Familie dreht sich im Kreis

Schwindel: Wie Homöopathie das Leiden lindern kann

Experte Alexandra Kuhn

Alexandra Kuhn

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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.

Bettina trainiert gerade auf dem Stepper im Fitness-Center, als sie ein unangenehmes Kribbeln in ihrem Körper spürt, das ihr von den Füßen bis hoch in den Kopf schießt. Ihre Beine fühlen sich plötzlich wie Gummi an und vor ihren Augen dreht sich alles. Sie muss sich sofort auf eine Matte legen. Als sie solche Schwindelattacken häufiger bekommt, ist sie besorgt. Was kann die Ursache sein und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie entsteht eigentlich Schwindel? 
Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Schwindel und zusätzlich wertvolle Experten-Tipps zusammengestellt. Außerdem beantworten wir die sehr häufig gestellte Frage: Hilft Homöopathie bei Schwindel?

1. Schwindel: Kurz zusammengefasst

Schwindel ist einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. Die Betroffenen leiden unter Gleichgewichtsstörungen, Benommenheit oder Unsicherheit beim Gehen. Im Laufe des Alters nimmt die Häufigkeit für Schwindelanfälle deutlich zu. So geht man davon aus, dass mehr als 30 Prozent der über 65-Jährigen bereits einen oder mehrere Schwindelanfälle hatten. Betroffene empfinden Schwindel häufig als bedrohlich. Unsicherheit beim Gehen und Angst vor einem Sturz schränken viele erheblich ein und beeinträchtigen die Lebensqualität beträchtlich.

Wie kommt es zu Schwindel? Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, die Augen und die Muskel- und Gelenkrezeptoren sind für die Wahrnehmung und die Orientierung im Raum zuständig. Sie senden Signale an das Gehirn, die dort zu einem Bild zusammengesetzt werden. Widersprechen sich diese Informationen, kommt das Gehirn quasi „durcheinander” und meldet ein Ungleichgewicht. Ebenso können Funktionsstörungen im Gehirn Schwindel auslösen, zum Beispiel nach übermäßigem Alkoholkonsum. Der Alkohol stört in diesem Fall die koordinative Funktion des Kleinhirns, was Schwindel verursacht. 

Viele Ursachen für Schwindel sind harmlos und oft verschwinden die Schwindelgefühle von selbst wieder. Es können aber auch ernste Auslöser dahinterstecken. Die Ursache für Schwindelgefühle sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Ältere Dame ist schwindlig und setzt sich auf die Couch

Plötzlich dreht sich die Welt um einen herum und der Boden schwankt: Am besten setzt man sich gleich hin und wartet, bis die Schwindelattacke vorbei ist.

2. Symptome bei Schwindel

Je nach Wahrnehmung der Symptome unterscheidet man verschiedene Schwindelarten:

  • Drehschwindel: Betroffene haben das Gefühl, dass sich alles um sie herum dreht. Drehschwindel kann von wenigen Sekunden bis zu Stunden oder Tagen andauern – oft zusammen mit Übelkeit und Erbrechen und Ohrensausen. 
  • Schwankschwindel: Die Betroffenen haben das Gefühl, dass der Boden unter ihnen schwankt, auch in Ruhe. Oft wird ihnen schwarz vor Augen. Der Gang ist unsicher, die Sturzgefahr hoch. Eine Sonderform ist der psychisch bedingte Schwankschwindel, der durch Stresssituationen ausgelöst wird. 
  • Liftschwindel: Es entsteht ein Gefühl wie in einem Fahrstuhl – Betroffene meinen, zu fallen.
  • Lagerungsschwindel ist die häufigste Schwindelform. Die Schwindelanfälle sind meist sehr kurz und treten bei einer Lageveränderung des Körpers oder des Kopfes auf, beispielsweise beim Aufstehen.
  • Benommenheitsschwindel: Betroffene beschreiben ein „schummriges“ Gefühl und Benommenheit. Oft wird ihnen schwarz vor Augen und sie haben einen unsicheren Stand. Diese Schwindelform tritt sehr häufig bei älteren Menschen auf. 

Zur Linderung der akuten Schwindelsymptome können in vielen Fällen homöopathische Medikamente eingesetzt werden.

Grafik unseres Innenohrs

Im Innenohr liegt unser Gleichgewichtssinn. Es besteht aus drei Bogengängen, zwei Vorhof-Säckchen und Sinneshärchen, die Reize ans Gehirn weiterleiten. Infektionen, Wucherungen oder Druck im Innenohr beispielsweise können Schwindel verursachen.

