Frau sitzt auf der Coach und ist übel

Übelkeit und Erbrechen: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann

Autorin

Experte Alexandra Kuhn

Alexandra Kuhn

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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.

Zunächst hat Anna nur ein leicht flaues Gefühl im Magen. Kurze Zeit später bricht ihr der Schweiß aus und ihr ist richtig übel. Nicht mal eine Tasse Kräutertee bekommt sie hinunter. „Habe ich vielleicht etwas Falsches gegessen oder mir eine Magen-Darm-Grippe eingefangen? Ist es besser, wenn ich gleich zum Arzt gehe?“, fragt sich die junge Frau. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Übelkeit und Erbrechen und zusätzlich wertvolle Experten-Tipps zusammengestellt. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen wie: Welche Ursachen kann Übelkeit haben? Was kann man im Akutfall tun, wenn einem übel ist? Hilft Homöopathie bei Übelkeit und Erbrechen?

1. Übelkeit und Erbrechen: Kurz zusammengefasst

Übelkeit und Erbrechen sind keine eigenständigen Erkrankungen, sondern Symptome, die viele Ursachen haben können. 

Ausgelöst werden Übelkeit und Erbrechen durch eine Stimulation des Brechzentrums im Gehirn. Übelkeit kann plötzlich auftreten oder sich allmählich steigern. Das Gefühl ist meist sehr unangenehm und kann zum Erbrechen führen. Dabei zieht sich reflexartig der Magen zusammen, der Mageninhalt wird über die Speiseröhre und den Mund nach draußen befördert.

Die Symptome Übelkeit und Erbrechen sind sehr unspezifisch. Manche Auslöser sind mehr oder minder harmlos, beispielsweise wenn man zu viel oder etwas Falsches gegessen hat. Dann versucht der Körper, die schädlichen Stoffe auf diesem Weg „loszuwerden“. Erbrechen ist in diesen Fällen eine Schutzfunktion des Körpers. Übelkeit und Erbrechen können aber auch Symptome einer Vergiftung oder einer ernsten Erkrankung wie Herzinfarkt, ein Magengeschwür oder eine Lebererkrankung sein. 

Einen ständigen Brechreiz empfinden Menschen, die über Monate unter chronischer Übelkeit und Erbrechen leiden.

Frau ist schlecht und beugt sich über ein Waschbecken

Wenn es einem übel ist, fühlt man sich schwach und benommen. Oft kommt auch das Gefühl hinzu, dass man sich übergeben muss.

2. Symptome von Übelkeit und Erbrechen

Erstes Anzeichen von Übelkeit ist ein flaues Gefühl in der Magengegend, das sich zu einem mitunter extrem unangenehmem Gefühl im Oberbauch steigern kann. Weitere Symptome bei Übelkeit sind Völlegefühl und ein Druckgefühl im Schlundbereich. Bei anhaltender Übelkeit ist der Speichelfluss erhöht, die Betroffenen werden oft blass und Schweiß bricht aus. Manchmal kommen Fieber, Schwindel und Kreislaufschwäche dazu. 

Bei anhaltender Übelkeit stellt sich Brechreiz ein. Dabei ziehen sich das Zwerchfell und die Bauchmuskeln zusammen. Typisches Symptom beim Erbrechen ist ein Würgereflex. Dann wird der Mageninhalt in einem Schwall über die Speiseröhre und den Mund entleert. Luftröhre und der Nasen-Rachenraum werden jetzt automatisch verschlossen, damit das Erbrochene nicht in die Atemwege gelangt.

Beim Erbrechen werden mit dem Mageninhalt auch Wasser und Mineralstoffe abgegeben. Deshalb führt häufiges Erbrechen zur Austrocknung und zum Mineralstoffmangel, den man unbedingt durch viel Trinken von Mineralwasser, Tee oder elektrolythaltigen Getränken ausgleichen sollte. Schüßler-Salze können hierbei unterstützend wirken. 

