Frau sitzt mit Blasenentzündung auf der Toilette

Blasenentzündung: Wie Homöopathie das Leiden lindern können

Autorin

Experte Alexandra Kuhn

Alexandra Kuhn

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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht füllt Karin heißes Wasser in die Kanne. Seit gestern Abend plagen sie starke Schmerzen beim „Wasserlassen“. Sie hat gehört, dass Tee die für die Schmerzen verantwortlichen Bakterien aus der Harnröhre ausschwemmen kann. Doch stimmt das wirklich? Und was kann man beispielsweise mit Homöopathie tun, um die Beschwerden in den Griff zu kriegen? Welche typischen Symptome auf eine Blasenentzündung hindeuten, wie sie diagnostiziert wird und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.

Frau mit Blasenentzündung sitzt mit einer Decke und einer Tasse Tee auf der Coucht

Viel Flüssigkeit spült die Bakterien aus der Blase. Am besten eignet sich dafür warmer Tee. Auch lokale Wärme – z.B. eine Decke - unterstützt die Heilung.

1. Blasenentzündung: Kurz zusammengefasst

Bei schmerzhaftem Brennen und Ziehen im Beckenbereich oder dem ständigen Drang, auf die Toilette zu müssen, kommt bei vielen schnell der Verdacht auf: Ist das eine Blasenentzündung? 

Aber was ist eine Blasenentzündung? Eine Blasenentzündung (Zystitis oder Cystitis) gehört zu den häufigsten Gründen für einen Besuch beim Gynäkologen (*). Schätzungen zufolge leidet mehr als jede zweite Frau in Deutschland mindestens einmal im Leben unter einer akuten Blasenentzündung. Dass von den Beschwerden weitaus mehr Frauen als Männer betroffen sind, hängt mit der Anatomie zusammen: Während die männliche Harnröhre 20 Zentimeter misst, ist sie bei Frauen nur drei bis vier Zentimeter lang. Krankheitskeime haben daher ein leichtes Spiel, können rascher in die Blase aufsteigen, sich an die Schleimhäute heften und eine Entzündung auslösen. Eine unkomplizierte bakterielle Blasenentzündung heilt in der Regel nach zwei bis drei Tagen ab. 

Bei einer Blaseninfektion unterstützen Maßnahmen wie Ruhe und lokale Wärme den Heilungsprozess, viel Flüssigkeit spült die Blase und sorgt so für den Abfluss von Schmerz verursachenden Bakterien. Bei einer hohen Bakterienlast können die Erreger in die oberen Harnleiter dringen und eine Nierenbeckenentzündung verursachen. Symptome wie Fieber, Blut im Urin und starke Krämpfe weisen darauf hin und erfordern dringend ärztliche Behandlung.

*Deutsche Gesellschaft für Gynäkologen und Geburtshilfe (DGGG): https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-044l_S3_Harnwegsinfektionen_2017-05.pdf

Grafik einer Blasenentzündung

Bei einer Zystitis können bakterielle Erreger in die oberen Harnleiter eindringen und eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung verursachen.

2. Symptome einer Blasenentzündung

Wie kündigt sich eine Blasenentzündung an? Welche Symptome hat man bei einer Blasenentzündung? 
Typische Blasenentzündungs-Symptome sind:

  • ein ziehendes, drückendes oder unangenehm kribbelndes Gefühl im Unterbauch: Dies ist oft erstes Anzeichen einer Blasenentzündung
  • brennender, auch stechender Schmerz beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang bzw. das Bedürfnis, ständig auf die Toilette zu müssen 
  • das Gefühl, den Urin nicht halten zu können; Urin kommt dennoch oft verhalten bzw. tröpfchenweise
  • krampfartige Schmerzen, Bauchweh im Unterleib und in der Nierengegend, erhöhte Temperatur oder Fieber, allgemeines Zerschlagenheitsgefühl
  • Urin hat einen strengen, „kränklichen“ Geruch; er ist eingetrübt 
  • Blut im Urin: Der Urin kann auch leicht rot gefärbt sein und Blut bzw. Blutspuren enthalten