3. Ursachen und Auslöser von Schwindel

Woher kommt plötzlicher Schwindel? So unterschiedlich wie seine Ausprägungen können auch die Ursachen des Schwindels sein. Grundsätzlich unterscheidet man 2 Gruppen von Schwindelarten: 

  1. Schwindelformen, die durch eine Störung der Gleichgewichtsorgane im Innenohr oder im Gehirn selbst entstehen, und 
  2. Schwindelformen mit anderen Ursachen.

Zur ersten Gruppe der Schwindelarten gehören: 

  • Häufig ist der sogenannte gutartige Lagerungsschwindel. Durch Bewegungen wie Aufstehen oder Bücken bewegen sich kleinste Kristalle (Otolithen) im flüssigkeitsgefüllten Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Diese „rieselnden“ kleinen Kalksteinchen irritieren in manchen Fällen das Gleichgewichtsorgan, das räumliche Veränderungen wahrnimmt. Eine Bewegung des Kopfes kann dann einen plötzlichen, heftigen Schwindelanfall auslösen. 
  • Ein Ausfall des Gleichgewichtsorgans kann Dreh- oder Schwankschwindel auslösen. Der Zustand kann tagelang anhalten und tritt zusammen mit Sehstörungen auf. Auslöser können Medikamente, beispielswiese bestimmte Antibiotika, eine Hirnhautentzündung oder die Menière-Krankheit sein. 
  • Auch Migräne kann Schwindelanfälle verursachen. 
  • Schwindel tritt auch bei einer Durchblutungsstörung des Gehirns, beispielsweise bei einem Schlaganfall, auf. Begleitsymptome sind meist Übelkeit und Erbrechen, Schluck-, Bewegungs-, Sprech- und Empfindungsstörungen. 
  • Schwindel kann auch ein Symptom der sogenannten Reisekrankheit sein, die bei kurvigen Autofahrten oder auf dem Schiff bei starkem Wellengang entsteht. Der Schwindel tritt dann meist zusammen mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf.

Für die zweite Gruppe der Schwindelarten gibt es verschiedene andere Auslöser:

  • Halswirbelsäule: meist verbunden mit Nacken- und Kopfschmerzen und einem Kribbelgefühl in den Fingern
  • Kreislaufprobleme: zu niedriger und zu hoher Blutdruck sowie Blutdruckschwankungen etwa in der Schwangerschaft
  • Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen
  • Drogen und Medikamente: beispielsweise übermäßiger Alkoholkonsum 
  • Stoffwechselstörungen: Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel und eine Zuckererkrankung
  • psychische Belastungen und Stresssituationen
  • eine neue oder schlecht eingestellte Brille

4. Untersuchung, Diagnose und Abgrenzung

Portrait von Dr. med. Ulf Riker

Ulf Riker

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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.

Schwindel kann nicht nur sehr angsteinflößend sein, sondern auch Stürze verursachen und die Lebensqualität sehr einschränken. Bei regelmäßigen oder sehr heftigen Schwindelanfällen sollte ein Arzt der Ursache auf den Grund gehen.

Die Untersuchung

Wie immer beginnt eine Untersuchung mit der Anamnese: Handelt es sich um einen Schwankschwindel („wie auf einem Boot“), einen Drehschwindel („wie im Karussell“), einen Liftschwindel („wie in einem Aufzug“) oder um Benommenheit (eher schwer zu beschreiben). Tritt der Schwindel anfallsartig und jeweils nur kurz auf oder besteht er länger (über Stunden oder Tage)? Gibt es Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Ohrgeräusche?

Die Diagnose

Die unterschiedlichen Schwindelursachen (zum Beispiel gutartiger Lagerungsschwindel, Schwindel durch Störung des Innenohres beziehungsweise des Gleichgewichtsnervs, Durchblutungsstörungen im Gehirn, psychische Schwindelursache) lassen sich oft bereits durch das Patienten-Arzt-Gespräch differenzieren. Hilfreich kann in diesem Zusammenhang ein Schwindeltagebuch sein, in dem man die Zeiten des Auftretens, mögliche Auslöser, die Dauer der Symptomatik sowie Begleitsymptome notiert. Ein solches Tagebuch hilft dem Facharzt, der sich auf Schwindeldiagnostik spezialisiert hat – meist sind dies HNO-Ärzte oder Neurologen, manchmal muss auch ein Kardiologe zugezogen werden. Aber es kann auch für Homöopathen nützlich sein, weil sich durch das individuelle und wiederkehrende Mosaik der Symptome bereits erste Hinweise auf eine geeignete homöopathische Arznei ergeben können.

