Wie Homöopathie die Beschwerden lindern können
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Mit diesem schlimmen Durchfall und den Bauchkrämpfen war es Sandra unmöglich, zur Arbeit zu gehen: Schon am Vorabend hatte sie sich unwohl gefühlt, ihr war übel, und in der Nacht musste Sandra dann ständig auf die Toilette. Nach einigen Gängen kam nur noch gefärbtes Wasser. Am nächsten Morgen konnte sie nicht mal einen Kamillentee bei sich behalten. „Habe ich etwas Schlechtes gegessen oder mir ein Virus eingefangen? Soll ich zum Arzt gehen?“, überlegte sich die junge Frau verzweifelt. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Durchfall und zusätzlich wertvolle Experten-Tipps zusammengestellt. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen wie: Welche Ursachen kann Durchfall haben? Welche SOS-Maßnahmen sind sinnvoll? Hilft Homöopathie bei Durchfall?
Fast jeder kennt die unangenehmen Beschwerden, die mit Durchfall verbunden sind. Wenn Bauchkrämpfe plagen und die Toilette gefühlt zum Hauptaufenthaltsort wird. Entgleist die Verdauung, zeigt sich zudem eindrucksvoll die Rolle des Bauches als Kraftzentrum. Denn wer von Durchfall geplagt ist, fühlt sich innerhalb kurzer Zeit schwach und ausgelaugt. Definiert ist eine Diarrhö, so der medizinische Fachbegriff, als dünnflüssige Stuhlentleerung, die mindestens dreimal innerhalb eines Tages auftritt. In der Regel ist Durchfall ein harmloses Symptom, etwa wenn man verdorbene Speisen zu sich genommen hat. Über die Ausscheidung versucht der Körper, belastende Stoffe schnellstmöglich loszuwerden. Der Nahrungsbrei wird mit zusätzlicher Flüssigkeit verdünnt, um so die Entleerung zu beschleunigen und zu erleichtern. Das Wichtigste ist dann, ausreichend Wasser zu trinken, um den Verlust an Flüssigkeit und Salzen auszugleichen. Hält Durchfall mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit länger als 48 Stunden an oder tritt sehr häufig auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Durchfall ohne zusätzliche Beschwerden kann psychisch bedingt sein, da Stresshormone die Darmnerven in Aufruhr versetzen und die Verdauung anregen.
Im Bauch rumort und grummelt es, der Magen krampft sich zusammen, man fühlt sich elend. Krämpfe und Bauchweh inklusive: Mit Durchfall versucht der Körper beispielsweise, belastende Stoffe, wie verdorbene Lebensmittel, schnellstmöglich loszuwerden.
Wer Durchfall (Diarrhö) hat, kämpft meist mit folgenden Symptomen:
- Der Stuhl ist breiig, dünnflüssig oder gar wässrig, häufige Toilettengänge sind notwendig (mehr als dreimal täglich).
- Das Stuhlvolumen ist erhöht.
- Der Bereich am After ist gereizt, kann ein brennendes Gefühl verursachen.
- Der Bauch kann rumoren und grummeln; Bauchschmerzen und -krämpfe sind möglich.
- Übelkeit und Erbrechen können zusätzlich auftreten.
- Betroffene fühlen sich meist abgeschlagen; Kreislaufschwäche, Frösteln und Schwindel sind möglich.
- Manche leiden unter Appetitlosigkeit und haben erhöhte Temperatur.
Eine Ursache von Durchfall kann eine bakterielle Magen-Darm-Infektion sein. E. coli-Bakterien unterstützen normalerweise unsere Verdauung. Aber einige Stämme können Gifte produzieren und krank machen.