3. Ursachen und Auslöser einer Blasenentzündung

Die Beschwerden treten oft plötzlich auf. Daher liegt die Frage auf der Hand: Woher bekommt man eine Blasenentzündung? Die Gründe für eine Blasenentzündung sind vielfältig und meist mit einer örtlichen Immunschwäche verknüpft. Eine Unterkühlung an Bauch und Unterleib (z.B. nasse Badesachen oder Sitzen auf einer kalten Fläche) kann sie auslösen. Ursachen von Blasenentzündung sind häufig auch verschleppte Darmbakterien wie Escherichia coli oder Enterokokken, manchmal auch Viren, Pilze oder Parasiten. Hormonelle Umbrüche wie Schwangerschaft, eine neue Verhütungs-Pille oder die Wechseljahre können die Scheidenflora verändern und die Schleimhaut der Harnblase schwächen indem sie eine Infektion bzw. die Vermehrung der krankmachenden Keime begünstigen. In der Forschung wird auch eine genetische Empfänglichkeit für Blasenentzündungen diskutiert. Ist die Mutter öfter betroffen, hat die Tochter mit höherer Wahrscheinlichkeit das gleiche Problem. Nicht zuletzt ist Stress ein Faktor, der das Immunsystem schwächt und die Anfälligkeit für Blasenentzündungen erhöht.

4. Untersuchung, Diagnose und Abgrenzung

Portrait von Dr. med. Ulf Riker

Ulf Riker

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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.

Die Blase als Reservoir für den produzierten Urin ist mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet. Diese geht nahtlos über in den Bereich der Harnröhre, aber auch in den Harnleiter (Verbindung zwischen Niere und Blase). Die Reaktionsmöglichkeiten der Schleimhaut sind im Falle der Entzündung beschränkt: Häufiger Harndrang (der nicht selten zum plötzlichen Müssen führt) und Schmerzen vor, beim oder nach dem Wasserlassen sind die Folge. Dabei kann der Schmerz entweder in der Harnblase selbst oder auch in der Harnröhre spürbar sein. Wenn die Blasenschleimhaut intensiver geschädigt ist, wird der Urin auch blutig.

Die Untersuchung

Die Anamnese gibt Aufschluss über eine mögliche Ursache: z.B. nach Kälteexposition bzw. kaltem Baden, bei Frauen öfter nach Geschlechtsverkehr, bei Nutzung von Verhütungscremes oder Diaphragma oder beim Bestehen einer Schwangerschaft. Auch vorbestehende chronische Krankheiten (z.B. Diabetes) begünstigen das Auftreten einer Zystitis.

Die Diagnose

Wie wird eine Blasenentzündung diagnostiziert? Üblicherweise wird die Diagnose durch eine Urinprobe gesichert. Meist ist der Urin trüb und stark riechend, manchmal auch blutig. Mit einfachen Streifentests aus der Apotheke oder beim Hausarzt, Heilpraktiker bzw. Urologen lässt sich erkennen, ob der Urin weiße Blutkörperchen in größerer Zahl, Nitrit (als Abfallprodukt aus dem Bakterienstoffwechsel), Eiweiß oder Blut enthält.

In Einzelfällen, z.B. bei Verdacht auf organische Veränderungen im Bereich der ableitenden Harnwege und der Blase oder wenn ein Nieren- oder Blasenstein zu vermuten ist, kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein.

Die Abgrenzung

Zu unterscheiden ist zwischen einer akuten Zystitis aus situativem Anlass und einer chronisch-wiederkehrenden Entzündung. Letzterer liegt oft eine konstitutionelle oder immunologische Anfälligkeit zu Grunde. Komplikationen können drohen, wenn Bakterien von der Blase Richtung Niere aufsteigen; in solchen Fällen droht eine Entzündung mit Eiterung im Bereich des Nierenbeckens (Pyelonephritis). Damit verbunden ist oft das Auftreten von Fieber und Schüttelfrost oder schlimmstenfalls die Entwicklung einer „Blutvergiftung“ (Sepsis). In solchen Fällen ist die unverzügliche Konsultation eines geeigneten (Fach-)Arztes notwendig, unter Umständen auch die Klinikeinweisung. 