Welcher Arzt hilft bei Schwindelgefühl? Oft melden sich Patienten mit plötzlichem Schwindel zunächst bei ihrem Hausarzt, der eine Überweisung zum geeigneten Facharzt (HNO, Neurologie) beziehungsweise in eine spezialisierte Schwindel-Ambulanz veranlasst. Weitere spezielle Untersuchungen und apparative Testverfahren bis hin zu Ganganalyse oder Kernspintomografie können die Schwindelursache klären und eine Diagnose sichern.

Untersuchung der Ohren von einem Arzt

Woher kommt der Schwindel? Ein Arzt oder Audiologe kann das Ohr mit einem Video-Otoskop untersuchen. Mit den Aufnahmen erkennt er eventuelle Auslöser wie Fremdkörper, Infektionen und organische Veränderungen.

Die Abgrenzung

Schwindel führt oft zu erheblicher Verunsicherung. Patienten fürchten oft einen schwerwiegenden Auslöser. Zum Glück sind diese bei Schwindel aber eher selten. Typischerweise handelt es sich um einen Lagerungsschwindel, der durch ein gezieltes Übungsprogramm recht gut zu behandeln ist. 

Ein Morbus Menière macht sich zum Beispiel durch gleichzeitiges Auftreten von Ohrgeräuschen bemerkbar. 
Auch Gangunsicherheit durch Schädigung der Nerven in den unteren Extremitäten (Polyneuropathie) kann als Schwindel empfunden werden.

Kurzfristige Schwindelattacken können manchmal durch Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden und erfordern dann eine kardiologische Klärung. Dasselbe gilt für Schwindel durch Bluthochdruck. 

Nicht selten kommt Schwindel auch von Verspannungen und Fehlhaltungen im Bereich der Halswirbelsäule. 

Schwindel im Alter ist nicht selten durch mehrere Teilursachen bedingt, die sich ungünstig ergänzen.  

Wenn Schwindel mit zunehmenden Kopfschmerzen oder Übelkeit einhergeht, dann sollte eine ärztliche Abklärung, unter Umständen auch in der Klinik, immer zeitnah erfolgen. 

Eine homöopathische Behandlung ist oft möglich und sinnvoll, darf aber nicht dazu führen, die Diagnostik zu verzögern.

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5. Verlauf, Prognose und Komplikationen

Portrait von Stefan Reis

Stefan Reis

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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.

Als Symptom kann Schwindel bei zahlreichen verschiedenen Erkrankungen auftreten. Verlauf und Prognose sind daher in erster Linie von der jeweiligen Grunderkrankung abhängig.

Die Prognose

Ein gutartiger Lagerungsschwindel vergeht durch geeignete physikalische Maßnahmen (zum Beispiel das sogenannte Epley-Manöver) sofort und hat auch insgesamt eine gute Prognose. Löst eine schwere Grunderkrankung dagegen den Schwindel aus, sieht es anders aus. Um den Schwindel zu beseitigen, muss die Grunderkrankung erfolgreich therapiert werden.

Die Komplikationen

Abgesehen von Komplikationen, die mehr aufgrund einer anderen Grunderkrankung entstehen können, birgt auch ein eigentlich harmloser Lagerungsschwindel an sich gewisse Gefahren, etwa, wenn er überraschend im Straßenverkehr auftritt. Auch die mit Schwindel verbundene Sturzgefahr ist, vor allem bei älteren Menschen, nicht zu unterschätzen. Nicht zuletzt neigen Menschen, die häufig oder anhaltend unter Schwindel leiden, dazu, bestimmte Umstände zu vermeiden, um keine Verschlimmerung des Schwindels zu erleben. Dies kann beispielsweise zu Bewegungsmangel oder zu sozialem Rückzug führen, was weitere Folgeerscheinungen mit sich bringt. Schwindel ist also nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – auch dann nicht, wenn keine schwere Grunderkrankung vorliegt.

