Mandelentzündung: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Autorin
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Wegen ein bisschen Halsweh will sich Ulla bei der Arbeit nicht gleich krank melden. Doch schon in der Mittagspause fühlt sie sich überhaupt nicht mehr gut. Sie ist müde, schlapp und das Schlucken tut ihr weh. Am Abend bekommt sie zusätzlich Fieber, und ihr Hals brennt schmerzhaft. Offensichtlich hat es sie etwas heftiger erwischt. Doch was tun? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Mandelentzündung und beantworten häufig gestellte Fragen wie: „Woran erkenne ich eine Mandelentzündung? Wie kann man sie behandeln und hilft Homöopathie bei Mandelentzündung? Zudem haben wir wertvolle Experten-Tipps für Sie zusammengetragen.
Viren und Bakterien dringen über Nase und Mund in den Körper ein. Die Aufgabe der Mandeln ist es, solche Erreger abzuwehren, bevor sie sich im Körper weiter ausbreiten und dort Infektionen auslösen können. Nehmen Viren oder Bakterien überhand, können sie sich im Rachenraum stark vermehren. Das führt zu einer Entzündung und zum Anschwellen des Gewebes.
Typische Symptome einer Mandelentzündung (medizinisch Tonsillitis oder Angina tonsillaris) sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. Die Mandeln sind gerötet, manchmal bildet sich Eiter auf den Mandeln. Die Lymphknoten im Hals- und Kieferbereich können geschwollen sein.
Die Erreger einer Mandelentzündung werden über Tröpfcheninfektion übertragen. In den meisten Fällen sind Erkältungsviren die Auslöser, seltener sind Bakterien die Ursache. Die Ansteckungsgefahr ist vor allem in den ersten Tagen sehr hoch. Erkrankte sollten deshalb unbedingt zu Hause bleiben, Kinder nicht in die Schule oder in den Kindergarten gehen.
In der Regel ist eine akute Tonsillitis nach ein bis zwei Wochen überstanden. Kinder und Jugendliche erkranken sehr viel häufiger an einer Mandelentzündung als Erwachsene.
Eine Mandelentzündung zeigt sich mit starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Zudem sind die Mandeln in der Regel gerötet und die Lymphknoten im Halsbereich geschwollen.
Welche Symptome habe ich bei einer Mandelentzündung? Die häufigsten Symptome einer Mandelentzündung sind Schluckbeschwerden und Halsschmerzen. Diese können bis in die Ohren und den Kiefer ausstrahlen. Die Mandeln sind angeschwollen und gerötet, oft mit gelblichem, eitrigem Belag bedeckt. Bei einer Infektion durch Viren tritt die Mandelentzündung meistens zusammen mit Erkältungssymptomen auf.
Weitere Anzeichen einer Mandelentzündung sind:
· Rötung der Rachenwand
· vergrößerte und schmerzende Lymphknoten am Hals und Kiefer
· unangenehmer Mundgeruch
· Abgeschlagenheit und Müdigkeit
· Fieber über 38° C
· bei Kindern: Bauchschmerzen und Erbrechen
Man kann mit homöopathischen Arzneimitteln die körpereigenen Selbstheilungskräfte unterstützen – am besten gleich bei den ersten Krankheitszeichen wie Halskratzen anwenden – holen Sie dazu den Rat Ihres behandelnden Therapeuten oder Apothekers ein. Auch bei typischen Symptomen wie Rötung und Entzündung im Hals, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Schwellungen und Schmerzen im Rachenkann Homöopathie unterstützen.
So sehen entzündete Mandeln aus; wie hier bei einem 10-jährigen Jungen. Die Mandeln sind ein schwammartiges Lymphgewebe auf beiden Seiten des hinteren Teils des Mundes. Sie produzieren Antikörper und fangen Erreger ab.
Woher bekommt man eine Mandelentzündung? Infektionen mit Erkältungs- oder Grippeviren sind die häufigsten Ursachen einer Mandelentzündung oder Tonsillitis. Auch Bakterien, beispielsweise Streptokokken, Pneumokokken oder Hämophilus influenzae können Auslöser sein. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Sprechen oder Niesen sowie durch Berühren kontaminierter Flächen wie Türklinken, Tastaturen oder beim Händeschütteln (Schmierinfektion). Gelangen die Erreger auf die Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum, können sie sich dort vermehren und die Mandelentzündung auslösen.