Grundlage für eine homöopathische Behandlungsoption ist wie immer neben der klinischen Diagnostik auch eine Auswahl der passenden homöopathischen Arznei. Diese ergibt sich aus der detailgenauen Anamnese (z.B. wo bzw. wann genau tritt ein Schmerz beim Wasserlassen auf, welche Begleitsymptome lassen sich eruieren, welche plausible Ursache für die Zystitis gibt es etc.). Erst wenn hier Klarheit herrscht und eine sichere homöopathische Arzneiwahl möglich ist, lässt sich mit ausreichender Sicherheit klären, ob auf allopathische oder andere komplementäre Behandlungsansätze verzichtet werden kann oder nicht.

5. Verlauf, Prognose und Komplikationen

Portrait von Stefan Reis

Stefan Reis

·

Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.

Wie lange dauert eine Blasenentzündung, wie lange muss ich sie auskurieren? Eine unkomplizierte Blasenentzündung kann durchaus ohne weitere Therapie in wenigen Tagen ausheilen. Allerdings sollte man die Blasenfunktion auf jeden Fall durch eine ausreichende Trinkmenge und durch Warmhalten des Unterleibes unterstützen.

Die Prognose

Wenn die Symptome nicht nach drei Tagen abgeklungen sind, sollten Sie Ihren Behandler aufsuchen.

Die Komplikationen

Komplikationen einer Blasenentzündung entstehen in den meisten Fällen durch das Aufsteigen der Erreger in die Nieren, was zu einer Nierenbeckenentzündung führen kann. Auch Blutungen, die im Verlauf der Blasenentzündung auftreten können, werden zu den Komplikationen gerechnet. Vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es zu einer Häufung von Blasenentzündungen kommen oder auch zu einem chronisch-entzündlichen Zustand. Schwangere, Kinder und Männer sowie Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, Nierenleiden) neigen häufiger zu komplizierten Verläufen einer Blasenentzündung und sollten sich gleich zu Beginn an ihren Behandler wenden.

6. So bereiten Sie sich auf Ihren Besuch beim homöopathisch ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker vor

Blasenentzündung natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle – sie werden durch den Behandler möglichst detailliert erfragt. 

Für die Wahl eines hilfreichen homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:

  • Kennen Sie den mutmaßlichen Auslöser Ihrer Blasenentzündung? Gab es beispielsweise eine Unterkühlung oder könnte Geschlechtsverkehr eine Ursache sein?
  • Welche Beschwerden verursacht Ihre Blasenentzündung genau? Falls Sie Schmerzen haben: Welcher Art sind diese (z.B. brennend, stechend, ziehend, drückend …)? Treten sie vor, nach oder während des Wasserlassens auf? Eher zu Beginn des Urinierens oder gegen Ende? Gibt es noch weitere Auslöser für Schmerzen? Wie häufig stellt sich Harndrang ein, und welche Mengen an Urin werden jedes Mal entleert?
  • Welche Einflüsse verstärken oder lindern die Schmerzen oder den Harndrang? Macht Ihnen Kälte etwas aus, vielleicht auch nur an einzelnen Körperstellen (z.B. an den Füßen)? Ist Wärme Ihnen eher angenehm oder unangenehm? Wie wirkt sich Trinken auf die Beschwerden aus und ist das abhängig von der Art des Getränks? Ist Ihnen eine Beeinflussung Ihrer Beschwerden durch Ruhe oder Bewegung aufgefallen?
  • Ist der Urin hinsichtlich Menge, Farbe oder Geruch verändert?
  • Haben Sie Fieber, Kopf- oder Rückenschmerzen, wie ist Ihr Allgemeinbefinden?
  • Darüber hinaus möchte der Homöopath auch alle weiteren Beschwerden erfahren, die mit der Blasenentzündung verbunden sind. Er möchte von Ihnen wissen, ob beispielsweise Schlaf, Appetit, Durst oder Verdauung verändert sind. Auch wird er sich nach Ihrer psychischen Verfassung erkundigen.
  • Womöglich wird Ihr Behandler auch eine Urinprobe (Mittelstrahlurin) untersuchen.

Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Ziel der homöopathischen Behandlung ist, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.

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7. Behandlung einer Blasenentzündung

Portrait von Stefan Reis

Stefan Reis

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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.

Ist die Behandlung einer Blasenentzündung ohne Antibiotika möglich? Handelt es sich um eine unkomplizierte Blasenentzündung, können sogenannte Hausmittel oder naturheilkundliche Präparate ausreichend sein. Ratsam ist in jedem Fall, ausreichende Mengen zu trinken, das heißt mindestens zwei bis drei Liter am Tag. Dabei können Sie – neben Wasser – auch zu Blasen- und Nierentees greifen. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass Ihr Unterleib nicht auskühlt. Auch ein Sitzbad kann wohltuend wirken, wobei man dem Wasser noch Zinnkraut oder Kamille zusetzen kann. Bärentraubenblätter – Phytotherapeutikum einsetzbar – haben sich in vielen Fällen als wirksam erwiesen. Dies sind aber nur einige Beispiele aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde. Besonders Frauen sollten bei der Intimhygiene darauf achten, dass Bakterien aus dem Darm möglichst nicht in den Urogenitalbereich kommen. Führen diese Maßnahmen nicht innerhalb von drei Tagen zu einem deutlichen Nachlassen der Beschwerden, nehmen diese gar zu, ist Blut im Urin oder in der Wäsche zu sehen, stellt sich Fieber ein oder ist das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt, sollten Sie umgehend Ihren Behandler aufsuchen.

Was hilft schnell bei einer Blasenentzündung?

Die konventionelle Behandlung sieht in vielen Fällen eine Antibiose (Behandlung mit Antibiotika) vor, die selbstverständlich nur bei bakteriellen Infektionen in Betracht zu ziehen ist. Daneben können Medikamente gegen die Schmerzen oder auch zur Fiebersenkung zum Einsatz kommen.

Bei der homöopathischen Behandlung dagegen müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die möglichst detailliert erfragt werden.

Icon Arzneimittel in weiß

Das für Sie individuell passende Mittel finden

In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen. 

Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn. 

Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Blasenentzündung mit Homöopathie!

8. Blasenentzündung bei Baby und Kind

Portrait von Dr. Markus Wiesenauer

Markus Wiesenauer

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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.

Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. In den meisten Fällen sind Darmbakterien die Ursache für die Infektion. Bei frühzeitiger Behandlung mit homöopathischen bzw. naturheilkundlichen Arzneimitteln ist oftmals eine Ausbreitung des Infekts vermeidbar.

Typische Symptome

Je jünger die kleinen Patienten sind, umso weniger sind die Symptome charakteristisch. Ältere Kinder fallen durch häufige Toilettengänge auf, wenn sie unter einer Blasenentzündung leiden. Sie klagen beim Wasserlassen über Brennen und stechende Schmerzen. Der Blasendrang ist groß, die Urinmenge hingegen klein. 

Schwieriger ist die Diagnose Blasenentzündung bei Babys und Kindern unter zwei Jahren. Bei Kindern, die schon länger „trocken“ sind, kann es wiederholt zum Einnässen kommen. Babys fallen häufig nur durch unspezifische Allgemeinsymptome wie Apathie, Appetitlosigkeit und Fieber auf, für die es keine offensichtliche Erklärung gibt. Weitere Symptome im Kleinkindesalter können auch Erbrechen, Durchfall und ein stark aufgeblähter Bauch sein. 