Homöopathische Medikamente können ebenfalls bei Übelkeit und Erbrechen genommen werden. Sie unterstützen den Körper bei Magenproblemen und Störungen im Verdauungstrakt. Auch bei Reiseübelkeit können sie sinnvoll sein.

Grafik Übelkeit

Wenn das Brechzentrum im Gehirn gereizt wird, sendet es Nervenimpulse an den Magen, das Zwerchfell und die Bauchdecke. Daraufhin drückt das Zwerchfell (rote Linie über dem Magen) nach unten, die Bauchdecke drückt nach innen, und der Magenboden zieht sich zusammen. Der Mageninhalt wird mit einem Schwall herausgestoßen.

3. Ursachen und Auslöser von Übelkeit und Erbrechen

Viele Ursachen kommen für Übelkeit und/oder Erbrechen infrage: 

  • Sehr häufig entstehen Übelkeit und/oder Erbrechen beim Essen – aus Ekel oder weil man zu fett, zu viel oder Verdorbenes zu sich genommen hat. 
  • Giftstoffe, beispielsweise zu viel Alkohol, Koffein oder eine Vergiftung, versucht der Körper durch Erbrechen auszuscheiden.
  • Eine der häufigsten Ursachen ist eine Magen-Darm-Grippe – ausgelöst durch Viren (zum Beispiel Noro- oder Rotaviren) oder durch bakterielle Erreger wie Escherichia coli.
  • Erkrankungen im Bereich des Verdauungsapparats wie Leber- und Gallenleiden oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung können ebenfalls Übelkeit und Erbrechen auslösen, oft verbunden mit heftigen Schmerzen.

Weitere Gründe für Übelkeit und Erbrechen können sein:

  • Hitzschlag/Sonnenstich nach zu langem Aufenthalt in der Sonne
  • Migräne
  • psychische Belastungen: Aufregung, große Nervosität oder Angst 
  • Reisekrankheit
  • Schwangerschaftsübelkeit in den ersten Monaten der Schwangerschaft
  • Nebenwirkungen einer Chemotherapie
  • Chronische Übelkeit und Erbrechen: Betroffene leiden über mehrere Monate unter häufiger Übelkeit und Erbrechen. Eine Ursache kann nicht festgestellt werden.

4. Untersuchung, Diagnose und Abgrenzung

Portrait von Dr. med. Ulf Riker

Ulf Riker

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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.

Übelkeit und Erbrechen sind keine Krankheiten, sondern Symptome, hinter denen sich verschiedene Krankheiten verbergen können. Es gilt zunächst, die möglichen Krankheitsursachen zu erkennen, um im nächsten Schritt eine zielführende Behandlung einleiten zu können.

Die Untersuchung

Die Untersuchung beginnt mit einer sorgfältigen Anamnese, die dazu dient, mögliche Ursachen zu differenzieren, aber auch, die in Frage kommenden homöopathischen Arzneien in den Fokus zu nehmen: 

  • Ist die Symptomatik akut aufgetreten oder besteht sie schon länger? 
  • Gab es einen zeitnahen Auslöser, zum Beispiel verdorbene Nahrungsmittel, schweres Essen oder zu viel Alkohol? 
  • Ist eine Ansteckung mit Viren oder Bakterien möglich? 
  • Besteht eine Schwangerschaft oder gibt es Hinweise auf eine mögliche Vergiftung?
  • Tritt die Übelkeit alleine auf oder zusammen mit Erbrechen, womöglich auch mit Durchfall? 
  • Treten gleichzeitig Schmerzen im Bauch auf? 
  • Was löst den Brechreiz aus oder verstärkt ihn? 
  • Sind Übelkeit und Erbrechen womöglich mit Kopfschmerzen verbunden? 
  • Besteht eine auffällige, womöglich gelbliche Verfärbung der Haut und der Bindehäute im Auge? 
  • Kommt es immer wieder zu einer ähnlichen Symptomatik oder handelt es sich um eine einmalige Krankheitsepisode? 
  • Ist eine Stoffwechselkrankheit eventuell vorbekannt? 
  • Verhindert die Übelkeit womöglich ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, weil das Getrunkene rasch wieder erbrochen wird? 