6. So bereiten Sie sich auf Ihren Besuch beim homöopathisch ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker vor

Schwindel natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Entscheidend sind dabei die subjektiven Beschwerden, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden. Sollten Sie wegen des Schwindels bereits fachärztliche Untersuchungen erhalten haben, bringen Sie die Ergebnisse bitte zu Ihrem Termin mit. Auch eine Auflistung aller Medikamente, die Sie regelmäßig oder bei Bedarf einnehmen, ist hilfreich.

Für die Wahl eines passenden homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:

  • Unter welcher Art Schwindel leiden Sie? Ist es eher ein Drehschwindel oder ein Schwankschwindel? Handelt es sich um ein Gefühl wie betrunken oder um eine Benommenheit? Wird der Schwindel begleitet von Gangunsicherheiten, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Ohrgeräuschen, Kopfschmerzen oder Ohnmacht?
  • Wann beziehungsweise unter welchen Umständen tritt der Schwindel auf? Hat Lageveränderung einen Einfluss, zum Beispiel das Aufrichten vom Liegen oder Bücken, das Aufstehen vom Sitzen, das Hinlegen oder das Umdrehen im Liegen? Wie wirken sich Kopfbewegungen auf den Schwindel aus? Macht Ihnen Bewegung – aktive, wie auch passive z. B. Fahren im Auto – etwas aus? Gibt es spezielle Tageszeiten, zu denen Schwindel vermehrt auftritt? 
  • Gibt es einen Zusammenhang mit dem Sehen, zum Beispiel beim Blicken nach oben oder unten oder auf sich bewegende Gegenstände? Hat das Schließen oder Öffnen der Augen einen Einfluss?  
  • Ist Ihnen bekannt, ob Sie unter Kreislaufstörungen wie Bluthochdruck oder Problemen mit der Halswirbelsäule leiden? 

Darüber hinaus möchte der Homöopath auch alle weiteren Beschwerden erfahren, die mit dem Schwindel verbunden sind. Er möchte von Ihnen wissen, ob beispielsweise der Schlaf, die Verdauung, der Appetit oder der Durst verändert sind, wie Ihr Energiehaushalt ist, ob Sie unter Schmerzen oder verstärktem Schwitzen leiden und so weiter.

Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.

Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.

Selbstbeobachtungsbogen zu akuten Beschwerden

Selbstbeobachtungsbogen zu chronischen Beschwerden

7. Behandlung von Schwindel

Portrait von Dr. med. Ulf Riker

Ulf Riker

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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.

Schwindel bedeutet für Patienten meist Stress. Deshalb kommt es in erster Linie darauf an zu beruhigen, zum Beispiel durch sorgfältige Aufklärung über Art und Ursache des Schwindels. Demselben Ziel kann auch der – kurzfristige – Einsatz von konventionellen Schwindelmedikamenten dienen.

  • Im häufigen Fall des gutartigen Lagerungsschwindels können sich Patienten selbst helfen, wenn sie unter ärztlicher Anleitung das sogenannte Epley-Manöver erlernt haben und dann immer wieder selbst anwenden können.
  • Wenn Schwindel durch Fehlhaltung beziehungsweise muskuläre Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule ausgelöst wird, kommen lockernde Massagen, Krankengymnastik und Osteopathie zum Einsatz.
  • Bei älteren Menschen können Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes und eine Optimierung des Transportes von Sauerstoff im Bluthelfen. Entsprechende Medikamente kann der Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker empfehlen.
  • Kann Homöopathie bei Schwindel helfen? Schwindel lässt sich oft gut mit homöopathischen Mitteln behandeln. Wichtig bei dieser besonderen Therapieform ist, das gesamte Krankheitsbild mit allen Begleitsymptomen und Lebensumständen zu erfassen. Nur so kann der Therapeut auch das passende homöopathische Mittel finden. Bei dauerhaftem Schwindel sollte auf jeden Fall eine fachärztliche Untersuchung eingeleitet werden. Die Homöopathie kann auch eine anschließende Therapie begleiten.
Icon Arzneimittel in weiß

Das für Sie individuell passende Mittel finden

In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen. 

Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn. 

Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthritis mit Homöopathie!

8. Schwindel bei Baby und Kind

Portrait von Dr. Markus Wiesenauer

Markus Wiesenauer

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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.

Schwindelattacken treten eher bei älteren Kindern auf. Je nach Situation oder Ursache können diese anhaltend oder immer wieder auftretend sein. Meistens lassen sie von alleine wieder nach. Handelt es sich nicht nur um ein einmaliges Ereignis, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden. Homöopathische Arzneimittel können in vielen Fällen eingesetzt werden.