Oftmals sind Aussehen und Geruch des Urins wegweisend. Den Urin ihrer Kinder sollten sich alle Eltern anschauen, auch in der Windel. Häufig riecht der Urin auffallend, ist trüb oder auch blutig. Bei häufigen Harnwegsinfekten lohnt es sich, einen Streifentest zur regelmäßigen Kontrolle des Urins anzuwenden. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Gerade bei älteren Kindern kann eine bakterielle Harnblasenentzündung sogar ohne Schmerzen auftreten, was in der medizinischen Fachsprache als „asymptomatische Bakteriurie“ bezeichnet wird. 

Wenn die Bakterien im Harnleiter weiter aufsteigen, besteht die Gefahr einer Nierenbeckenentzündung. Ältere Kinder bekommen dann häufig Fieber, fühlen sich schlecht und es können Schmerzen in den Flanken und am Rücken auftreten. Dem Kind ist anzusehen, dass es schwer krank ist. Die Symptome der Blasenentzündung können vorhanden sein, müssen es aber nicht.

Baby hat eine Blasentzündung mit Fieber

Auch Babys können eine Blasenentzündung bekommen. Ein Indiz dafür ist, wenn der Urin trüb ist, intensiv riecht, die Stirn heiß ist und das Fieberthermometer eine erhöhte Temperatur anzeigt.

Blasenentzündung Kind

Was tun bei Blasenentzündung bei Kindern?

Eine Blasenentzündung bei Kindern sollte immer von einem Arzt behandelt werden; für Babys und Kleinkinder ist dies im Hinblick auf die geschilderten Symptome selbsterklärend. Homöopathische Arzneimittel und bewährte Hausmittel können zur schnellen Bewältigung der Infektion beitragen. Dabei gilt: Je früher eine solche Behandlung beginnt, umso größer ist die Chance, dass sich die Entzündung nicht weiter in Richtung Nieren ausbreitet!

Sie helfen Ihrem Kind, wenn Sie ihm reichlich zu trinken anbieten, um die Bakterien möglichst schnell aus dem Harnweg zu spülen. Neben den Getränken, die Ihr Kind normalerweise trinkt, eignet sich Cranberry-Saft. Warme Getränke sind bei einem Harnwegsinfekt am besten geeignet. 

Ganz wesentlich ist: Halten Sie die Füße und den Unterleib Ihres Kindes warm. Eine Wärmflasche oder ein aufgewärmtes Kirschkernkissen auf dem Bauch sind wohltuend. Ein Bauchwickel aus warmen Tüchern oder einem breiten Wollschal bietet Rundumwärme und ermöglicht mehr Bewegungsspielraum. Auch Unterwäsche aus Merinowolle sorgt für eine angenehme Wärme, ohne zu kratzen.

Behandlung durch den Arzt

Ein Arztbesuch ist unter folgenden Umständen notwendig: 

  • grundsätzlich, wenn es sich um Babys handelt
  • das Kind sehr häufig die Toilette aufsuchen muss
  • die Symptome zu einer Harnwegsinfektion passen
  • Sie Blut im Urin Ihres Kindes feststellen 
  • Ihr Kind hohes oder immer wiederkehrendes Fieber hat
Baby sitzt mit Schmerzen auf dem Töpfchen

„Muss“ das Baby häufig oder setzt sich das Kind oft aufs Töpfchen oder die Toilette, kann das ein Anzeichen einer Blasenentzündung sein. 

Icon Idee in weiß

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Neigt Ihr Kind zu einer schwachen Blase, können homöopathische Arzneimittel helfen, was als Behandlung der Krankheitsneigung (Disposition) bezeichnet wird. Bei häufigen Infekten rückt die Behandlung der Darmflora in den Mittelpunkt mit dem Ziel einer Verbesserung der natürlichen Keimbesiedlung der Darmschleimhaut.

Aufgrund zunehmender Erkenntnisse über das Mikrobiom, wie die Darmflora auch bezeichnet wird, ist eine Begleit- und Nachbehandlung bei Einnahme eines Antibiotikums nachdrücklich anzuraten.