Diese und ähnliche Fragen müssen nicht zuletzt deswegen geklärt werden, weil die im Vordergrund stehenden Symptome Übelkeit und Erbrechen zunächst eher unspezifischer Natur sind.

Die körperliche Untersuchung kann sich in unkomplizierten Fällen auf Folgendes beschränken:

  • Zunge inspizieren (Beläge, auffallender Mundgeruch, Trockenheit der Schleimhaut als Ausdruck eines Flüssigkeitsmangels?)
  • Bauch abtasten (lokal umschriebene Schmerzhaftigkeit, Auftreibung durch vermehrte Gasbildung ?) 
  • Bauch abhören (normale, vermehrte oder verminderte Darmgeräusche?) 
  • Bei reichlichem Erbrechen ist zu klären, ob insgesamt ein Flüssigkeitsmangel entstanden ist.
Mann ist übel und hat Kopfschmerzen

Übelkeit kann auch mit Kopfschmerzen einhergehen. Oft kann man nicht einmal Wasser trinken, ohne es gleich wieder zu erbrechen.

Die Diagnose

Die häufigste Diagnose bei Übelkeit und Erbrechen ist eine Magenschleimhautreizung oder Magenschleimhautentzündung in Folge zu reichlicher oder verdorbener Nahrungsmittel. Auch eine Virusinfektion kann dahinterstecken. 

Doch: Soll man erbrechen, wenn einem schlecht ist? Wenn man bei Übelkeit versucht, Erbrechen herbeizuführen, kann das einerseits zur Besserung der Übelkeit beitragen und deutlich machen, dass es sich vermutlich nur um eine oberflächliche Schleimhautreizung im oberen Magen-Darm-Bereich handelt. Verschlimmert sich die Übelkeit aber trotz des herbeigeführten Erbrechens, so kann eine ernstere Erkrankung nicht ausgeschlossen werden.

Die Abgrenzung

Sobald ernste zusätzliche Symptome wie Kreislaufstörungen, Durchfall, zum Rücken ausstrahlende Oberbauchschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber, Schwäche, Schwindel oder Ähnliches auftreten, ist in jedem Fall und dringend ärztlicher Rat einzuholen. Die Symptomatik kann sich unter Umständen rasch zu einer Notfallsituation entwickeln, wenn sich zum Beispiel eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Hirnblutung oder Hirnhautentzündung, ein Nierenversagen, eine Blinddarmentzündung oder auch ein Herzinfarkt hinter den Beschwerden verbirgt! Sobald eine Selbstmedikation – sei sie allopathisch oder homöopathisch – nicht rasch und deutlich zu Linderung führt, sollte man kompetente Hilfe hinzuziehen.

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5. Verlauf, Prognose und Komplikationen

Portrait von Stefan Reis

Stefan Reis

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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.

Der Verlauf

Da es sich bei Übelkeit und Erbrechen um Symptome einer Krankheit, nicht aber um die Krankheit an sich handelt, sind Verlauf, Prognose und Komplikationen von der zugrunde liegenden Störung abhängig.

Die Prognose

Handelt es sich beispielsweise um eine Reise- oder Seekrankheit, hören die Beschwerden rasch auf, wenn der auslösende Umstand wegfällt. Ähnlich verhält es sich bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei einer Infektion ist oft erst mit Abklingen derselben damit zu rechnen, dass Übelkeit und Erbrechen nachlassen.

Die Komplikationen

Was tun bei langanhaltender Übelkeit und Erbrechen? Wiederholtes Erbrechen kann zu einem bedenklichen Flüssigkeitsverlust führen, bei dem auch ein Elektrolytmangel entstehen kann. Dies ist vor allem bei kleinen Kindern und bei alten Menschen, die womöglich ohnehin nicht genug trinken, eine Gefahr. Außerdem kann das Erbrochene durch die mitgeführte Magensäure Speiseröhre und Kehlkopf reizen. Zudem besteht die Gefahr, dass das Erbrochene in die Luftröhre gelangt und dort Schäden verursacht. In sehr seltenen Fällen kann es durch die Druckerhöhung beim Erbrechen auch zu gefährlichen Rissen in der Speiseröhre kommen.