Eine Tonsillitis kann auch Begleitsymptom bei verschiedenen Erkrankungen sein: Beim Pfeifferschen Drüsenfieber entzünden sich die Mandeln, ebenso bei einer (inzwischen sehr seltenen) Diphtherie. Auch bei einer Scharlach-Infektion können sich die Mandeln entzünden. Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe können ebenfalls zusammen mit einer Mandelentzündung auftreten.
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Dr. Joachim Mayer-Brix
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Dr. Joachim Mayer-Brix führt eine eigene HNO-Praxis in Erlangen. Seine Spezialgebiete sind die HNO-Heilkunde und die Phoniatrie-Pädaudiologie mit Abklärung und Therapie auditiver Wahr-nehmungsstörungen (AVWS). Er behandelt bevorzugt mit klassischer Homöopathie und strebt die optimale Verbindung von schulmedizinischer und naturheilkundlicher Behandlung an.
Die Untersuchung
- Der Behandler kann eine Angina durch eine Untersuchung mit Lampe und Mundspatel leicht erkennen. Die Mandeln sind meistens gerötet, geschwollen oder auch eitrig belegt.
- Häufig sind auch eine kloßige Stimme, starke Schluckbeschwerden und ein eitriger Mundgeruch zu bemerken.
- Die Halslymphknoten können stark geschwollen und schmerzhaft sein. Diese kann man beidseits am Hals im Kieferwinkel ertasten.
Der Arzt nimmt einen flachen Holzspatel zur Hilfe, um damit die Zunge herunterzudrücken und einen freien Blick auf die Mandeln zu haben. Oft wird anschließend ein Abstrich genommen, um die Erreger zu bestimmen.
Die Diagnose
- Die Diagnose ist bei einer Angina relativ einfach, wenn die typischen Beschwerden von Halsschmerzen, kloßiger Stimme, Schluckbeschwerden und Fieber vorliegen.
- In der Regel erfolgt die Diagnose Angina als „Blickdiagnose“. Zusätzlich kann man aber über die Bestimmung von Entzündungswerten im Labor (CRP Wert, Leukozyten) noch zwischen einer virusbedingten Angina und einer bakteriellen Angina unterscheiden. Eine sichere Differentialdiagnose ist aber auch hier nur durch einen Rachenabstrich möglich.
- Ein Abstrich kann hilfreich sein, dauert jedoch mehrere Tage bis zum Ergebnis. Für die Bestimmung von Streptokokken gibt es auch Schnellabstriche.
- Im Labor können auch weitere Ursacheneiner Angina, wie zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber, genau diagnostiziert werden.
- Wichtig ist es natürlich, immer auch an Komplikationen, wie einen Abszess im Hals oder sonstige Erkrankungen der Mandeln zu denken und abzuklären
Die Abgrenzung
In der Praxis gibt es glücklicherweise meistens eher harmlose Formen der Mandelentzündung, die natürlich trotzdem sehr schmerzhaft sein können.
- Die häufigste Mandelentzündung ist durch Viren bedingt und begleitet eine Erkältung oder Rachenentzündung. Meistens sind hier noch andere Erkältungszeichen wie Schnupfen oder Husten vorhanden.
- Seltener, ist die Streptokokkenangina, bei der ein starkes Engegefühl mit Schluckschmerzen auftritt und die Mandeln tiefrot oder sogar eitrig belegt sind.
- Daneben muss der Arzt auch an das sogenannte Pfeiffersche Drüsenfieber denken, bei dem auch ein starkes Krankheitsgefühl bestehen kann und die Mandeln dicke weiße Beläge aufweisen können. Typisch sind dabei weniger starke Schluckbeschwerden, aber ein allgemein starkes Krankheitsgefühl und stark geschwollene Lymphknoten am Hals.
- Tatsächlich unterscheiden kann man diese beiden Formen einer Angina nur anhand der Blutwerte sowie dem Rachenabstrich.
- Glücklicherweise selten ist ein Abszess im Hals, siehe Komplikationen.
Über unseren Expertenfinder finden Sie schnell Homöopathie-erfahrene Behandler und Apotheken in Ihrer Nähe.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Der Verlauf
Zu den Halsschmerzen gesellen sich Schluckbeschwerden, geschwollene und schmerzhafte Halslymphknoten und Mundgeruch. Es kommt zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit, meist auch zu Appetitlosigkeit. Andere Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen können begleitend auftreten.
