die häufigste Ursache von Muskelverspannungen im Schulter- und Nackenbereich sowie am Rücken ist langes Sitzen in unbewegter Haltung, beispielsweise am Schreibtisch bei der Arbeit (oder dem Spielen) am Computer. Auch langes Autofahren in gleichbleibender Körperhaltung löst oft Muskelverspannungen aus.
Oft sind auch seelische Belastungen und Ängste die Ursachen für Verspannungen. Bei Stress spannen sich die Muskeln an. Bleiben die Entspannungsphasen aus, bleiben auch die Muskeln dauerhaft angespannt.
Weitere Ursachen für Muskelverspannungen können eine ungünstige Schlafposition, schwere körperliche Arbeit, Zugluft oder Kälte sein.
Grundsätzlich sind untrainierte, schwache Muskeln, beispielsweise bei zu wenig Bewegung, anfälliger für Verspannungen als eine gut trainierte Muskulatur.
Dr. med. Anke Scheer
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Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Zusatzbezeichnung Homöopathie, Nürnberg.
Der Hausarzt weiß, wie eine Verspannung zu behandeln ist. Bei hartnäckigen Verläufen kann der Orthopäde oder Reha-Facharzt hinzugezogen werden.
Die Untersuchung
Verspannungen stellt der Arzt anhand einer körperlichen Untersuchung fest. Hierbei wird die Muskulatur des Rückens auf ihren Spannungszustand hin abgetastet.
Die Diagnose
Beim Abtasten können Verspannungen schnell diagnostiziert werden. Eine deutlich erhöhte Muskelspannung ist eine Ver-Spannung.
Die Abgrenzung
Die Ursachen einer plötzlich extrem schmerzhaften oder einer länger anhaltenden Verspannung sollten ärztlich abgeklärt werden. Hierzu zählen Blockierungen der Wirbelgelenke, Rippenblockaden, Lumbago (Hexenschuss) und ein Bandscheibenvorfall. Auch Erkrankungen der inneren Organe, wie der Gallenblase oder des Herzens, können sich als Verspannungen bemerkbar machen. Häufig ist auch Stress, insbesondere in Kombination mit Bewegungsarmut wie bei sitzenden Berufen, ein Auslöser für Verspannungen. Auch wiederholte einseitige Tätigkeiten beim Sport oder am Arbeitsplatz können zu Überlastung der Muskulatur und somit zu Verspannungen führen.
Ein Orthopäde kann die Ursache für die Verspannungen abklären. Bei plötzlich auftretenden, sehr heftigen Schmerzen können auch Blockierungen der Wirbel, ein Hexenschuss oder ein Bandscheibenvorfall dahinterstecken.
Über unseren Expertenfinder finden Sie schnell Homöopathie-erfahrene Behandler und Apotheken in Ihrer Nähe.
Dr. med. Anke Scheer
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Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Zusatzbezeichnung Homöopathie, Nürnberg.
Wer kennt das nicht: Man hat zu lange am offenen Fenster gesessen und einen Zug bekommen oder zu schwere Gegenstände getragen. Das kann zu Verspannungen führen, die aber meist nach ein paar Tagen wieder verschwunden sind.
Der Verlauf
Bei vielen Menschen verhärtet sich die Muskulatur im Nacken, in den Schultern oder am Rücken immer wieder. Daher ist es bei der Behandlung von Verspannungen wichtig, eine mögliche Ursache zu erkennen und zu beseitigen. Dann kann eine Verspannung problemlos ausheilen.
Die Prognose
Tritt die Fehlbelastung wieder auf, kommt eine Verspannung häufig schnell wieder. Dabei gibt es in der Regel keine wirklichen Komplikationen.
Die Komplikationen
Allerdings chronifizieren Verspannungen oftmals. Das bedeutet, dass sich der Muskel an die Fehlspannung gewöhnt und diese als Normalzustand definiert. Deshalb dauert die Behandlung chronischer Verspannungen länger, da der Muskel wieder umlernen muss.