Typische Symptome

Schwindel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das ganz unterschiedlich ausfallen kann. Er kann plötzlich eintreten und dann sekunden- oder stundenlang andauern. Alles kann sich drehen, wie beim Karussellfahren, oder der Boden unter den Füßen kann zu schwanken beginnen wie auf einem Schiff. Manchmal löst Schwindel auch das Gefühl der Leere und Benommenheit im Kopf aus. Typisch sind auch das Schummrigkeitsgefühl, das Ohrensausen oder das „Schwarz vor Augen“ werden.

  • Ein niedriger Blutdruck ist in der Pubertät der häufigste Grund für Schwindelattacken. Wenn Kinder schnell wachsen, müssen sich der Gleichgewichtsnerv (zwischen Innenohr und Gehirn) und der Kreislauf erst an die neue Körpergröße anpassen. Vor allem beim Aufstehen aus einer sitzenden oder liegenden Position sackt der Blutdruck ab und es kommt zu Schwindel, manchmal sogar zu einer kurzen Ohnmacht. 
  • Schulkinder leiden unter Schwindel, wenn sie zu wenig getrunken haben. Bei Mädchen tritt er gehäuft auf, während sie ihre Monatsblutung haben. 
  • Hinter Schwindelattacken kann sich auch eine Sehschwäche verbergen. Wenn die Kinder zusätzlich über Kopfschmerzen klagen, sollte ein Sehtest gemacht werden.
  • Bei Kleinkindern können kurze Schwindelanfälle ein Vorbote für eine spätere Migräneanfälligkeit sein. 
  • Eher selten ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr der Grund für Schwindelattacken bei Kindern.
  • Akute Infekte wie eine Mittelohrentzündung können einen Drehschwindel auslösen. Auch kann dieser infolge einer anhaltenden Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenerguss) auftreten. 
  • Schwindelanfälle nach einem Sturz auf den Kopf oder im Zusammenhang mit einem akuten Infekt sollten sofort einem Kinderarzt vorgestellt werden.
Mädchen hält sich den Kopf aufgrund von Schwindel

Bei Kindern kann beispielsweise eine Mittelohrentzündung einen Drehschwindel auslösen. Dann sollte man nochmals den Kinderarzt zu Rate ziehen.

Was tun bei Schwindel?

Bei wachstumsbedingten Schwindelattacken können homöopathische Arzneimittel und bewährte Hausmittel eine natürliche Unterstützung bieten. Bei akuten Schwindelzuständen hilft es oft, ein Glas Wasser zu trinken. Damit ihrem Kind nichts passiert, sollte es sich dabei hinsetzen. Wenn Ihr Kind dazu in der Lage ist, lassen Sie es mit den Augen einen Gegenstand, wie beispielsweise Ihren vorgehaltenen Finger oder ein Plüschtier, fixieren. Bei heftigen Attacken lagern Sie Ihr Kind flach, legen seine Beine etwas höher und decken es zu. Meist sind Schwindel und Übelkeit innerhalb von ein paar Minuten verflogen. 

Ausreichend zu trinken ist das beste Mittel, um den Blutdruck zu stabilisieren. Durch die Bewegung der Muskeln lässt sich der Kreislauf allgemein anregen. Dazu im Sitzen oder Liegen verschiedene Muskelpartien immer wieder bewusst anspannen und lockerlassen. Steht der Schwindel im Zusammenhang mit einer akuten Erkältung oder einem Infekt, ist dieser gezielt zu behandeln, beispielsweise auch mit Homöopathie.

Kind beim Sehtest

Vielleicht steckt eine Sehschwäche hinter dem Schwindel? Ein Sehtest bringt Klarheit.

Behandlung durch den Arzt

Wenn ein Kind unter Schwindel leidet, ist ein Arztbesuch unter folgenden Umständen notwendig: 

  • nach einem Unfall
  • als Reaktion auf einen Insektenstich – hier unbedingt sofort den Notarzt rufen, es kann sich um einen allergischen Schock handeln!
  • während einer Infektion 
  • der Schwindel ist besonders stark ausgeprägt 
  • der Schwindel ist regelmäßig und/oder hält länger an
Icon Idee in weiß

