Heiserkeit: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Autorin
Alexandra Kuhn
·
Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Melanie war erkältet und fühlt sich allmählich insgesamt wieder fit genug, um arbeiten zu gehen. Doch ihre Stimme ist noch komplett weg. Auch ihr Hals fühlt sich noch wund an, das Schlucken tut weh. Da sie als Berufsschullehrerin viel reden muss, überlegt sie, was sie tun kann, um die schmerzhafte Heiserkeit schnell in den Griff zu kriegen. Tun vielleicht Halswickel gut? Oder hilft Homöopathie bei Heiserkeit? Wir geben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zum Thema Heiserkeit und haben zusätzlich wertvolle Experten-Tipps sowie Behandlungsmöglichkeiten für Sie zusammengetragen.
Heiserkeit tritt häufig im Zuge einer Erkältung oder bei überlasteten Stimmbändern auf. Oft kommt dann nur noch schwaches Krächzen aus dem Hals, oder die Stimme geht sogar ganz verloren. Die Beschwerden verschwinden in der Regel nach einigen Tagen . Wichtig dabei: Hat man seine Stimme verloren, sollte das als Zeichen des Körpers ernst genommen und die Stimme eine Zeit lang geschont werden, damit sich die entzündeten Schleimhäute von Rachen oder Kehlkopf regenerieren können. Dann sind auch Flüstern und Räuspern tabu, weil beides der Stimme zusätzlich schadet.
Auch ist Ruhe sowie das Befeuchten der trockenen Schleimhäute durch reichlich Flüssigkeit wichtig. Wird die Heiserkeit zu einem ständigen Begleiter, sollte nach zwei bis drei Wochen das Thema beim Arzt angesprochen werden, um eine chronische Heiserkeit zu vermeiden.
Eine Erkältung oder Kehlkopfentzündung kann zu Heiserkeit führen – dann ist Schonung der Stimme und ausreichend Trinken angebracht.
Wer unter Heiserkeit leidet, hat meist mit folgenden, typischen Symptomen zu tun:
- Der Hals ist kratzig, fühlt sich wund an, die Stimme klingt brüchig oder belegt.
- Im Mund herrscht ein trockenes Gefühl, Räusperzwang und Reizhusten sind möglich.
- Das Schlucken fällt schwer, es kann auch schmerzhaft sein.
- Die Stimmbänder sind stark beansprucht, in der Folge ist das Sprechen unangenehm. Betroffene sind heiser, sprechen leise oder haben zeitweilig gar keine Stimme mehr.
Die Stimmbänder liegen paarig im Inneren des Kehlkopfs in der Mitte des Halses. Ist der Kehlkopf entzündet wird das Sprechen unangenehm. Die Stimme wird heiser.
Woher kommt die plötzliche Heiserkeit? Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlicher Natur sein. Meist sind Heiserkeit und Halskratzen jedoch die typische Konsequenz einer stark beanspruchten Stimme. Gerade bei Menschen, die viel sprechen (müssen), besteht das Risiko, dass in der Folge die Stimmlippen anschwellen und die Schleimhaut in Mund und Rachen austrocknet. Eine trockene Mundschleimhaut wiederum öffnet Keimen Tür und Tor und kann zu einer Erkältung führen, bei denen Viren oder Bakterien (zum Beispiel Streptokokken) sich im Hals festsetzen und dafür sorgen, dass das Sprechen schmerzt und die Stimme belegt klingt. Eine heisere Stimme ohne Erkältung kann auch durch zahlreiche äußere Faktoren hervorgerufen werden. So können trockene Raumluft, Staub, Dämpfe, Nikotin, Alkohol, eine Allergie oder Nebenwirkungen von Medikamenten die Schleimhäute ebenfalls reizen. In manchen Fällen kann Sodbrennen und der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux) das Kehlkopfgewebe schädigen und zu einer andauernden Heiserkeit führen.
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Dr. Joachim Mayer-Brix
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Dr. Joachim Mayer-Brix führt eine eigene HNO-Praxis in Erlangen. Seine Spezialgebiete sind die HNO-Heilkunde und die Phoniatrie-Pädaudiologie mit Abklärung und Therapie auditiver Wahr-nehmungsstörungen (AVWS). Er behandelt bevorzugt mit klassischer Homöopathie und strebt die optimale Verbindung von schulmedizinischer und naturheilkundlicher Behandlung an.