Wie lange hat man eine Mandelentzündung? Eine unkomplizierte Mandelentzündung heilt innerhalb weniger Tage, spätestens nach zwei Wochen, ab.
Die Prognose
Die Prognose ist somit auch entsprechend gut. Aber wann muss ich mit einer Mandelentzündung zum Arzt? Sollte die Erkrankung länger bestehen und sich keine Heilungstendenz zeigen, sollten sich anhaltend hohes Fieber oder eine ausgeprägte Erschöpfung oder starkes Krankheitsgefühl einstellen, sollten Sie zur Sicherheit einen Behandler aufsuchen.
Die Komplikationen
Die häufigste Komplikation der Mandelentzündung ist die Entstehung eines Abszesses, also einer Vereiterung, die sich meist nur auf einer Seite zeigt. Die Mandelentzündung kann sich auf das Ohr ausdehnen und zu einer (meist einseitigen) Mittelohrentzündung führen. Bestimmte Erreger (Streptokokken) neigen dazu, im Zuge einer Tonsillitis oder Angina auch andere Organe zu befallen und ein sogenanntes „rheumatisches Fieber“ auszulösen. Es kann dann zu Entzündungen der Gelenke, aber auch der Herzklappen und des Herzmuskels kommen. Erste Anzeichen für drohende Komplikationen können sein:
• plötzlich ansteigendes, hohes Fieber
• Entstehung heftiger, meist einseitiger und vom Schlucken abhängiger Halsschmerzen
• plötzlich auftretendes starkes Krankheitsgefühl
• ausgeprägte Abgeschlagenheit
Rechtlicher Hinweis: Heilpraktikern ist die Behandlung von meldepflichtigen Erkrankungen grundsätzlich nicht erlaubt. Sind beispielsweise ein Scharlach oder eine Diphtherie für Halsschmerzen verantwortlich, müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Mandelentzündung natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Kennen Sie einen möglichen Auslöser für die Mandelentzündung?
- Beschreiben Sie den bisherigen Verlauf der Erkrankung möglichst genau: Wann und wie war der Beginn, welche Symptome erschienen in welcher Reihenfolge, welche Seite ist beziehungsweise war zuerst betroffen?
- Falls Sie Halsschmerzen haben: Können Sie die Art des Schmerzes genauer beschreiben? Ist es ein stechender, kratzender, wunder, brennender, reißender oder anders zu beschreibender Schmerz? Wo genau verspüren Sie die Schmerzen? Erstrecken sie sich von dort auch noch zu anderen Stellen (zum Beispiel zum Ohr)? Was verschlechtert, was lindert die Halsschmerzen? Denken Sie zum Beispiel an Schlucken, aber auch an mögliche Unterschiede (Schlucken von Speichel, von Flüssigkeit, von festen Speisen). Macht es einen Unterschied, ob Sie Kaltes oder Warmes schlucken? Schmerzt der Hals, wenn Sie ihn von außen abtasten? Verstärkt Sprechen die Schmerzen oder ist der Klang der Stimme verändert?
- Ist Ihr Befinden womöglich zu bestimmten Tageszeiten besser oder schlechter? Haben Sie neben den Halsschmerzen noch weitere Beschwerden, zum Beispiel Speichelfluss, Schnupfen, Husten, Heiserkeit? Haben Sie Fieber oder Kopfschmerzen? Wie ist das Allgemeinbefinden? Ist der Durst verändert? Fallen Ihnen noch weitere, hier nicht genannte Beschwerden ein, die seit Beginn der Mandelentzündung aufgetreten sind?
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden indirekt zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Dr. Joachim Mayer-Brix
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Dr. Joachim Mayer-Brix führt eine eigene HNO-Praxis in Erlangen. Seine Spezialgebiete sind die HNO-Heilkunde und die Phoniatrie-Pädaudiologie mit Abklärung und Therapie auditiver Wahr-nehmungsstörungen (AVWS). Er behandelt bevorzugt mit klassischer Homöopathie und strebt die optimale Verbindung von schulmedizinischer und naturheilkundlicher Behandlung an.
Kann man eine Mandelentzündung selbst behandeln? Da die Mandeln im Hals gut zugänglich sind, kann man sie auch mit Hausmitteln gut behandeln.
Akute virale oder bakterielle Angina
Was tun gegen Mandelentzündung?