Über die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten können Sie sich bei Ihrem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker informieren.

Darüber hinaus sollten Sie Ihr Kind vor Nässe und Unterkühlung schützen. Das Anbehalten von nasser Badebekleidung, das Sitzen auf kalten Steinen oder eiskalte Getränke bei heißem Wetter begünstigen das Entstehen einer Harnblasenentzündung und insbesondere das wiederholte Auftreten. 

Frauen und Mädchen sind besonders gefährdet, weil ihre Harnröhre viel kürzer ist als die männliche. Darmkeime können leichter aufsteigen und viel schneller ihr Ziel erreichen. 

Regelmäßiger Stuhlgang ist eine weitere Schutzvorkehrung, denn Verstopfungen können eine Blasenentzündung fördern, indem sie die Vermehrung von Bakterienkolonien begünstigen, die in die Blase aufsteigen können. Dies ist nochmals ein wichtiger Hinweis auf die Bedeutung einer gesunden Darmflora.

Das Thema „richtiges Wischen“ ist in puncto Vorbeugung ebenfalls von immenser Bedeutung. Damit keine Darmkeime in die Harnröhre und Blase einwandern können, sollte beim Wickeln von Babys, und dann in etwas höherem Alter nach dem Toilettengang, immer von vorne nach hinten gewischt werden.

Das sagt Hebamme Erzsébet Reisinger zur Behandlung von Blasenentzündung bei Babys und Kleinkindern

Hebamme Erzsebet Reisinger

Erzsébet Reisinger

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Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.

In den ersten Lebensmonaten sind mehr Jungs von einer Blasenentzündung betroffen als Mädchen. Häufig kommen männliche Babys mit einer Störung des Harntransports zur Welt. Der Urin kann nicht richtig abfließen, was sie für Entzündungen anfälliger macht. Jenseits des Babyalters sind mehr Mädchen als Jungen betroffen, weil ihre Harnleiter kürzer sind. 

Darmbakterien sind bei älteren Kindern häufig die Ursache für eine Harnwegsinfektion. Bei Babys können auch Bakterien aus anderen Körperregionen über den Blutstrom in die Harnwege einwandern und für eine Blasenentzündung sorgen. Anfälliger für eine Blaseninfektion sind Babys, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind. Ohne die vaginale Geburt bleibt eine natürliche Immuninformation aus, was zu einer abweichenden Darmbesiedelung führt. 

Bei Fieber ohne weitere Symptome sollten Sie immer an eine mögliche Blasenentzündung denken. Manchmal verändert sich auch der Urin. Er riecht strenger, ist trüber oder dunkler. Viele Babys mit einer Blasenentzündung sind möglicherweise unruhig oder apathisch. Sie leiden unter Trinkschwäche und Appetitlosigkeit. Ein Gang zum Arzt ist dringend angeraten. 

Mit homöopathischen Arzneimitteln kann die ärztliche Behandlung einer Harnwegsinfektion begleitet werden. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker darauf an. Stillen ist in den ersten Lebensmonaten der beste Schutz. Regelmäßiges Wechseln der Windeln ist eine weitere Vorsichtsmaßnahme. Da Wegwerfwindeln durch ihren Plastikanteil einen Hitzestau auslösen können, empfehle ich deshalb vermehrt, auf waschbare Windeln umzusteigen. Außerdem hilft, oft Luft an den Po ranzulassen und anstatt Öl und Pflegetücher besser lauwarmes Wasser und pH-hautneutrale Seife verwenden. Das Säubern von vorne nach hinten sind weitere Maßnahmen zur Vorbeugung.

Frau sitzt mit Kaffee am Laptop

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9. Weitere Tipps und Vorbeugung bei Blasenentzündung

Fachapothekerin Sabine Bäumer

Sabine Bäumer

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Sabine Bäumer ist Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie, Homöopathie und Naturheilverfahren, Gesundheitsvorsorge und Prävention aus Karlsruhe.