Rechtlicher Hinweis: Heilpraktikern ist die Behandlung von Erkrankungen, die durch meldepflichtige Krankheitserreger hervorgerufen werden, grundsätzlich nicht erlaubt. Bei Verdacht auf Noro- oder Rota-Viren, Salmonellen, Camplyobacter oder EHEC müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Verspannungen natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Wo genau spüren Sie Ihre Verspannung am meisten?
- Da Verspannungen immer auch mit mehr oder weniger Schmerzen einhergehen, sollten Sie versuchen, die Art der Schmerzen möglichst exakt zu beschreiben: Handelt es sich um stechende, ziehende, drückende oder anders empfundene Schmerzen?
- Wo genau wird der Schmerz verspürt, strahlt er von dort womöglich aus? Falls ja: wohin und unter welchen Umständen?
- Welche Einflüsse verschlimmern den Schmerz oder lindern ihn (Wärme- oder Kälteanwendungen, Druck und Massage, Ruhe oder Bewegung und welche Art von Bewegung)? Stellen sich die Schmerzen womöglich nur in bestimmten Körperpositionen ein? Gab es einen Auslöser für Ihre Beschwerden (Verrenkung, Zugluft, Unterkühlung)? Hier noch ein Tipp: Wenn Sie diese Fragen nicht beantworten können, probieren Sie bitte (vorsichtig) aus, was Ihnen guttut und was nicht.
- Darüber hinaus möchte der Homöopath erfahren, ob noch weitere Beschwerden mit den Verspannungen verbunden sind. Hierzu gehören Bereiche, die mit Ihrem Rücken auf den ersten Blick wenig zu tun haben, wie zum Beispiel ein gestörter Schlaf, veränderter Durst oder Appetit, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen oder auch die psychische Verfassung.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Dr. med. Anke Scheer
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Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Zusatzbezeichnung Homöopathie, Nürnberg.
Bei der Behandlung von Verspannungen ist es zunächst wichtig, mögliche Ursachen zu erkennen und zu beseitigen. Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich akute Verspannungen innerhalb weniger Tage lösen. Bei chronischen Verspannungen dauert die Behandlung in der Regel mehrere Wochen.
Konventionelle Behandlung
In der konventionellen Behandlung kommen vor allem Medikamente zum Einsatz, die die Muskelspannung senken. Auch Schmerzmittel werden eingesetzt, wenn der Schmerz ausgeprägt ist. Diese Medikamente sollen aber nur kurzzeitig eingesetzt werden.
Alternative Therapien
Eine Begleitung mit physikalischen Maßnahmen ist bei der Behandlung von Muskelverspannungen bei jeder Arzneitherapie sinnvoll.
Muskeln lieben Wärme. Dann können sie sich am besten entspannen. Deshalb sind Wärmeanwendungen jeder Art eine sehr gute Möglichkeit, Verspannungen zu behandeln. Das kann ein warmes Vollbad oder ein Wärmekissen sein. Sehr gut hilft auch die Kombination aus Wärme und Massage, zum Beispiel indem man ein Öl leicht anwärmt und es dann einmassiert.
Bei hartnäckigen Verspannungen hilft hier ein Masseur oder Physiotherapeut weiter, Verspannungen zu lösen. Eventuell kann ergänzend eine Elektrotherapie (Strombehandlung) vom Arzt verordnet werden.
Homöopathie Behandlung
Bei der homöopathischen Behandlung wird die passende Arznei nach der subjektiven Beschwerdeschilderung (Anamnese) des Patienten gewählt. Diese individuelle Arznei ist dann speziell für die Verspannungen des Betroffenen abgestimmt.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthritis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Verspannungen sind schmerzhafte Muskelverhärtungen, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten. Babys kennen Verspannungen in der Regel nicht. Als Folgen einer komplizierten Entbindung können jedoch bisweilen Verspannungen auftreten. Eindeutige Hinweise darauf sind einseitige Bewegungen und Schonhaltung. Bei älteren Kindern sind ab dem Schulalter vornehmlich Rücken, Nacken und Schultern betroffen – und offensichtlich nimmt dieses Problem stark zu.