- Bei der akuten viralen Angina im Rahmen eines allgemeinen Infektes kann man mit Gurgelmitteln wie Salbeitee, Schmerzmitteln oder Rachensprays behandeln. Auch Vitamin C und Ingwer können sehr hilfreich sein.
- Klassische Homöopathie kann bei Angina unterstützen. Hier muss der/die erfahrene homöopathische Behandler/in anhand der Beschwerden ein passendes homöopathisches Mittel auswählen.
- Auch bei einer bakteriellen Angina kann ein homöopathisches Mittel eingesetzt werden. Wichtig ist auch hier, dass es treffend ausgesucht ist.
Bei starken Beschwerden können Antibiotika notwendig werden. Sie werden aber heutzutage zurückhaltend verordnet. Hier ist es wichtig zu wissen, dass die allermeisten (bis zu 90%) der Mandelentzündungen durch Viren ausgelöst werden, und Antibiotika in diesen Fällen nicht wirken.
Chronische Mandelentzündung
Kommen Mandelentzündungen immer wieder oder bleiben sie ständig aktiv mit dauernden Halsschmerzen oder Absonderungen auf den Mandeln (sogenannte Mandelsteine), dann versucht man zunächst folgende Behandlungen:
- Regelmäßiges Absaugen der Mandeln und Entfernung der Mandelsteine
- Stärkung des allgemeinen Immunsystems mit Vitamin C, Vitamin D und Spurenelementen wie Zink und Selen
- Bei wiederholten Anginen ist die Auswahl eines homöopathischen Mittels durch einen Therapeuten anhand der individuellen Symptome hilfreich.
- Einsatz eines homöopathischen Komplexmittels oder pflanzlicher Mittel ist nach Absprache mit dem Therapeuten möglich
- Sind die Vernarbungen und Nischen in der Mandel zu ausgeprägt oder helfen obige Behandlungen nicht, entscheidet der Arzt über weitere Maßnahmen.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthritis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
In den ersten Lebensjahren leiden viele Kinder immer wieder unter Mandelentzündungen. Das Immunsystem befindet sich noch in der Lernphase. Die Mandeln als wichtiger Teil des Immunsystem stehen an vorderster Front und haben richtig viel zu tun, da sie eindringende Erreger, meist Viren, abschirmen. In vielen Fällen können homöopathische Arzneimittel helfen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt diesbezüglich beraten, ob eine homöopathische Behandlung für Ihr Kind in Frage kommt.
Wie erkennt man eine Mandelentzündung bei Kindern?
Eine akute Entzündung der Mandeln (Angina tonsillaris oder nur kurz Angina) ist schnell erkannt:
- Der Rachenraum und die Mandeln sind rot und geschwollen. Die Lymphknoten am Kiefer und Hals sind vergrößert, und das Schlucken fällt schwer. Viele Kinder beschreiben den Schmerz mit den Worten: „Brennt wie Feuer“. Kleinere Kinder klagen am Anfang auch über Bauchschmerzen. Viel schwieriger ist die Unterscheidung, ob Viren oder Bakterien die Infektion ausgelöst haben.
- In den meisten Fällen sind es Erkältungsviren, die für eine Mandelentzündung verantwortlich sind. Die Schluckbeschwerden werden dann von weiteren Symptomen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Schnupfen, Husten und leichtem Fieber, begleitet.
- Gelblich-eitrige Beläge, sogenannte Stippchen auf den Mandeln, können ein Hinweis auf eine von Bakterien ausgelöste Entzündung sein. Allerdings treten beim Pfeifferschen Drüsenfieber, einer Virusinfektion, ähnliche Beläge auf. Diese Erkrankung – auch als „kissing disease“ bezeichnet, tritt typischerweise bei älteren Kindern auf. Der Name kommt daher, dass das EBV-Virus (Epstein-Barr-Virus), welches das Pfeifferische Drüsenfieber auslöst, vor allem über Schmierinfektionen übertragen wird - man tauscht die Viren also häufig beim Küssen aus.
- Generell kann eine virale Infektion von einer bakteriellen abgelöst werden, was als Superinfektion bezeichnet wird. Genauer gesagt ist eine Superinfektion ein bakterieller Infekt, der sich auf einen viralen draufsetzt, ihn also nicht ablöst. Eine genaue Abklärung ist nur durch einen Abstrich bei einem Arzt möglich und bei belegten Mandeln angeraten.