Rechtlicher Hinweis: Heilpraktikern ist die Behandlung von Erkrankungen durch meldepflichtige Infektionserreger wie Salmonellen grundsätzlich nicht erlaubt.

6. So bereiten Sie sich auf Ihren Besuch beim homöopathisch ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker vor

Übelkeit und Erbrechen natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden. 

Kann Homöopathie auch bei langanhaltender Übelkeit helfen? Um diese Frage zu klären und ein passendes homöopathisches Arzneimittel auszuwählen, ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:

  • Seit wann leiden Sie unter Ihren Beschwerden? Gab es eine Ihnen bekannte Ursache?
  • Sind Ihnen bestimmte Einflüsse bekannt, die bei Ihnen Übelkeit oder Erbrechen auslösen? Denken Sie an bestimmte Nahrungs- und Genussmittel, an Medikamente, an Bewegungen (auch passive, zum Beispiel Autofahren), an Gerüche etc. Wie vertragen Sie eine engere Kleidung am Bauch oder Druck von außen auf die Magengegend?
  • Wie oft kommt es zu Erbrechen? Wie fühlen Sie sich danach? Wie ist das Erbrochene beschaffen?
  • Was hilft Ihnen gegen die Beschwerden? Lindern bestimmte Getränke (kalte oder warme, Tee etc.) das Unwohlsein? Hilft womöglich frische Luft, ist Bewegung angenehm oder verschlechtert sie? Ist die Übelkeit vielleicht im Liegen oder beim Gehen weniger ausgeprägt oder sind Sie eher geneigt, Ruhe zu halten?
  • Haben sich seit Beginn der Beschwerden noch andere, begleitende Symptome eingestellt, zum Beispiel Frösteln, Fieber, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, Kopfschmerzen, Mundgeruch oder ein veränderter Mundgeschmack? Kommt es auch zu Aufstoßen und falls ja, ist das mit einem besonderen Geschmack verbunden? Inwiefern ist Ihre psychische Verfassung beeinträchtigt?

Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.

Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.

Selbstbeobachtungsbogen zu akuten Beschwerden

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7. Behandlung von Übelkeit und Erbrechen

Portrait von Dr. med. Ulf Riker

Ulf Riker

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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.

Erfahrungsgemäß helfen bei Übelkeit und Erbrechen Tee-Zubereitungen aus Pfefferminze, Melisse und Kamille sowie nicht allzu heißes Ingwer-Wasser (etwa 15 Minuten ziehen lassen!), dem auch Honig und etwas frisch gepresster Zitronensaft zugemischt wird. Die Nahrungsaufnahme sollte für 24 Stunden auf ein Minimum reduziert werden. Dabei sind Zwieback und / oder Haferschleim (gekocht mit Wasser) als Hausmittel altbewährt. Wenn trotz Übelkeit ein Hungergefühl besteht, kommt eine Karottensuppe in Betracht, der auch eine Prise Salz beigemischt werden kann, wenn durch das Erbrechen Elektrolyte verloren gehen. Bei länger anhaltendem Erbrechen ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

In schwereren Fällen, die auf die genannten Maßnahmen nicht zeitnah positiv ansprechen, kommen allopathische Medikamente aus der Apotheke in Frage.

Wie hilft Homöopathie bei Übelkeit und Erbrechen? Eine homöopathische Behandlung kann bei korrekter Arzneiwahl die Symptome häufig lindern. Wichtig ist hierbei, die individuelle Symptomatik möglichst genau zu beobachten. Besonders wichtig bei der Mittelentscheidung sind die Modalitäten sowie die Begleitsymptome. Mit Modalitäten sind die spontan beobachteten Umstände der Besserung oder Verschlechterung der Symptome gemeint. Meist reagieren Kranke instinktiv richtig und vermeiden, was ihnen nicht gut tut. Es handelt sich dann um eine Modalität der Verschlechterung. Ähnlich lassen sich auch Modalitäten beobachten, die im konkreten Fall zu einer Linderung der Symptome führen. Unter Begleitsymptomen versteht man Erscheinungen, die parallel zu Übelkeit und Erbrechen in anderen Körperregionen auftreten, also zum Beispiel Frösteln oder Hitze, Schweißausbrüche, Durchfälle, Bauchschmerzen, Geschmacks- oder Geruchsstörungen und vieles andere.