Jeder kennt das: Nach einem Schnupfen oder Halsschmerzen wandern die Schmerzen nach unten und plötzlich wird auch die Stimme heiser. Was ist hier passiert?
Eine akute Erkältung kann sich zunächst in der Nase oder im Rachen entwickeln und dann auf den Kehlkopf übergreifen, was sich mit zunehmenden Schmerzen im unteren Halsbereich, beim Schlucken und mit einer heiseren Stimme bemerkbar macht. Ähnlich wie die Rachenschleimhaut können sich natürlich auch die Kehlkopfschleimhaut und die Stimmbänder entzünden und anschwellen. Dadurch können sie nicht mehr so leicht schwingen, die Stimme wird heiser.
Wann muss ich mit Heiserkeit zum Arzt? Eine Untersuchung ist immer dann notwendig, wenn sich die akuten Erkältungsbeschwerden zusammen mit der Heiserkeit nicht innerhalb kurzer Zeit wieder bessern. Oder eine Heiserkeit auch ohne Erkältung immer wiederkehrt oder von Atemnot begleitet wird.
Die Untersuchung
Der Kehlkopf liegt tief unten im Hals, daher kann nur ein HNO-Arzt den Kehlkopf und die Stimmbänder tatsächlich sehen und beurteilen. Der HNO-Arzt untersucht mit dünnen Optiken (Endoskopen) dann den gesamten Rachen, nach oben den Nasenrachen, nach unten den Mundrachen und den Kehlkopf. Nur so kann man tatsächlich beurteilen, welche Erkrankung vorliegt. Zusätzlich kann man die Stimme anhand des Klanges beurteilen und auch Messungen zur Stimmfunktion vornehmen, bei der unter anderem die Reinheit und Belastbarkeit der Stimme geprüft werden.
Bei der Untersuchung tastet der Arzt in der Regel zunächst den Kehlkopf und die Stimmbänder ab. Wenn sie geschwollen sind, kann eine Kehlkopfentzündung dahinterstecken.
Die Diagnose
- Der HNO-Arzt stellt die Diagnose anhand der typischen Beschwerden wie Heiserkeit, Druckgefühl im Kehlkopf, mangelnder Stimmbelastbarkeit oder Räusperzwang und der Untersuchung des Kehlkopfes. Für andere Ärzte oder Heilpraktiker sind vor allem die Krankengeschichte und die Symptome ein Hinweis auf eine Kehlkopfentzündung.
- Bei der Kehlkopfendoskopie geht der HNO-Arzt bei einer Rötung und Schwellung der Schleimhaut zusammen mit einer Heiserkeit von einer akuten Kehlkopfentzündung aus.
- Ist die Stimme aber heiser ohne eine typische Rötung, dann muss man genauer untersuchen, wie die Stimmbänder schwingen und auch konkret nachsehen, ob es Veränderungen an den Stimmbändern gibt.
Die Abgrenzung
Kann Heiserkeit gefährlich werden? Eine Heiserkeit, besonders wenn sie ohne Erkältungszeichen auftritt, ist immer ein Alarmsignal und muss unbedingt von einem HNO-Arzt abgeklärt werden. Meistens sind die Ursachen einer Heiserkeit harmlos, soweit keine anderen zugrundeliegenden Erkrankungen bestehen..
Neben einer akuten Erkältung können folgende Ursachen zu einer Heiserkeit führen:
- Überanstrengung der Stimme im Beruf, zum Beispiel bei Lehrern oder Sängern
- Veränderungen der Stimmbänder wie Stimmbandknötchen oder Zysten der Stimmbänder
- zu häufiges Rauchen und Alkoholkonsum
- Magenbeschwerden mit Sodbrennen und Aufstoßen von Säure (Reflux)
- Einnahme von Atemsprays mit Cortison, zum Beispiel bei Asthma
- hormonelle Veränderungen, wie Stimmbruch oder Wechseljahre
Ob Stimmband- und Kehlkopfveränderungen vorliegen, ist ärztlich abzuklären.