Typische Symptome
Muskelverspannungen werden als dumpfer Schmerz empfunden. Sie können aber auch durch stechende, lang anhaltende Schmerzen geprägt sein. In den oberen Muskelschichten sind sie meist als Verhärtungen der Muskulatur tastbar, die sich bei Bewegung kaum verändern. Verspannungsschmerzen nehmen unter Bewegung oft noch zu. Sie rühren daher, dass sich der Muskeltonus durch einseitige Belastung oder auch durch eine Überanstrengung erhöht hat und nicht wieder von selbst zurückgeht. Wenn ihre Ursache in einer unkorrigierten Fehlhaltung liegt, kann die Verspannung immer wieder kommen. Leichte Verspannungen verschwinden ohne Behandlung meist innerhalb von 1 oder 2 Tagen.
Können Kinder Verspannungen haben? Leider ja. Kinderärzte sind sich einig, dass die moderne Bewegungsarmut mit langem Sitzen und kiloweise Schulgepäck eine der Hauptursachen ist.
Natürlich gibt es auch andere Ursachen, etwa die Schlafposition, kleine Verletzungen vom Toben oder vom Sport. Ein besonderes Augenmerk aber verdienen Stress und Sorgen. Sie lassen Kinder im Wortsinn „angespannt“ sein. Hören Sie Ihrem Kind genau zu, wenn es seine Symptome beschreibt. Dann ist es leichter, die Ursache der Schmerzen zu erkennen und zu behandeln. Und es ist wichtig, einfühlsam nachzufragen. Nicht über jeden Kummer lässt sich so einfach sprechen! Auch wenn keine offensichtliche Schiefhaltung erkennbar ist, sollten Sie Ihr Kind auch im Hinblick auf sein Gangbild immer wieder beobachten und eher zu früh als zu spät jegliche Auffälligkeit bei der U-Untersuchung ansprechen.
Schwerwiegendere Ursachen für Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen sind Sache des Arztes. Sie müssen frühzeitig erkannt werden, noch bevor sie sich verschlimmern können.
Schwere Schulranzen sind Gift für zarte Kinderrücken. Schmerzhafte Verspannungen sind quasi vorprogrammiert.
Was tun bei Verspannungen?
In den meisten Fällen braucht es nichts weniger (und nichts mehr) als eine Änderung der Lebensweise. Darum steht das gemeinsame Nachdenken mit Ihrem Kind über die Ursachen und ihre folgende Beseitigung an erster Stelle: Der überschwere Schulranzen, der Bewegungsmangel mit andauerndem Sitzen, der ungebremste Medienkonsum in eingefrorener Körperhaltung, der Stress in der Schule oder Familie, der schlechte Schlaf in der Nacht. Im Akutfall können einfache Hausmittel helfen, Ihrem Kind bei leichten bis mittleren Verspannungsschmerzen Linderung zu verschaffen. Sanfte Wärme ist ein probates Mittel. Sie regt die Durchblutung der Muskulatur an und reduziert den Verspannungsschmerz. Die Möglichkeiten sind vielfältig, von der warmen Badewanne über die Wärmflasche bis hin zum Infrarotlicht. Leichte, aber immer sanfte Dehnungen oder Massagen mit Arnikaöl bringen ebenfalls Linderung durch Entspannung. Auch die sanften Wege von Homöopathie und Naturheilkunde leisten gute Dienste.
Aktive Hilfe bei Verspannungen: Das Kind immer wieder zu Bewegungsspielen jeder Art anregen! Im einfachsten Fall gehört dazu die regelmäßige Familienwanderung am Wochenende!
Behandlung durch den Arzt
Wenn Verspannungsschmerzen länger anhalten und sich auf Wärmeanwendungen nicht bessern oder gar verschlechtern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso, wenn begleitend eines die folgenden Symptome auftritt:
- anhaltende Nackensteifigkeit
- anhaltende Rückenschmerzen
- Schwindel, Benommenheit
- stärkere Kopfschmerzen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln
Treten die Verspannungen in der Folge eines Unfalles auf (Autounfall, Sportunfall), suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf! Das gilt im Besonderen auch für Unfälle im Schulsport.