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Das für Sie individuell passende Mittel finden

In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen. 

Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn. 

Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Übelkeit und Erbrechen mit Homöopathie!

8. Übelkeit und Erbrechen bei Baby und Kind

Portrait von Dr. Markus Wiesenauer

Markus Wiesenauer

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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.

Übelkeit und Erbrechen können je nach Lebensalter – Neugeborene, Säuglinge, ältere Kinder – sehr unterschiedliche Ursachen haben. Im späteren Kindesalter kommt Erbrechen weniger häufig vor als bei Kleinkindern. Meist sind es Warnsignale des Körpers. Es können aber auch ernstzunehmende Symptome von verschiedenen Krankheiten sein. Deshalb müssen Babys, die erbrechen, dem Arzt vorgestellt werden. Auch mit homöopathischen Arzneimitteln lassen sich die Beschwerden und Unwohlsein behandeln.

Typische Symptome

Übelkeit und Erbrechen treten häufig bei Kleinkindern und Grundschulkindern auf. In diesem Lebensalter kann sich bei Kindern bereits eine Neigung entwickeln, wonach sie beim Kranksein vor allem mit Erbrechen reagieren. Der Körper meldet sich, quasi als Schutzfunktion, um auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Als Erstes setzt Übelkeit ein, was schon mal signalisiert „jetzt wird nicht mehr weitergegessen“. 

  • Häufige Ursachen sind die Folgen von Durcheinander-Essen, zu vielen Süßigkeiten, kalten Getränken oder nach dem Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln. Auch können Infektionskrankheiten beispielsweise eine akute Mittelohr- oder Mandelentzündung mit Erbrechen verbunden sein.
  • Wenn Übelkeit und Erbrechen von Fieber und Durchfall begleitet werden, dann handelt es sich meistens um eine Magen-Darm-Infektion. Möglich sind auch eine Blinddarmentzündung, Magenschleimhautentzündung, Nahrungsmittelunverträglichkeit oder ein Darmverschluss, um einige weitere Ursachen zu nennen, die eine sofortige ärztliche Hilfe erfordern. 
  • Auch wenn der dringende Verdacht besteht, dass das Kind einen Fremdkörper verschluckt oder ein Haushaltsmittel im unbeobachteten Moment getrunken hat, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. 
  • Weitere Ursachen für Übelkeit und Erbrechen sind ein Sonnenstich oder eine Reisekrankheit. Viele Kinder sind dann außerdem noch blass, schwitzen und leiden unter Schwindel.
  • Weil sich der Magen und Darm von Babys erst an die Nahrungsaufnahme gewöhnen müssen, übergeben sie sich häufig nach dem Essen („Speikinder“).  Meist dauert es einige Monate, bis die Anpassungsprozesse abgeschlossen sind. Solange die Babys gut gedeihen, müssen Eltern nicht besorgt sein. Ein Arzt muss hinzugezogen werden, wenn es sich um schwallartiges Erbrechen direkt nach der Nahrungsaufnahme handelt, das Baby ständig hungrig ist und selten Stuhlgang hat.
  • Wenn Babys unter einer Erkältungskrankheit leiden, ist es keine Seltenheit, wenn beim Husten Nahrung herausgewürgt wird.  
  • Messfühler im Magen-Darm-Trakt und das Brechzentrum im Gehirn steuern den Impuls für das Erbrechen. Die Verbindung zum Gehirn erklärt, warum es bei einer Gehirnerschütterung zu Übelkeit und Erbrechen kommen kann.
  • Wenn Ihr Kind über wiederkehrende Kopfschmerzen klagt und sich anfallsweises Erbrechen einstellt, dann kann es sich auch um eine Migräne im Kindesalter handeln.
  • Viele Kinder reagieren auf Stress, Aufregung oder eine psychische Belastung mit Übelkeit und Erbrechen. Auch bei einem beginnenden Schock, wie beispielsweise nach einer Verletzung („kann kein Blut sehen“), passiert es häufig, dass es einem „schlecht wird“.
Frau im Flugzeug übergibt sich