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Dr. Joachim Mayer-Brix
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Dr. Joachim Mayer-Brix führt eine eigene HNO-Praxis in Erlangen. Seine Spezialgebiete sind die HNO-Heilkunde und die Phoniatrie-Pädaudiologie mit Abklärung und Therapie auditiver Wahr-nehmungsstörungen (AVWS). Er behandelt bevorzugt mit klassischer Homöopathie und strebt die optimale Verbindung von schulmedizinischer und naturheilkundlicher Behandlung an.
Eine häufig gestellte Frage ist: Wie lange dauert die Heiserkeit? In der Regel geht sie nach ein paar Tagen wieder vorbei. Hält sie aber länger als drei Wochen an, sollte man das ärztlich abklären lassen.
Der Verlauf
Da eine Heiserkeit verschiedene Ursachen haben kann, muss man für den Heilungsverlauf genau unterscheiden.
Die Prognose
Akute Ursachen
Bei einer erkältungsbedingten Heiserkeit wird diese innerhalb weniger Tage abklingen. Sehr wichtig ist allerdings, mit einer heiseren Stimme möglichst nicht zu sprechen, denn das kann den Heilungsprozess verlängern. Die Prognose ist aber sehr gut.
Chronische Ursachen
Liegt eine chronische Reizung der Stimmbänder vor oder haben sich schon organische Veränderungen ergeben, wie zum Beispiel Stimmbandknötchen, dann muss die Behandlung längere Zeit erfolgen und erfordert Geduld.
- Es wäre sehr wichtig, das Rauchen einzustellen, was aber naturgemäß nicht einfach ist. Ebenso muss eine beruflich bedingte Stimmbelastung vermieden werden.
- Liegt die Ursache in Allergien, Medikamenten wie Asthma-Sprays oder einem Reflux aus dem Magen, dann sind diese Beschwerden zu behandeln.
- In der Regel ist die Aussicht auf Heilung gut, sie erfordert aber Zeit.
Die Komplikationen
Komplikationen sind glücklicherweise bei einer Heiserkeit selten, da sich schon kleine Veränderungen an den Stimmbändern zeitig bemerkbar machen. Um schwerwiegende Ursachen auszuschließen, ist eine ärztliche Untersuchung dennoch wichtig.
Rechtlicher Hinweis: Heilpraktikern ist die Behandlung von meldepflichtigen Erkrankungen grundsätzlich nicht erlaubt. Sind beispielsweise ein Scharlach oder eine Diphtherie für die Heiserkeit verantwortlich, müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Heiserkeit natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- In welchem Zusammenhang begann die Heiserkeit bei Ihnen? Waren Sie beispielsweise erkältet, oder mussten Sie Ihre Stimme außergewöhnlich strapazieren? Im Falle einer Erkältung: Mit welchen Symptomen geht diese ansonsten noch einher? Haben Sie Halsschmerzen, Husten, Schnupfen, Fieber?
- Gibt es Umstände, die den Grad Ihrer Heiserkeit verstärken oder abmildern? Hilft beispielsweise Trinken von warmen oder kalten Getränken? Verschlimmert oder bessert sich die Heiserkeit durch Reden?
- Sollten Sie neben der Heiserkeit noch andere Symptome haben, sind diese möglichst genau zu beschreiben. Beispielsweise, wie ist der Schnupfen beschaffen? Wodurch wird Husten ausgelöst, handelt es sich um einen trockenen Husten oder haben Sie Auswurf? Welcher Art sind die Halsschmerzen – stechend, brennend, reißend usw.? Leider Sie unter Sodbrennen?
- Darüber hinaus möchte der Homöopath auch alle weiteren Beschwerden erfahren, die mit der Heiserkeit verbunden sind. Er möchte von Ihnen wissen, ob beispielsweise Schlaf, Appetit oder Durst verändert sind, wie Ihr Energiehaushalt ist, ob Sie unter übermäßigem Schwitzen leiden und so weiter.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Was verschlimmert Heiserkeit? Was tun bei Heiserkeit und Stimmverlust? Die Behandlung der Heiserkeit richtet sich in erster Linie nach der zugrunde liegenden Krankheit. In „einfachen“ und unkomplizierten Fällen von Heiserkeit, wenn also nicht etwa Stimmbandknötchen, Säurerückfluss aus dem Magen etc. vorliegen, kann man sich auch mit Hausmitteln selbst helfen.