- Starke Halsschmerzen und innerhalb weniger Stunden hohes Fieber sind ein weiteres Indiz für eine bakterielle Infektion. Durch die eitrigen Beläge entwickelt sich nach zwei Tagen ein süßlich, übelriechender Mundgeruch. In den meisten Fällen sind Streptokokken am Werk. Kommt noch ein Hautausschlag hinzu, hat man es mit einer Sonderform der Streptokokken-Angina zu tun, dem Scharlach. In diesen Fällen ist ärztliche Behandlung dringend nötig, da sonst die Gefahr von Folgekrankheiten wie einem Rheumatischem Fieber, späteren Herzklappenschäden oder einer Nierenentzündung besteht.
Sag mal „aah“! Wenn der Mund weit offen steht, kann die Kinderärztin mit einem Holzspatel die Zunge sanft nach unten drücken und die Mandeln der kleinen Patienten betrachten.
Ist eine Mandelentzündung ansteckend?
Wenn Viren die Ursache für eine akute Mandelentzündung sind, können die Erreger durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen und Husten, andere Familienmitglieder schnell anstecken. Strikte Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und Abstandhalten senken das Risiko einer Übertragung. Auch sollten keine Gläser, Trinkflaschen und Zahnbürsten von Familienmitgliedern geteilt werden.
Was tun bei einer Mandelentzündung bei Kindern?
Eine Mandelentzündung im Rahmen einer Erkältung heilt relativ rasch ab – homöopathische Arzneimittel können hier eingesetzt werden. Bewährte Hausmittel können die Schmerzen lindern, die Heilung fördern und das Immunsystem unterstützen.
- Wenn die kleinen Patienten schon gurgeln können, dann ist das Gurgeln mit Salzwasser ein gutes Mittel bei milden und leichten Mandelentzündungen. Auf eine Tasse lauwarmes Wasser kommt ein Teelöffel Salz. Alle ein bis zwei Stunden kann auch mit Salbei- und Kamillentee gegurgelt werden. Bei eitrigen Verläufen sollte allerdings auf das Gurgeln verzichtet werden. Durch die mechanische Beanspruchung könnten Keime verschleppt werden. Salzpastillen aus der Apotheke haben eine ähnliche Wirkung. Sie beruhigen die Schleimhäute und fördern die Speichelbildung.
- e nach Vorlieben des Kindes können warme oder kalte Halswickel gemacht werden. Dafür kleingeschnittene und erwärmte Zwiebeln oder kalten Quark in ein Tuch einschlagen und für 20 Minuten von Ohr zu Ohr auf den Hals legen. Wichtig ist, dass der Wickel vom Kind als angenehm empfunden wird.
- Wenn das Essen schwerfällt, können weiche, kalte Speisen wie Joghurt, Pudding oder Grießbrei angeboten werden. Ein Eis zwischendurch ist auch erlaubt oder selbstgemachte Eiswürfel aus Kräutertees zum Lutschen.
Bei einer Angina heißt es: ab ins Bett! Ruhe, Gurgeln mit warmem Salbeitee und Halswickel unterstützen den kleinen Körper, um schnell wieder gesund zu werden.
Behandlung durch den Arzt
Ein Arztbesuch ist unter folgenden Umständen notwendig:
- die Schmerzen halten länger als 3 Tage an
- bei starken Schmerzen und starkem Mundgeruch
- bei Fieber und eitrigen Belägen
- bei Hautausschlag
- wenn das Kind den Mund nicht öffnen kann
- es nicht schlucken kann und ihm Speichel aus dem Mund läuft,
- bei Atemnot
Mehr Wissen
Vor dem ersten Geburtstag ist eine Mandelentzündung eher selten. Etwa ab dem zweiten und dritten Lebensjahr häufen sich dann die überwiegend viral bedingten Infektionen bis in die Grundschulzeit. Fünf bis sechs Mandelentzündungen sind keine Seltenheit und noch lange kein Grund zur Entfernung der Mandeln. Als Teil des Immunsystems sind die Mandeln besonders gefordert. Sie kommen mit einer Vielzahl von Erregern in Kontakt, mit denen sie noch keine Erfahrungen haben. Bei den meisten Kleinkindern sind Teile der Rachenmandeln fast immer leicht vergrößert. Das ist normal und ein gutes Zeichen für ein funktionierendes Immunsystem. Mit Beginn der Pubertät schrumpfen dann die Mandeln auf Normalgröße.