Wodurch kann man Durchfall bekommen? Zu den häufigsten Ursachen für wässrigen Stuhl gehören bakterielle oder virale Infekte im Magen-Darm-Bereich. Dazu zählen als Auslöser beispielsweise Noro- oder Rotaviren, die meist durch Schmierinfektionen übertragen werden. Berüchtigte Durchfallerreger sind auch Salmonellen, Campylobacter oder Coli-Bakterien, mit denen Lebensmittel kontaminiert sein können. Das Gleichgewicht im Darm wird auch häufig durch die Einnahme verschiedener Medikamente gestört, allen voran Antibiotika, aber auch magnesiumhaltige Magenarzneien (sogenannte Antazida) und entzündungshemmende Schmerzmittel können Durchfall verursachen.
Welche Erkrankungen lösen sich Durchfall aus?
Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Gluten- oder Laktoseintoleranz können sich mit einer erhöhten Neigung zu Durchfällen bemerkbar machen. Hinter häufig auftretender Diarrhö, die mit Blähungen, Fieber, Bauchkrämpfen und Gewichtsverlust einhergeht, kann eine chronisch entzündliche Darmerkrankung stecken wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die jeweils vom Arzt abgeklärt werden müssen.
Ulf Riker
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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.
Der Stuhl als Endprodukt unserer Verdauung unterliegt zahlreichen Einflüssen, von denen die Eindickung (im Dickdarm) nur einer ist. Die Untersuchung muss klären, was zum vermehrten Wasser-Einstrom in den Darm und damit zum Flüssigkeitsverlust des Körpers geführt hat.
Die Untersuchung
Hinweise auf die Durchfall-Ursache ergibt schon die Anamnese.
- Ging dem Beginn ein Verzehr verdorbener Nahrungsmittel voraus, oder handelt es sich um das „Souvenir“ einer (Fern-) Reise (Montezumas Rache)?
- Gibt es im Umfeld zeitgleich andere Personen mit Durchfall (Ansteckung)?
- Ging eine andere Erkrankung oder eine ungewöhnliche Medikamenteneinnahme, zum Beispiel Antibiotika, voraus?
- Nicht zuletzt ist es wichtig zu erfahren, ob der Durchfall ganz akut begonnen oder ob sich die Veränderung des Stuhls langsam entwickelt hat.
- Ist die Stuhl-Entleerung schwallartig? Antworten auf diese und ähnliche Fragen rücken einerseits bereits mögliche homöopathische Arzneien in den Fokus, andererseits geben sie auch Hinweise auf mögliche Ursachen der Erkrankung.
- Die Untersuchung schließt selbstverständlich den Stuhl selbst mit ein: Ist er wässrig, schleimig, mit viel Gas oder aber mit Blut vermischt, ist der Geruch auffallend verändert oder aber die Stuhlfarbe?
- Ist der Bauch gebläht, ist lautes Gurgeln zu hören, bestehen gleichzeitig Schmerzen im Bauch oder bei der Stuhlentleerung?
- Das Abtasten des Bauches gibt Hinweise darauf, ob eher der Dünn- oder der Dickdarm im Fokus steht, ob bei äußerem Druck Schmerzen oder auch Übelkeit ausgelöst werden kann.
- Ist die Zungenschleimhaut auffällig belegt und der Durchfall mit Fieber, Übelkeit oder Erbrechen kombiniert?
Hält der Durchfall länger als 48 Stunden an, dann sollte der Stuhl im Labor auf Keime (Noro- oder Rota-Viren, Salmonellen, Campylobacter oder EHEC) untersucht werden. Infektionen mit den genannten Keimen sind bei den Gesundheitsbehörden meldepflichtig. Bei schon länger anhaltender Symptomatik sind unter Umständen auch Entzündungswerte (CRP) und ein Blutbild (Zahl der weißen Blutkörperchen) wichtig.
Die Diagnose
Wie wird Durchfall diagnostiziert? Die Diagnose ergibt sich aus der Anamnese und den Untersuchungsergebnissen. Bei akuten Durchfallepisoden aus voller Gesundheit heraus handelt es sich meist um eine Virusinfektion oder bei Verzehr verdorbener Nahrungsmittel um bakterielle Verunreinigungen. Nach erforderlicher Antibiotikatherapie ist häufig die Darmflora gestört, aber auch akuter Stress, verbunden mit Gefühlen von Angst, kann „Schiss“ auslösen.