Wenn die Verspannungen sehr schmerzhaft sind und nicht verschwinden, ist meist ein Physiotherapeut gefragt. Sanfte Dehnungen und Massagen tun den kleinen Patienten gut.
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Eine überaus starke, plötzliche und sehr schmerzhafte Muskelverspannung im Nackenbereich ist der Schiefhals, der zu einer Blockade der Halswirbelsäule führen kann. Auch Kinder können einen solchen Schiefhals bekommen. Er kann nach einer falschen Bewegung, einem Schlag oder durch Luftzug ausgelöst werden. Häufig wachen Kinder am Morgen mit diesen Beschwerden auf. Die Schmerzen können so stark sein, dass Betroffene eine Schonhaltung einnehmen. Als erste Maßnahme hilft auch hier Wärme. Sollte sich der Muskel nicht innerhalb angemessener Zeit entspannen, sind Ihr bester Ansprechpartner in diesem Fall die Kinderärztin oder der Kinderarzt.
Bei Verspannungen jeglicher Art kann eine osteopathische Behandlung oft viel bewirken.
Hartmut Pensel
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Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Schwerpunkt Diabetes, Homoöpathie und Naturheilverfahren, Heilpraktiker und Experte in biologischer Medizin (Universität Mailand). Er ist Eigentümer von vier Apotheken in Lichtenfels und Bad Staffelstein.
Man hat zu lange starr gesessen, Zugluft bekommen – Verspannungen sind sehr häufig. Doch zum Glück lassen sich die meisten gut lindern, lösen und natürlich auch vorbeugen.
Vorbeugen
Wer viel sitzen muss, sollte seine Sitzposition häufiger wechseln und zwischendurch immer mal wieder aufstehen, um den Körper zu lockern. „Schreibtischtäter“ sollten zudem auf ergonomische Stühle und eine gute Ausrichtung ihres Computerbildschirmes achten. Telefonate kann man manchmal auch führen, indem man dabei etwas herumläuft. Sorgen Sie in der Freizeit für Bewegung und ein wenig Krafttraining, um die Muskeln der Schulter-, Bauch- und Rückenpartie aufzubauen.
Tipps bei Verspannungen
Wärme ist immer gut
Egal, welche Körperpartie verspannt ist, die Wärmetherapie ist immer hilfreich. Es gibt dafür beispielsweise physiologische Wärmepflaster, die über Stunden eine gleichmäßige Wärme abgeben und sehr flexibel eingesetzt werden können. Geeignet für Wärmetherapie sind aber auch erhitzte Kirschkernkissen oder Bestrahlungen mit der Infrarotlampe.
Einreibungen
Reiben Sie die schmerzende Partie mit einer Wärmesalbe ein oder massieren Sie sie leicht mit einem Schmerzöl, zum Beispiel mit Arnika- oder Johanniskrautextrakten.
Mit Massage und gezielten Griffen kann ein Physiotherapeut Verspannungen lösen. Bei der Behandlung wird das Gewebe stimuliert und die Durchblutung angeregt.
Magnesium
Magnesiummangel kann Verspannungen fördern. Besprechen Sie mit Ihrem Apotheker oder Arzt die Gabe von hochdosiertem Magnesium.
Entspannung
Verspannungen können auch psychisch bedingt sein, wenn man sprichwörtlich „die ganze Last auf den Schultern trägt“. Daher ist es empfehlenswert, eine Entspannungsmethode zu erlernen, wie zum Beispiel Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Versuchen Sie, Stress abzubauen.
Physiotherapie
Wer häufig mit Verspannungen zu tun hat, sollte einen Physiotherapeuten aufsuchen und sich ausgleichende Bewegungsübungen zeigen lassen.
Wann zum Arzt?
Bei Unfällen, die Verspannungen nach sich ziehen, bei dauerhaften oder sehr schmerzhaften Verspannungen und Bewegungseinschränkungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
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