Dr. Susanne Streich
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Dr. Susanne Streich, Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie, Homöopathie, Naturheilverfahren und geriatrische Pharmazie aus Dortmund.
Was hilft gegen eine Mandelentzündung? Eine leichte Mandelentzündung kann man häufig gut mit Hausmitteln behandeln. Hier einige Tipps, um die Halsschmerzen und die Mandelentzündung schnell zu lindern.
Vorbeugen
Einen direkten Schutz vor einer Mandelentzündung gibt es nicht. Aber ein paar grundlegende Maßnahmen, die das Immunsystem stärken, sind wichtig, damit der Körper sich gegen die Erreger wehren kann. Dazu gehören tägliche Bewegung am besten an frischer Luft, eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und gezielter Stressabbau in stressigen Phasen, zum Beispiel mit Yoga.
Tipps bei Mandelentzündung
Halswickel
Ein warmer Halswickel kann Schmerzen lindern und gleichzeitig die Durchblutung fördern. Ein Baumwolltuch zur Mitte hin aufrollen und längs in ein Geschirrtuch schlagen. Legen Sie die so entstandene Rolle in eine Schüssel mit heißem (nicht kochendem!) Wasser, die Enden sollten noch heraushängen. Den Wickel dann vorsichtig auswringen und an den Hals legen. Mit einem trockenen Schal fixieren. Den Wickel nach 20 bis 30 Minuten wieder abgelegen und den Hals abtrocknen.
Manche Menschen empfinden Kälte als angenehmer, dann empfiehlt sich zum Beispiel ein Quarkwickel. Streichen Sie 100g Quark auf ein dünnes Baumwolltuch, wickeln Sie es um den Hals und geben Sie einen leichten Schal darüber. Der Halswickel sollte rund 15 Minuten angewendet werden. Quark wird in der Regel bei Entzündungen und Schwellungen eingesetzt.
Gurgeln
Das Gurgeln gilt schon lange als wirksames Hausmittel bei Halsbeschwerden und Mandelentzündungen. Die Rachenschleimhaut wird gut befeuchtet und kann je nach Gurgellösung auch die Entzündung etwas hemmen. Zum Gurgeln kann man ein Glas lauwarmes Wasser zum Beispiel mit etwas Meersalz versetzen. Die Mischung gründlich rühren und mehrmals täglich gurgeln. Alternativ kann man auch mit Kräutertee gurgeln. Gegen Beschwerden bei einer Mandelentzündung eignen sich besonders gut Kamille und Salbei.
Ruhen
Schonung ist angesagt, wenn man eine Mandelentzündung hat. Das bedeutet viel Bettruhe, möglichst kein Stress oder Sport.
Lutschen
Fragen Sie in der Apotheke nach entzündungshemmenden, befeuchtenden Lutschtabletten. Lutschen Sie außerdem Salbeibonbons.
Viel Trinken
Bei einer Mandelentzündung ist es wichtig, die Schleimhäute gut zu befeuchten. Daher viel trinken, aber dabei auf reizarme Getränke achten. Verzichten Sie auf Kaffee, Kohlensäure und Alkohol. Besser auf Kräutertee und stilles Wasser setzen.
Püree und Brei
Essen kann bei einer Mandelentzündung schmerzhaft sein. Weich zubereitete Speisen „rutschen“ wortwörtlich besser durch die Speiseröhre, da sie kein Kratzgefühl verursachen. Bereiten Sie daher beispielsweise Gemüsepüree oder Haferbrei zu, reichen Sie Joghurt und Quarkspeisen.
Honigwasser
Lauwarmes Honigwasser zum Gurgeln oder ein paar Schlucke Salbeitee (Erwachsene), mit Honig gesüßt, beruhigen die Schleimhäute im Rachen. Inhaltsstoffe des Honigs können Entzündungen sanft bremsen und die Heilung fördern. Verwenden Sie aber ausschließlich reinen, echten Bienenhonig oder Manuka-Honig, dem entzündungshemmende Stoffe zugeschrieben werden.
Bitte beachten Sie, dass Honig für Kinder unter 1 Jahr nicht geeignet ist.
Wann zum Arzt?
Eine eitrige Mandelentzündung ist immer ein Fall für den Arzt, bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Auch bei hohem Fieber, Atembeschwerden und häufig wiederkehrenden Mandelentzündungen sollten Sie umgehend medizinischen Rat suchen.
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