Die Abgrenzung
Besteht ein Durchfall bereits länger und ist der Stuhl womöglich mit Schleim oder Blut vermischt, dann müssen gravierende Erkrankungen auf entzündlicher Grundlage abgegrenzt werden, wie zum Beispiel Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Wenn die Symptomatik mit Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust einhergeht ist ebenfalls eine ärztliche Abklärung notwendig
Wenn sich Phasen von Durchfall mit solchen von Verstopfung abwechseln, kann es sich auch um eine vegetativ getriggerte Störung der Darmbeweglichkeit (Peristaltik) handeln, man nennt das dann zum Beispiel „Reizdarm“.
Es gibt viele Mikroorganismen, die sich im Dickdarm einnisten und Durchfall auslösen können. Dazu gehören stäbchenförmige Bakterien wie Salmonellen, E. coli, Campylobacter und Cryptosporidium (oben links und rechts ), der Parasit Giardia lamblia (unten rechts), die Staphylococcus-Bakterien (Mitte links) und Cholera-Bakterien (unten links).
Über unseren Expertenfinder finden Sie schnell alle Homöopathie-erfahrenen Behandler und Apotheken in Ihrer Nähe.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Wie lange dauert in der Regel Durchfall? Die Frage kann man nicht pauschal beantworten. Denn Durchfall ist in den meisten Fällen nur ein Symptom, das auf einer dahinter liegenden Störung beruht. Je nach Auslöser beziehungsweise Erkrankung dauert ein akuter Durchfall ein Tag bis höchstens zwei Wochen. Von einer chronischen Diarrhö spricht man, wenn die Beschwerden nach mehr als zwei Wochen noch nicht abgeklungen sind.
Der Verlauf
Bei den Ursachen für Durchfall kann es sich um banale Dinge handeln, wie Nervosität oder Folgen von bestimmten Nahrungsmitteln. Es kann aber auch eine akute Infektion oder Vergiftung dahinter stecken oder – in chronischen Fällen – Krankheiten wie Reizdarm, Zöliakie, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn – und das sind nur ein paar wenige Beispiele! Da ist es einleuchtend, dass der Verlauf und die Prognose eines Durchfalls entscheidend davon abhängen, was diesem Durchfall jeweils zugrunde liegt.
Die Prognose
Eine akute Durchfallerkrankung kann innerhalb kürzester Zeit zu einem bedrohlichen Zustand führen, vor allem bei kleinen Kindern und geschwächten Menschen. In solchen Fällen müssen therapeutische Maßnahmen unmittelbar eingeleitet werden. Wird der Durchfall nicht gestoppt und der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen, ist die Prognose entsprechend ungünstig. Im Übrigen ist die Prognose im Allgemeinen abhängig von der Grunderkrankung.
Die Komplikationen
Komplikationen einer Durchfallerkrankung entstehen in erster Linie durch den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten. Es kann zur Austrocknung (Exsikkose) kommen, die Tätigkeit vieler Organe wird eingeschränkt – ein lebensbedrohlicher Zustand, der bis zum Kollaps, in schlimmen Fällen auch zu Organversagen führen kann. Gefährdet sind insbesondere Babys, Kleinkinder und ältere Menschen. Hier also besonders auf die Flüssigkeitszufuhr achten!
Rechtlicher Hinweis: Heilpraktikern ist die Behandlung von Erkrankungen, die durch meldepflichtige Krankheitserreger hervorgerufen werden, grundsätzlich nicht erlaubt. Bei Verdacht auf Noro- oder Rota-Viren, Salmonellen, Camplyobacter oder EHEC müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Durchfall natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Da es sich bei Durchfall meist nur um ein Symptom handelt, das von einer anderen, zugrunde liegenden Störung ausgelöst wird, ist es wichtig, mögliche Zusammenhänge mit anderen Beschwerden zu ergründen.