- Eine erste Maßnahme ist immer, die Stimme zu schonen. Flüstern ist dabei übrigens nicht hilfreich.
- Das Rauchen (auch der Mitbewohner) sollte eingestellt werden, weil es die Heiserkeit verschlimmern kann.
- Achten Sie auf reichliche Flüssigkeitszufuhr.
- Feuchten Sie die Raumluft an.
- Lutschen Sie Kräuterbonbons.
- Aus der Naturheilkunde bewährt hat sich Ingwertee, auch Salbei wirkt oft wohltuend.
- Manchen Menschen helfen Halswickel mit Zwiebeln, Quark, Kartoffeln oder Heilerde.
- In der Homöopathie gibt es zahlreiche Arzneimittel, die bei Heiserkeit zum Einsatz kommen können. Die Wahl des am besten passenden Mittels erfolgt auf der Grundlage der individuellen Symptome des Kranken. Dabei wird auch eine etwaige auslösende Krankheit berücksichtigt, sodass sich im Idealfall die Behandlung gleichzeitig gegen die Heiserkeit, aber auch gegen die Grunderkrankung richtet. Wichtig ist hierbei aber, dass womöglich notwendige konventionelle Maßnahmen wie Medikamente oder Operationen nicht unterbleiben dürfen.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthritis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Die Gründe für Heiserkeit reichen von harmlos bis zu schwerwiegenden Krankheiten. In vielen Fällen können homöopathische Arzneimittel helfen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt diesbezüglich beraten, ob eine homöopathische Behandlung für Ihr Kind in Frage kommt.
Typische Symptome
Wenn sich die Stimme Ihres Kindes nur leiser anhört und Sie keine weiteren Symptome feststellen können, dann hat Ihr Kind wahrscheinlich nur seine Stimmbänder durch viel Reden, Singen oder lautes Schreien (bei Babys) überanstrengt. Heiserkeit kann aber auch ein Symptom für verschiedene Krankheiten sein. Am häufigsten tritt die Stimmveränderung bei Erkältungen auf. Die Stimme hört sich dann belegt oder kratzig an, und das Sprechen ist schmerzhaft. Außerdem treten noch die typischen Erkältungssymptome wie zum Beispiel Schnupfen und Husten auf.
Heiserkeit kann auch ein Vorbote für einen Pseudokrupp sein. Bevor bei der virusbedingten Infektionskrankheit der typisch trockene, bellende Husten einsetzt, klagen viele Kinder über Heiserkeit. Als Folge kann ein nächtlicher Pseudo-Krupp-Anfall auftreten. In der Regel kann der Pseudokrupp-Husten durchaus mehrere Wochen andauern. Eine frühzeitige ärztliche Untersuchung sollte unbedingt erfolgen. Zur Gefahr kann er nur werden, wenn die Atemwege zuschwellen und es zur Atemnot kommt oder das Kind bläulich anläuft (Notarzt rufen!). Je jünger die Kinder sind, umso aufmerksamer sollten Eltern sein und rechtzeitig einen Arzt aufsuchen.
Babys können unter Heiserkeit leiden, wenn sie sehr lange und viel Schreien, wie zum Beispiel beim Zahnen.
Eine weitere Ursache kann ein Hefepilzbefall (Soor) im Mundraum sein. Die weißen Flecken in der Wageninnenseite können sich so weit ausbreiten, dass auch die Stimmbänder betroffen sind, was dann zu Heiserkeit führen kann.
Bei Babys wie auch älteren Kindern sollte bei anhaltender Heiserkeit ohne weitere Symptome eine ärztliche Untersuchung erfolgen, ob beispielsweise Veränderungen an den Stimmlippen die Ursache sind.