Vielen Menschen wird es beim Reisen zum Beispiel beim Fliegen schlecht und sie müssen sich übergeben

Was tun bei Übelkeit und Erbrechen?

Viele Eltern fragen sich, wenn es ihrem Sprössling schlecht geht: Was hilft schnell gegen Übelkeit und Erbrechen bei Kindern? Die Frage kann leider nicht pauschal beantwortet werden, denn es kommt auf den Auslöser an. Je nach Ursache können homöopathische Arzneimittel und bewährte Hausmittel bei Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden. Folgende Maßnahmen können Sie zusätzlich ergreifen:

  • Erbricht Ihr Kind, sollten Sie darauf achten, dass es sich dabei nicht verschluckt. Kleine Kinder müssen mit dem Gesicht nach unten aufgenommen oder gehalten werden. Bei größeren Kindern reicht es meist, ihnen beim Aufrichten zu helfen und entsprechende Gefäße griffbereit zu haben. 
  • Wenn Ihr Baby oder Kind gerade erbrochen hat, kühlen Sie seine Stirn mit einem feuchten Waschlappen. Er lindert die Übelkeit und das Schwindelgefühl. Wenn Sie ein größeres Kind haben, können Sie ihm anbieten, den Mund kurz mit Wasser oder Tee zu spülen, um den sauren Geschmack loszuwerden. Wenn Ihr Kind dazu in der Lage ist, kann es auch die Zähne putzen. Kinder, die noch nicht ihren Mund spülen können, bekommen einen kleinen Schluck Wasser oder Tee zur Neutralisierung. 
  • Die meisten Kinder wollen bei Übelkeit und Erbrechen nur ihre Ruhe haben. Die Nahrungsaufnahme darf erst einmal vernachlässig werden, bis sich der Appetit von selbst wieder einstellt. 
  • Wichtig ist, dass ausreichend getrunken wird, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Vor allem wenn Übelkeit und Erbrechen von Durchfällen begleitet werden, muss die verlorene Flüssigkeit schnell ersetzt werden. 
  • Beginnen Sie mit kleinen Mengen in kurzen Abständen. Je nach Alter des Kindes können Sie alle fünf Minuten einen Esslöffel Tee (Fenchel-, Pfefferminz- oder Kamillentee) oder lauwarmes Wasser reichen. Wenn die Flüssigkeit nicht gleich wieder ausgespuckt wird, kann die Menge bei größeren Kindern langsam auf eine halbe Tasse erhöht werden. Bei länger anhaltendem Erbrechen sollte in der Flüssigkeit etwas Traubenzucker und Salz aufgelöst werden, um den Verlust an lebenswichtigen Mineralien auszugleichen. Eine fertige Elektrolytlösung aus der Apotheke gewährleistet die richtige Zusammensetzung.
Kleinkind erbricht sich

Halten Sie Ihr Kind, wenn es spuckt und achten Sie darauf, dass es das Erbrochene nicht verschluckt.