- Wissen Sie vielleicht schon, weshalb Sie unter Durchfällen leiden? Falls Sie schon fachärztliche Untersuchungen haben machen lassen, bringen Sie zur Konsultation bitte die Ergebnisse mit. Manchmal ist es auch hilfreich, für eine Weile ein „Stuhltagebuch“ zu führen, um etwaige Zusammenhänge herauszufinden.
- Beschreiben Sie die Umstände Ihrer Durchfälle möglichst genau: Kennen Sie beispielsweise den Auslöser (Nahrungsmittel, psychische Einflüsse, Tageszeit etc.)? Wie oft leiden Sie unter Durchfall? Ist jede Stuhlentleerung durchfallartig oder vielleicht nur eine von zehn? Haben Sie täglich Durchfall oder sind es eher kürzere oder längere Phasen von mehreren Tagen? Gibt es auch geformten Stuhl oder gar Zeiten von Verstopfung?
- Wie ist der Stuhl beschaffen? Ist die Konsistenz eher weich, breiig oder wässrig? Ist die Farbe mittelbraun oder heller beziehungsweise dunkler als normal? Sind dem Stuhl unverdaute Nahrungsreste beigemischt, sind Ihnen Schleim oder Blut im Stuhl aufgefallen? Ist der Geruch des Stuhls ungewöhnlich?
- Haben Sie Schmerzen in Verbindung mit der Stuhlentleerung? Wenn ja: Wo genau verspüren Sie den Schmerz und welcher Art ist er (stechend, brennend, drückend, reißend, krampfartig etc.)?
- Leiden Sie unter Blähungen und falls ja, sind diese schmerzhaft? Erleichtert es, wenn die Blähungen abgehen? Sind sie von einem auffallenden Geruch? Leiden Sie unter Übelkeit, Erbrechen oder Sodbrennen?
- Fühlen Sie sich durch die Durchfälle in irgendeiner Weise eingeschränkt? Führen die Durchfälle zu Schwächezuständen, Kreislaufstörungen oder Schwindel?
- Darüber hinaus möchte der Homöopath auch alle weiteren Beschwerden erfahren, die mit den Durchfällen verbunden sind. Er möchte von Ihnen wissen, ob beispielsweise Schlaf, Appetit oder Durst verändert sind, wie Ihr Energiehaushalt ist, ob Sie unter verstärktem Schwitzen leiden und so weiter.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden indirekt zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Ulf Riker
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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.
- In akuten und unkomplizierten Fällen reicht es, einen oder zwei Tage nur leicht Verdauliches (zum Beispiel Zwieback) zu essen, ausreichend zu trinken (um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen) und hin und wieder eine Prise Salz zu sich zu nehmen.
- Zum Ausgleich des Elektrolytverlustes gibt es Fertigarzneien, die mit Flüssigkeit eingenommen werden und neben Kochsalz noch weitere relevante Bestandteile enthalten.
- Bewährt als „Stopfmittel“ hat sich ein geriebener Apfel, den man längere Zeit an der Luft stehen lässt, bis sich das Fruchtfleisch bräunlich färbt. Das enthaltene Pektin bindet im Darm überschüssige Flüssigkeit.
- Bei Durchfällen auf Reisen kann man zusätzlich Kohle-Tabletten oder eine fertige Arznei auf Hefebasis einnehmen. Bei sehr häufigen oder reichlichen Stuhlentleerungen mit rasch zunehmender Schwäche infolge des Verlustes von Elektrolyten und Wasser können sogenannte Durchfall-Blocker hilfreich sein, die den Darm komplett ruhig stellen. Es handelt sich hierbei um eine Art „Notfall-Therapie“, die aber nur zeitlich begrenzt zur Anwendung kommen sollte (zum Beispiel um einen Flug zu überstehen oder einen längeren Weg zum Arzt zu überbrücken).