Auch eine Schilddrüsenunterfunktion könnte als Grund in Frage kommen, was mittels Blutuntersuchung festgestellt wird.
Eine Heiserkeit bei Kindern muss keine ernste Sache sein. Aber wenn die Stimme nach einer Woche nicht wieder normal klingt, sollte ein Arzt den kleinen Patienten untersuchen.
Was tun bei Heiserkeit?
In den meisten Fällen klingt die Heiserkeit nach ein paar Tage von selbst ab, meist zusammen mit den weiteren Erkältungssymptomen. Je nach Ursache können homöopathische Arzneimittel und bewährte Hausmittel helfen.
- Das beste Mittel gegen Heiserkeit ist, dass das Kind seine Stimme schont. Es sollte so wenig wie möglich sprechen. Auf keinen Fall flüstern, denn das strengt die Stimmbänder noch mehr an.
- Wärme tut dem kleinen Hals gut. Ein warmer Schal oder ein Wickel aus gekochten und zerstampften Kartoffeln wirkt schmerzlindernd.
- Lutschtabletten mit Emser-Salz, Isländisch Moos oder Salbei beruhigen die Schleimhäute und fördern die Speichelbildung.
- Lauwarme Getränke regen die Durchblutung an. Milch mit Honig ist sehr beliebt bei Kindern, eignet sich aber erst ab einem Alter von einem Jahr. Da es bei Heiserkeit wichtig ist, dass ausreichend getrunken wird, sollten Kräutertees angeboten werden.
- Ein eher feuchtes Raumklima, frische Luft und eine rauchfreie Umgebung sind weitere Maßnahmen zur Linderung.
Behandlung durch den Arzt
Ein Arztbesuch ist unter folgenden Umständen notwendig:
- wenn die Heiserkeit ohne weitere Symptome länger als eine Woche anhält
- bei weißen Flecken in der Wangeninnenseite
- wenn die Schmerzen stark sind
- bei hohem Fieber
- bei akuter Atemnot
Im Allgemeinen schaut sich der Kinderarzt zunächst die Zunge an und checkt zudem, ob sich auf der Wangeninnenseite weiße Flecken befinden.
Das sagt Hebamme Erzsébet Reisinger zur Behandlung von Heiserkeit bei Babys und Kleinkindern
Erzsébet Reisinger
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Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.
Babys können genauso unter Heiserkeit leiden wie größere Kinder. Ihr Weinen und Schreien hört sich dann etwas leiser und kratziger an. Am häufigsten führt bei Babys anhaltendes lautes Schreien zu Heiserkeit. Gründe für das Schreien können vielfältig sein: Hunger, Durst, Schmerzen, Müdigkeit, Überreiztheit oder Langeweile. Manche Babys bekommen dann vor lauter Anstrengung einen roten, heißen Kopf. Solange Sie keine weiteren Symptome feststellen, wie zum Beispiel eine erhöhte Körpertemperatur oder Fieber, besteht kein Handlungsbedarf. Versuchen Sie, Ihr Baby zu beruhigen. Wenden Sie den Fliegergriff an oder nehmen Sie Ihr Baby in die Arme und klopfen ihm beruhigend auf den Rücken.
Heiserkeit kann beim Baby auch ein Vorbote für eine Erkältung sein. Leichtes Fieber, Husten und Schnupfen können dann hinzukommen. Bleiben die typischen Erkältungssymptome aus, könnte auch eine Soor-Infektion der Grund für die Heiserkeit sein. Der Pilz befällt die Mundschleimhäute und kann sich im Rachen so weit ausbreiten, dass auch die Stimmbänder betroffen sind. Soor ist mit seinen typischen weißen Flecken in der Wageninnenseite leicht zu erkennen.
Was tun, wenn das Baby heiser ist?
- Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie bei Ihrem Baby Fieber, Soor, Abgeschlagenheit oder eine Trinkschwäche bemerken. Sprechen Sie Ihren Kinderarzt oder Heilpraktiker auf eine mögliche homöopathische Behandlung an. In vielen Fällen sind homöopathische Arzneimittel auch bei Babys gut anzuwenden.