Man kann selbst einiges tun, um einem Infekt vorzubeugen. Apothekerin Sabine Bäumer gibt hier gute Tipps, die einer Blasenentzündung vorbeugen helfen.

Vorbeugen

Unterkühlung vermeiden: Das Sitzen auf kaltem Untergrund oder kalte Füße können die Abwehrkräfte der Blase schwächen und eine Infektion begünstigen. Nasse oder verschwitzte Kleidung sollte daher so bald wie möglich gewechselt werden. 

Nicht einhalten: Unterdrücken Sie Ihren natürlichen Harndrang nicht. Häufiges Wasserlassen spült die Keime aus der Blase, bevor sie sich vermehren können. Beim Wasserlassen sollten Sie gerade sitzen und eine Anspannung vermeiden. Andernfalls wird die Blase nicht immer vollständig entleert. 

Richtige Toilettenhygiene: Nach dem Stuhlgang ist es wichtig, sich von vorn nach hinten zu reinigen, damit keine Bakterien in die Harnröhre gelangen können. 
    
Beim Waschen nicht übertreiben: Die tägliche Intimhygiene sollte nicht übertrieben werden: Allzu häufiges Waschen sowie die Verwendung von Desinfektionsmitteln, Seife, Intimlotionen oder -sprays greifen den Säureschutzmantel der Haut an und fördern Vaginal- und Blaseninfektionen.

Schnelle Hilfe bei Blasenentzündung     

Viel trinken: Bei einer Blasenentzündung ist die wichtigste Erstmaßnahme, viel zu trinken, um das Durchspülen der Blase zu unterstützen. Spricht aus medizinischen Gründen nichts dagegen, sind etwa2,5 Liter Flüssigkeit am Tag ideal. Anteilig geeignet sind Tees, z.B. mit Hauhechelwurzel oder Goldrutenkraut. Ihre Apotheke berät Sie hierzu. Es gibt auch fertige Teemischungen, die als Blasen- und Nierentee angeboten werden.

Für warme Füße sorgen: Bei den ersten Symptomen einer Blasenentzündung ein ansteigendes Fußbad machen. Dazu in eine große Schüssel, in die beide Füße gut hineinpassen, etwa 33° C warmes Wasser geben. 2 EL Salz und 3 Tropfen Zimtöl hineinrühren. Noch besser ist ein wärmeansteigendes Fußbad, mit kaltem Wasser starten. Gleich die Füße reinsetzen und dann wärmeres Wasser dazulaufen lassen, bis 40° C erreicht sind. Füße noch 10 Minuten im Bad lassen. Dann gut abtrocknen und dicke Socken überstreifen und am besten noch ein wärmendes Öl auftragen.

Ausgewogen ernähren: Eine vitaminreiche Mischkost ist ideal. Scharfe Gewürze und Salz können die Blase reizen. 

Vaginalflora stärken: Hilfreich sind hier Milchsäurebakterien, die die natürliche Schutzflora unterstützen.

Urin ansäuern: Ein gutes Mittel in akuten Fällen, aber auch zur Vermeidung einer Neuinfektion, sind Präparate mit der natürlichen Aminosäure L-Methionin. Sie können den Urin innerhalb des natürlichen pH-Bereichs leicht ansäuern und dadurch die Vermehrung von E.coli Bakterien – den häufigsten Auslösern einer Harnwegsinfektion – verhindern.

Wann zum Arzt? 

  • Wenn Selbsthilfemaßnahmen keine Wirkung zeigen 
  • bei Blut im Urin 
  • bei Schmerzen beim Wasserlassen
  • bei Fieber
Frau mit Blasenentzündung sitzt mit Tasse Tee an der Heizung

Nicht nur heißer Tee, sondern auch warme Füße unterstützen unser Immunsystem bei einer Blasenentzündung.

10. Selbstbeobachtungsbögen zum Download

Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.

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