- Homöopathisch lässt sich akuter und unkomplizierter Durchfall behandeln. Wichtig für die korrekte Arzneifindung ist es, möglichst alle deutlichen Symptomaspekte vollständig zu berücksichtigen.
- Chronische Erkrankungen, wie der obengenannte Morbus Crohn oder eine Colitis ulcerosa, sind kein geeignetes Feld für therapeutische Selbstversuche und gehören in die Obhut erfahrener homöopathisch tätiger Ärzte. Dies nicht zuletzt deswegen, weil bei unzureichender Therapie Komplikationen drohen oder aber auf Grund des manchmal schubartigen Verlaufes der Krankheit sowie begleitende allopathische Behandlung spontane Besserungen als homöopathische Therapieeffekte fehlinterpretiert werden können.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthritis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Durchfall gehört bei Kindern und Babys zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden. Er ist oft harmlos und geht meist ebenso schnell vorüber, wie er gekommen ist. Doch gerade bei Babys und Kleinkindern kann er auch schnell gefährlich werden. Häufige Ursachen sind Viren. Sie sollten daher über ein paar wichtige Fakten Bescheid wissen.
Typische Symptome
Durchfall ist der Weg des Körpers, sich gegen Keime zu wehren und sich von ihnen zu befreien. Die meisten Durchfall-Erkrankungen dauern ein paar Tage bis hin zu einer Woche. Durchfall kann mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen, Dehydrierung und sogar Hautausschlägen einhergehen.
Wie lange darf ein Kind Durchfall haben? Normaler Stuhl bei Kleinkindern ist weich, geformt oder fester. Bei Kleinkindern und Babys spricht man von Durchfall, wenn der Stuhl plötzlich vermehrt auftritt, lockerer und wässriger ist, und wenn dieser Zustand über 3 oder mehr Stühle anhält. Auch wenn der Stuhl Schleim oder Blut enthält oder schlecht riecht, deutet dies auf eine Durchfallerkrankung hin. Bei Babys geht man ab mehr als fünf dünnen Stühlen pro 24 Stunden von einer Durchfallerkrankung aus, bei Kleinkindern bei mehr als drei dünnen Stühlen. Die Farbe des Stuhls ist in der Regel kein Indikator. Gerade bei Babys ist nahezu jede Färbung möglich. Weitere mögliche Anzeichen für Durchfall: Die Kleinen sind appetitlos und essen schlecht, sind erschöpft und lustlos.
Die größte Gefahr einer Durchfallerkrankung bei Babys und Kleinkindern ist eine rasche Dehydrierung / Austrocknung des Körpers. Der Flüssigkeits- und Salzverlust ist bei ihnen (bezogen auf das Körpergewicht) überproportional hoch. Kommen Fieber und Erbrechen hinzu, besteht unter Umständen auch Lebensgefahr. Ernste Anzeichen hierfür sind Mundtrockenheit, Müdigkeit bis hin zu Apathie, eher kühle Arme und Beine, sie scheiden wenig Urin aus. Bei diesen Anzeichen die Kleinen bitte umgehend dem Arzt vorstellen. Ebenfalls sofort zum Arzt sollten Sie gehen, wenn Ihr Kind Durchfall hat und Sie kurz zuvor mit ihm von einer Auslandsreise zurückgekommen sind.
Häufige Gründe für Durchfall bei Kindern sind Darm-Infektionen durch Viren (Noro- und Rotaviren) und Bakterien (meist Salmonellen). Virale Darminfektionen sind hoch ansteckend (Schmierinfektion!). Entsprechende einfache Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen können helfen, sie auf eine Person pro Familie zu beschränken. Ab und an können auch Parasiten oder verdorbene Lebensmittel die Ursache einer Durchfallerkrankung sein.
Auch für die Kleinen ist Durchfall quälend. Meist stecken Darm-Infektionen durch Viren wie Noro- und Rotaviren oder Bakterien wie Salmonellen dahinter.