Behandlung durch den Arzt

Ein Arztbesuch ist unter folgenden Umständen notwendig:

  • schwallartiges Erbrechen bei Babys 
  • wenn Übelkeit und Erbrechen anhalten 
  • Fieber und Durchfall oder Verstopfung auftreten
  • das Kind starke Bauch- oder Kopfschmerzen hat
  • es teilnahmslos und krank wirkt 
  • das Erbrochene wie Kaffeesatz aussieht oder hellgrün ist
Icon Idee in weiß

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Bei häufigem Erbrechen ist Trinken die wichtigste Maßnahme. Je jünger die Kinder sind, umso schneller kann es passieren, dass sie zu viel Flüssigkeit verlieren und austrocknen. Doch wie können Sie erkennen, ob Ihr Kind unter einem Flüssigkeitsmangel leidet? Es gibt drei wichtige Hinweise, auf die Sie achten sollten:

  1. Beobachten Sie, wie oft Ihr Kind die Toilette besucht, beziehungsweise wie viel Urin in der Windel landet. Ein erster Hinweis ist, wenn die Blase weniger häufig als üblich geleert werden muss. 
  2. Kinder, die unter einem Flüssigkeitsmangel leiden, atmen verstärkt durch den Mund. Ihre Mundschleimhaut ist dann eher blass und trocken. Beim Weinen bleiben die Augen trocken, weil sich keine Tränen mehr bilden. 
  3. Letzte Gewissheit gibt der Hautfalten-Test: Ziehen Sie zwischen zwei Finger eine Hautfalte am Handrücken oder Bauch ihres Kindes sanft nach oben. Bildet sie sich nach dem Loslassen nicht sofort wieder zurück, sondern bleibt für kurze Zeit stehen, fehlt Ihrem Kind Flüssigkeit.

Das sagt Hebamme Erzsébet Reisinger zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Babys und Kleinkindern

Hebamme Erzsebet Reisinger

Erzsébet Reisinger

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Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.

„Speikinder sind Gedeihkinder“, heißt es so schön im Volksmund. Viele Babys erbrechen häufig kleinere Portionen ihrer Milchmahlzeit, weil der Muskel zwischen Speiseröhre und Magen noch relativ schwach ist. Vor allem wenn die Babys gleich nach dem Trinken hingelegt werden, kann es passieren: Die Milch fließt die Speiseröhre wieder zurück, und das Baby fängt an zu spucken. Solange Ihr kleiner Schatz gut trinkt und wächst, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Spuckerei hört von ganz alleine auf. 

Ganz anders verhält es sich natürlich, wenn Ihr Baby schwallartig direkt nach der Mahlzeit erbricht und Sie beobachten, dass Ihr Kind nicht zunimmt, wenig Stuhlgang und ständig Hunger hat. Bei Babys bis zu drei Monaten kann es ein Hinweis auf eine Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose) sein. Oft hilft es, wenn das Baby in seinem Bettchen nicht zu flach auf dem Rücken liegt. Eine aufrechtere und seitliche Lagerung wird bei der Neigung zum Erbrechen empfohlen. Eine weitere Maßnahme ist ausgiebiges Aufstoßen nach der Nahrungsaufnahme. Es beugt Blähungen vor, die die Wahrscheinlichkeit für Spuckattacken zusätzlich erhöhen können. Einige homöopathische Arzneimittel können noch unterstützend eingenommen werden. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker darauf an. Nach der Reifung des Magenpförtners entspannt sich die Situation meist. 

Es kommt selten vor, aber natürlich können sich Babys auch einen Magen-Darm-Infekt einfangen oder auf bestimmte Nahrungsmittel mit Erbrechen reagieren. Auch bei Hustenanfällen oder Blähungen ist es möglich, dass sie dabei spucken. Einen Arzt aufsuchen sollten Sie immer dann, wenn Ihr Baby an Gewicht verliert und weitere Symptome auftreten wie Fieber, Durchfall und Verstopfung.

In den ersten Wochen und Monaten erbrechen Babys relativ häufig. Wenn Ihr Baby erbricht und Sie aber keine weiteren Symptome wahrnehmen, reicht es in den meisten Fällen aus, wenn Sie nur auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Babys, die gestillt werden oder Muttermilchersatz bekommen, erhalten dann häufiger kleinere Portionen. Fenchel- und Kamillentee mit etwas Traubenzucker und einer Prise Salz eignen sich ebenfalls zum Flüssigkeitsausgleich. Einige homöopathische Arzneimittel bieten sich zur Behandlung ebenfalls an.