- Als Eltern können Sie dafür sorgen, dass Ihr Baby so wenig wie möglich weint und schreit. Es ist das beste Mittel, seine Stimmbänder zu schonen.
- Viel Trinken hilft, um die Schleimhäute feucht zu halten. Babys, die gestillt werden, dürfen häufiger angelegt werden.
- Frische Luft und ein feuchtes Raumklima sind außerdem wohltuend für Babys gereizten Hals.
Wenn ein Kind heiser ist, sollte es viel trinken – am besten Tee. Die Wärme tut dem Rachen gut, und die Flüssigkeit hält die Schleimhäute feucht.
Hartmut Pensel
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Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Schwerpunkt Diabetes, Homoöpathie und Naturheilverfahren, Heilpraktiker und Experte in biologischer Medizin (Universität Mailand). Er ist Eigentümer von vier Apotheken in Lichtenfels und Bad Staffelstein.
Heiserkeit tritt oft bei einfachen Erkältungskrankheiten auf. Die Stimme wirkt dann rau und brüchig, das Sprechen strengt an und kann teilweise mit Schmerzen verbunden sein. Mit den richtigen Mitteln erhält man in der Regel recht schnell seine Stimme wieder.
Vorbeugen
- Mit einer guten Befeuchtung der Stimmbänder können Sie einer Heiserkeit vorbeugen. Warme Getränke sind optimal.
- Halten Sie die Raumluft (vor allem im Winter) feucht. Trockene Luft ist Gift für die Atemwege, da sie Feuchtigkeit benötigen.
- Rauchen ist Gift für die Stimme und die Atemwege.
- Singen Sie regelmäßig – das hält die Stimme geschmeidig.
- Stärken Sie Ihr Immunsystem, so schützen Sie sich vor einer Erkältung und einer daraus resultierenden Heiserkeit.
Tipps bei Heiserkeit
Stimme schonen
Ein bis zwei Tage seine Stimme zu schonen, ist bei akuter Heiserkeit sinnvoll. Auf keinen Fall flüstern! Denn beim Flüstern werden die Stimmlippen besonders beansprucht und viel Kraft verwendet.
Hals und Stimmbänder befeuchten
Das lässt sich zum Beispiel über Lutschpräparate erreichen, die beispielsweise mit Hyaluronsäure sehr gut befeuchten. Lutschtabletten oder zuckerfreie Bonbons mit Salbei wirken antientzündlich.
Gurgeln
Erwachsene setzen einen Salbeitee an, lassen Sie ihn auf Zimmertemperatur abkühlen und verwenden Sie ihn als Gurgellösung. Das wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und befeuchtend.
Halswickel
Sie sind beliebte Mittel aus der natürlichen Hausapotheke. Für einen Quarkwickel ein Tuch dick mit Magerquark (der Quark sollte nicht kalt aus dem Kühlschrank kommen, sondern Zimmertemperatur haben) bestreichen. Das Tuch dann einschlagen, sodass sich der Quark im Inneren befindet. Um den Hals legen und circa 15 Minuten wirken lassen.
Alternativ kann man auch einen Zitronenwickel machen. Dazu drei Scheiben einer frischen Zitrone nebeneinander auf Küchenkrepp legen und einwickeln. Dieses dann auf den Hals auflegen und mit einem Schal, Halstuch oder Küchentuch locker um den Hals binden. 20 bis 30 Minuten wirken lassen. Wenn man die Wickel gut verträgt, kann man sie ohne Probleme mehrmals an einem Tag auflegen. Vorsicht: Wer auf Zitrusfrüchte allergisch reagiert, sollte natürlich keinen Zitronenwickel machen.
Ausreichend trinken
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist auch bei akuter Heiserkeit wichtig. Trinken Sie beispielsweise eine heiße Zitrone mit Honig oder warme Milch mit Honig. Der Honig wirkt zusätzlich angenehm schmierend, ist jedoch für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet.
Salbeitee gurgeln – eine Wohltat für den wunden Hals und die Stimmbänder. Die Inhaltsstoffe wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.
Wann zum Arzt?
Wenn die Heiserkeit länger andauert, sehr schmerzhaft ist, sollten Sie das in jedem Fall ärztlich abklären lassen.
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