Was tun bei Durchfall?
- Es gibt gute und weniger gute Hausmittel, mit denen man sein Kind bei einer Durchfallerkrankung unterstützen kann. Erstaunlicherweise halten sich auch die weniger guten Hausmittel hartnäckig. In diesem Fall sind das Cola und Salzstangen. Von beidem ist abzuraten. Sie können sogar eher schädlich sein.
- Im Falle einer viralen oder bakteriellen Infektion wird das Immunsystem Ihres Kindes in aller Regel allein mit den Erregern fertig und der Durchfall verschwindet, sobald seine Ursache verschwunden ist. Nach zwei bis vier Tagen sollte der Körper üblicherweise die Erreger erfolgreich entsorgt haben.
- Unterstützen Sie während dieser Zeit Ihr Kleines dabei, mit dem Flüssigkeitsverlust fertig zu werden, den es durch die häufigen Stühle erleidet. Ältere Kinder können alles trinken, was sie mögen, um ihren Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten, am besten abwechslungsreich, wiederholt und in kleinen Mengen. Empfehlenswert sind schonende Tees mit etwas Zucker (kein Honig!). Die Färbung des kindlichen Urins ist ein guter Anhaltspunkt für den Zustand des Flüssigkeitshaushalts. Der Urin sollte hell und klar sein. Dunkelgelber, konzentrierter Urin spricht für zu wenig Flüssigkeit.
- Die Rehydrierung (die Umkehr der Dehydrierung) bei Babys und Kleinkindern ist nicht ganz so einfach. Wasser allein enthält nicht genug Natrium, Kalium und andere Mineralien, um sehr kleine Kinder sicher zu rehydrieren. Es gibt fertige Elektrolyt-Glukose-Mischungen, die eine Rehydrierung unterstützen. Sprechen Sie zuvor jedoch unbedingt mit Ihrem Arzt. Was Sie jederzeit selbst tun können: Wenn Sie stillen, bieten Sie Ihrem Säugling oder Kleinkind zusätzlich Muttermilch an.
- Weitere Maßnahmen: Bei (Verdacht auf) Durchfall messen Sie auf jeden Fall die Körpertemperatur. Eine erhöhte Körpertemperatur lässt einen Infekt vermuten, ebenso zusätzliches Erbrechen. Vermeiden Sie zu Beginn einer Durchfall-Erkrankung feste Nahrung. Erst wenn Ihr Kind wieder etwas „bei sich behält“ und Appetit hat, bieten Sie ihm leicht verdauliche Nahrung an, zum Beispiel Banane, Reis, Zwieback, Möhren, geriebenen Apfel).
- Homöopathische Arzneimittel eignen sich, um das Immunsystem Ihres Kindes bei der Abwehr und der Ausbreitung von Bakterien und Viren im Falle einer Darmerkrankung zu unterstützen. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Kinderarzt oder Heilpraktiker beraten.
Behandlung durch den Kinderarzt
Bei Durchfällen ist die Hilfe eines Arztes unter folgenden Umständen notwendig:
- auf jeden Fall bei Babys und Säuglingen unter 6 Monaten
- wenn Ihr Kind sehr krank / apathisch wirkt oder seit mehr als drei Tagen Durchfall hat
- bei merklichem Flüssigkeitsverlust, wenn es keine Flüssigkeit bei sich behalten kann oder wenn es nicht trinken möchte
- bei anhaltendem Fieber, gleichzeitigen Bauchschmerzen und / oder bei gleichzeitigem Erbrechen
- bei Blut im Stuhl Ihres Kindes
- wenn Ihr Säugling seit 6 Stunden oder Ihr Kleinkind seit 12 Stunden nicht uriniert hat
- wenn seine Bauchdecke sehr angespannt ist
Wenn ein Baby Durchfall hat, sollte es zur Sicherheit ärztlich untersucht werden. Denn ein so kleiner Körper verliert schnell zu viel Flüssigkeit und wichtige Salze, und das kann lebensgefährlich werden.