Baby erbricht sich

Babys erbrechen relativ oft. Wichtig ist dann, dass sie genügend Flüssigkeit und die Milch in kleineren Portionen erhalten.

Frau sitzt mit Kaffee am Laptop

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9. Weitere Tipps und Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen

Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Homöopathie und Naturheilverfahren.

Hartmut Pensel

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Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Schwerpunkt Diabetes, Homoöpathie und Naturheilverfahren, Heilpraktiker und Experte in biologischer Medizin (Universität Mailand). Er ist Eigentümer von vier Apotheken in Lichtenfels und Bad Staffelstein.

Unwohlsein kann viele Ursachen haben. In vielen Fällen lässt es sich mit bewährten Hausmitteln behandeln. Apotheker Hartmut Pendel hat einige Tipps für Sie zusammengestellt – sie sind für Erwachsene und größere Kinder gleichermaßen geeignet.

Vorbeugen

Es gibt viele Auslöser, auf die Erwachsene, aber auch Kinder mit Übelkeit bis zum Erbrechen reagieren können. Je nach Ursache kann man vorbeugen, etwa indem man beispielsweise weniger deftig isst oder nicht zu lange in der Sonne liegt.

Tipps bei Übelkeit und Erbrechen

Nerven beruhigen
Liegt der Auslöser in der Psyche bedingt, handelt es sich zum Beispiel um Prüfungsängste, Probleme im Job oder in der Familie, sind beruhigende Maßnahmen hilfreich. In der Apotheke haben wir nervenausgleichend wirkende Teemischungen, die auch den Magen beruhigen können. 

Viel trinken    
Wer sich übergibt, verliert Flüssigkeit und Mineralien. Diese Speicher müssen wieder aufgefüllt werden. Am besten eignen sich Wasser oder ungesüßte Tees.

Heilpflanzen
Ingwer, Anis, aber auch der Pfefferminze werden beruhigende, ausgleichende Eigenschaften bei Übelkeit zugeschrieben. Kann man als Tee oder Lutschbonbon einnehmen.

Leichte Kost
Belasten Sie den Magen nicht, wenn Ihnen übel ist. Setzen Sie besser auf Haferschleim, trockenen Zwieback und Tee.

Wärme
Ist das Unwohlsein die Folge eines überlasteten Magens, kann Wärme wohltuend sein: Eine Wärmeflasche oder ein erhitztes Heusäckchen auf den Magen legen, sich entspannt zurücklehnen und tief durchatmen.

Entspannter unterwegs
Wer im Bus und in der Bahn, im Auto oder auf einem Schiff zur Reiseübelkeit neigt, sollte sich richtig auf die Fahrt vorbereiten: Gehen Sie nicht mit vollem Bauch auf Reisen, sitzen Sie im Bus oder Auto am besten vorne und halten Sie auf dem Schiff Ihren Blick auf den Horizont. Es gibt Medikamente gegen Reiseübelkeit, die man vorbeugend einnehmen kann. In der Apotheke kann man Sie da gut beraten. Manche Menschen reagieren positiv auf Ingwerbonbons oder Ingwertee zur Magenberuhigung.

Medikamente checken
Übelkeit oder Erbrechen kann auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, wie sie zum Beispiel bei Diabetes und Parkinson verabreicht werden. Das Problem sollte sich legen, wenn man sich nach ein bis zwei Wochen an das Medikament gewöhnt hat. Ist das nicht der Fall, beraten Sie sich mit Ihrem Hausarzt. Wer eine Chemotherapie machen muss, sollte mit seinem Arzt sprechen. Er kann spezielle Medikamente, sogenannte Antiemetika, verordnen.

Wann zum Arzt?

Wenn die Übelkeit mehr als zwei Tage anhält (Kinder und Senioren schon früher), es zu Fieber, starken Schmerzen oder Ohnmacht kommt, sollte in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden.

Pfefferminzpflanze

Pfefferminze, beispielsweise als Tee aufgebrüht, kann den Magen beruhigen.

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