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Der Gleichgewichtssinn wird von vielen Menschen unterschätzt. Er ermöglicht es Kindern (und natürlich auch Erwachsenen) zu rennen, zu springen, zu tanzen, zu klettern oder Rad zu fahren. Es gibt sogar Hinweise, dass ein guter Gleichgewichtssinn auch die schulische Leistungsfähigkeit von Kindern verbessert. 
Wie gut der Gleichgewichtssinn ausgebildet ist, zeigt sich schon ganz früh. Ein erstes Warnsignal ist, wenn Kinder nicht gerne krabbeln. Oft setzt sich die Unlust an der Bewegung weiter fort, wenn Eltern nicht aktiv werden.
Den Gleichgewichtssinn Ihres Kindes können Sie schon im Babyalter fördern, indem Sie möglichst viele Bewegungsreize setzen. Probieren Sie beim Aufnehmen und Hinlegen unterschiedliche Varianten aus, halten Sie Ihr Baby auch einmal frei in den Raum. Der kleine Körper muss sich dabei immer wieder neu ausrichten, diese Informationen speichert das Kleinhirn ab. Wenn Ihr Kind die ersten Schritte macht, lassen Sie es über unterschiedliche Böden laufen und später auch einmal kleine Hindernisse überwinden. 
Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung von Schaukeln, Hüpfen und Springen. Kinder, die ihren Körper sofort wieder gut stabilisieren können, sind schnell zu Fuß und fit im Kopf. 
Für ältere Kinder sind Einräder, Stelzen oder Pedalos ein gutes Training. Aber auch auf einem Bein bei geschlossenen Augen zu stehen, ist eine gute Übung für den Gleichgewichtssinn.

10. Weitere Tipps und Vorbeugung von Schwindel

Apothekerin Dr. Susanne Streich

Dr. Susanne Streich

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Dr. Susanne Streich, Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie, Homöopathie, Naturheilverfahren und geriatrische Pharmazie aus Dortmund.

Einfachem Schwindel können Sie je nach Ursache sehr gut vorbeugen.

Vorbeugen

Kreislauf trainieren
Trainieren Sie Ihren Kreislauf, um einem niedrigen Blutdruck entgegenzuwirken. Moderate Wechselduschen sind gut geeignet, aber auch Wassertreten in der Badewanne. Dafür die Wanne wadenhoch mit kühlem Wasser füllen (so kalt, wie es aus der Leitung kommt).

Täglichen Flüssigkeitsbedarf decken
Trinken Sie ausreichend und regelmäßig, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Ein Flüssigkeitsdefizit kann Schwindel verursachen.

Tipps bei Schwindel

Kaltes Unterarmbad
Dafür das Waschbecken mit sehr kaltem Wasser füllen und die Arme bis über die Ellenbogen eintauchen. Dadurch ziehen sich weite Gefäße zusammen, ein niedriger Blutdruck steigt dann an.

Ruhen
Wird Ihnen schwarz vor Augen, sollten Sie sich hinlegen und die Beine hochlagern. Bitte messen Sie ihren Blutdruck! Auch hoher Blutdruck kann zu Schwindel führen.

Ältere Dame misst Ihren Blutdruck

Blutdruck checken! Auch ein zu niedriger Blutdruck kann Schwindel auslösen.

Eisenmangel ausgleichen
Wie steht es um Ihren Eisenstatus? Lassen Sie prüfen, ob Sie eventuell einen Eisenmangel haben – auch das kann Schwindelanfällen verursachen.

Tiefenatmung
Atmen Sie ruhig, gleichmäßig und tief durch. Die bessere Sauerstoffversorgung entspannt auch das Nervensystem und mildert Schwindelgefühle.

Ingwer
Ingwerwasser trinken oder ein Ingwerbonbon lutschen ist empfehlenswert, wenn sich zum Schwindelgefühl auch eine leichte Übelkeit einstellt. Ingwer soll die Durchblutung anregen und zugleich den Magen beruhigen. Fragen Sie Ihre Apotheke zur richtigen, altersgemäßen Anwendung.

Süßes bei Unterzuckerung
Oft hängt Schwindel mit einer leichten Unterzuckerung zusammen. Ein Stückchen Schokolade, eine Banane oder etwas Traubenzucker können dann den Kreislauf wieder in Schwung bringen. Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten, um starken Blutzuckerschwankungen keine Chance zu geben.

Wann zum Arzt?

Wenn Schwindel mit hohem Blutdruck, starker Übelkeit, Herzbeschwerden oder Ohnmacht einhergeht, oder nach einem Sturz/Unfall auftritt, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt hinzuziehen.

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