Mehr Wissen
Neben viralen und bakteriellen Infektionen gibt es zahlreiche weitere Ursachen für Durchfallerkrankungen bei Kindern. Der Durchfall ist entweder anhaltend, wechselt mit normalem Stuhlgang oder tritt phasenweise auf. Ursachen sind zum Beispiel Lebensmittelallergien (Kuhmilchallergie) und Intoleranzen (Laktoseintoleranz), Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie. Sie treten jedoch sehr selten auf.
Bekannt sind außerdem unspezifische Durchfälle, die typischerweise bei Kleinkindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren auftreten und nicht auf Infektionen zurückzuführen sind. Die Kleinen haben in der Regel KEINE Bauchschmerzen, kein Erbrechen und keinen Gewichtsverlust. Eine solche Erkrankung sollten Sie auf jeden Fall mit der Kinderärztin beziehungsweise dem Kinderarzt besprechen.
Erzsébet Reisinger
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Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.
Auch bei Babys sind bakterielle oder virale Infektionen die häufigste Durchfall-Ursache. Babys nehmen die Keime durch Kontakt mit anderen Menschen, mit unsauberen Lebensmitteln oder mit Wasser auf, die sie berühren und dann ihre Händchen in den Mund stecken. Aber Infektionen sind nicht die einzige Ursache. Auch zu viel vom guten, süßen Fruchtsaft kann schon mal zu viel für den empfindlichen Babydarm sein.
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Wie erkenne ich Durchfall bei Babys?
Was Sie in der Windel Ihres Babys finden, ist stark abhängig von dem, was es gerade zu sich nimmt (Muttermilch, Säuglingsnahrung). Babykot ist normalerweise viel weicher als der eines Erwachsenen, manchmal sogar sehr weich. Wenn er jedoch plötzlich viel lockerer oder wässriger wird und häufiger und in großen Mengen auftritt, kann es sich um Durchfall handeln. Dann sollten Sie genauer beobachten, was Ihr Baby hinterlässt. Wenn sein Stuhlgang sehr flüssig ist, und das mehr als 4-mal pro Tag, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Das tun Sie bitte auch dann, wenn heftige, kolikartige Bauchschmerzen dazukommen, Blut im Stuhl zu sehen ist oder Fieber vorhanden ist.
Besonders bei Babys und Säuglingen führen Durchfälle dazu, dass der kleine Körper schnell zu viel Wasser und Mineralien (etwa die Elektrolyte Natrium und Kalium) verliert. Der Körper von Babys besteht aus circa 80 Prozent Wasser. Es kann daher sehr schnell dehydrieren (extremer Flüssigkeitsverlust), oft schon innerhalb von ein oder zwei Tagen nach Beginn des Durchfalls und besonders schnell dann, wenn Fieber mit im Spiel ist. Flüssigkeitsverlust ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Kleinen. Achten Sie daher bei Ihrem Baby auf Anzeichen wie einen trockenen Mund, wenig oder kaum Urin, eine ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Schlaffheit. Auch eine eingefallene Fontanelle, die im ersten Lebensjahr noch nicht verknöchert ist, ist ein Hinweis für einen Flüssigkeitsverlust. Bei drohender Dehydrierung ist die Haut Ihres Babys nicht so elastisch wie sonst. Sie federt nicht zurück, wenn man sie sanft drückt und wieder loslässt. Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt sollten Sie in diesem Fall unbedingt konsultieren.
Was macht man, wenn das Baby Durchfall hat? Wenn es an einer bakteriellen oder viralen Darminfektion mit Erbrechen und Durchfall leidet, wird es für ein bis zwei Tage außer Gefecht sein. Ist es ansonsten gesund, sollten die Symptome innerhalb einer Woche von selbst abklingen. Um den Verlust an
Je nach Ursache können homöopathische Arzneimittel und Naturheilmittel bei einer Darmerkrankung unterstützend eingesetzt werden. Lassen Sie sich hierzu von Ihrer Hebamme, dem Kinderarzt oder Heilpraktiker beraten.
Ein Kleinkind sollte möglichst viel trinken, wenn es Durchfall hat. Empfehlenswert sind Tees mit einer Prise Salz und etwas Traubenzucker oder fertige Elektrolytgetränke.
Hartmut Pensel
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Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Schwerpunkt Diabetes, Homoöpathie und Naturheilverfahren, Heilpraktiker und Experte in biologischer Medizin (Universität Mailand). Er ist Eigentümer von vier Apotheken in Lichtenfels und Bad Staffelstein.
Fragen Sie sich zunächst, was den Durchfall verursacht haben könnte. Was haben Sie gegessen, eventuell eine ungewohnte Speise? Kommen Sie gerade aus dem Urlaub zurück und haben sich womöglich auch einen Darmvirus mitgebracht? Es könnte eventuell auch an verdorbenen Lebensmitteln liegen. Wenn Sie Medikamente einnehmen, könnte der Durchfall eventuell auch eine unerwünschte Nebenwirkung sein. Das sollten Sie dann mit Ihrem Arzt besprechen. Auch kann Durchfall die Folge einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sein.
Vorbeugen
Wichtigste Vorbeugemaßnahme sind regelmäßiges Händewaschen, Durchgaren von Geflügel, bei Gerichten mit rohen Eiern (zum Beispiel Mayonnaise, Tiramisu) immer ganz frische Eier verwenden und die Speisen gut gekühlt und nicht zu lange aufbewahren.
Tipps bei Durchfall
Flüssigkeitsverlust ausgleichen
Wichtig bei jeder Durchfallerkrankung ist: Gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust aus, indem Sie viel trinken. Führen Sie gezielt
Kohle + Heilerde
Ein altes Mittel aus der Hausapotheke sind Kohletabletten. Aber auch Heilerde ist sehr empfehlenswert, da sie mögliche Giftstoffe an sich bindet.
Getrocknete Heidelbeeren
Auch das ist ein bewährtes, natürliches Mittel aus der Hausapotheke: Kauen Sie bei Durchfall 1 EL getrocknete Heidelbeeren (in der Apotheke erhältlich).
Kamillentee
Treten zum Durchfall Krämpfe auf, können Sie Kamillentee trinken, der die Krämpfe lösen kann.
Leichte Kost + Karottensuppe nach Moro
Essen Sie nichts Schweres. Haferschleim ist bekömmlich und ausgleichend. Bei Durchfall empfiehlt sich die Karottensuppe nach Moro. Dafür 500 g Karotten sparsam schälen und in grobe Stücke schneiden und mit 1 Liter Wasser in einen Topf geben. Mindestens eine bis eineinhalb Stunden kochen. Dann fein pürieren und mit kochendem Wasser wieder auf insgesamt 1 Liter auffüllen. 1 TL Salz hinzufügen.
Eine selbstgemachte Karottensuppe ist ein gutes Hausmittel bei Durchfall.
Darmflora sanieren
Tritt der Durchfall nach einer Antibiotikaeinnahme auf, sollten Sie in der Apotheke nach einer Kur zur Darmsanierung fragen, um Ihre Darmflora wieder aufzubauen. Durch eine mikrobielle Untersuchung können Sie prüfen lassen, ob Ihre Darmflora gestört ist.
Wann zum Arzt?
Wenn es zu akutem Durchfall kommt, sollten Sie besonders bei Kindern sehr achtsam reagieren und am besten einen Arzt hinzuziehen. Denn der Flüssigkeitsverlust kann bei Kindern schnell sehr dramatisch werden. Erwachsene müssen nicht sofort zum Arzt, sollten es aber immer dann, wenn sich zusätzlich Fieber einstellt oder starke Krämpfe, und der Durchfall tagelang anhält.
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