Verstopfung: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern
Autorin
Alexandra Kuhn
·
Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Schon seit ein paar Tagen geht bei Ina nichts mehr. Sie hat zwar ständig das Gefühl, auf die Toilette zu müssen. Aber jedes Mal endet die Sitzung ergebnislos. Zusätzlich machen ihr Blähungen und ein unangenehmes Völlegefühl zu schaffen. Da sie auf keinen Fall chemische Abführmittel nehmen möchte, fragt sie sich: „Hilft Homöopathie bei Verstopfung? Soll ich zum Heilpraktiker oder Arzt gehen?“ Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Verstopfung, Behandlungsmöglichkeiten, geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung und zusätzlich wertvolle Experten-Tipps zusammengestellt.
Von Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn
- man weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat
- man dabei stark pressen muss
- der Stuhl hart und klumpig ist
Die Betroffenen haben meist das Gefühl, dass der Darm nicht vollständig entleert ist.
Eine Obstipation kann viele Ursachen haben. Häufig ist eine vorübergehende Verstopfung; etwa ein Fünftel der Erwachsenen leidet ab und zu unter einem trägen Darm, Frauen häufiger als Männer. Aber wie bekommt man eine Verstopfung? Auslöser sind beispielsweise mangelnde Bewegung, eine ballaststoffarme Ernährung oder Flüssigkeitsmangel. Auf Reisen kommt es oft zu vorübergehenden Stuhlgangproblemen durch die Zeitumstellung und ungewohntes Essen. Auch Erkrankungen und Medikamente können eine Obstipation auslösen. Gegen eine vorübergehende Verstopfung hilft es, die Ursachen zu beheben oder ihren Einfluss zu reduzieren.
Eine chronische Verstopfung liegt vor, wenn die Probleme länger als drei Monateauftreten. Sie ist oft nur schwer behandelbar.
Eine akute Verstopfung kann ein Hinweis auf einen Darmverschluss sein. Dies ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden.
Eine Sitzung kann manchmal sehr lange dauern. Wer unter Verstopfung leidet, sollte sich dafür Zeit nehmen, entspannt sein und nicht zu stark pressen.
Wie äußert sich eine Verstopfung? Eine Verstopfung wird von verschiedenen Symptomen begleitet, die individuell sehr unterschiedlich auftreten:
- Die Zahl der Darmentleerungen sinkt auf weniger als dreimal pro Woche.
- Der Stuhlgang ist erschwert, oft ist starkes Pressen notwendig, manchmal muss nachgeholfen werden.
- Der Stuhl ist hart, trocken und manchmal klumpig. Es werden oft nur kleine Mengen ausgeschieden.
- Die Betroffenen haben das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleert zu haben.
- Die Darmentleerung ist mit Schmerzen verbunden.
Weitere Begleitsymptome können Völlegefühl, Bauchschmerzen, ein aufgeblähter Bauch, Blähungen, Unwohlsein und Appetitlosigkeit sein. Manche Betroffene leiden außerdem unter Kopfschmerzen und Müdigkeit.
Bei einer Verstopfung befinden sich oft harte braune und trockene Stuhlklumpen im Dickdarm. Durch eine träge Darmbewegung bleiben sie quasi stecken und können nur erschwert und teils mit Schmerzen hinausbefördert werden.
Was kann die Ursache für Verstopfung sein? Man unterscheidet drei Gruppen an Ursachen für eine Verstopfung: Lebensstil, Erkrankungen und Nebenwirkungen von Medikamenten.
Ursachen, die aufgrund der Lebensweise zu Verstopfung führen sind:
- Ungünstige Ernährung, vor allem zu wenig Ballaststoffe. Dadurch verlängert sich die Darmpassage, der Stuhl wird hart. Das Gleiche passiert bei Flüssigkeitsmangel sowie bei zu wenig Bewegung oder bei Bettlägerigkeit.
- Einseitige Ernährung bei Diäten, Vitaminmangel (Vitamin B12) oder Vitaminüberschuss (Vitamin D) oder zu viel Kalzium (zum Beispiel durch Nahrungsergänzungsmittel).
- Unregelmäßiger Tagesrhythmus wie bei Fernreisen oder bei Schichtarbeit.
- Stress und psychische Belastungen: Im Stresszustand unterdrückt man oft den Stuhldrang, was zu einer chronischen Obstipation führen kann.
Verstopfung kann auch ein Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen sein. Die häufigsten sind:
- Störungen des Vitamin- oder Elektrolythaushalts, etwa bei einer Nierenfunktionsstörung oder bei Essstörungen
- fiebrige Infekte
- hormonelle Störungen, wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder Veränderungen in der Schwangerschaft
- Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)
- Glutenunverträglichkeit
- Darmerkrankungen
- Alkohol- und Drogenmissbrauch
- Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Parkinson, multiple Sklerose)
Verstopfung kann auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, beispielsweise:
- Eisenpräparate
- Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva
- Hormonelle Verhütungsmittel
- Medikamente gegen Bluthochdruck
- Präparate gegen Sodbrennen
- starke Schmerzmittel (Opioide)
- Codein gegen Husten
- Entwässerungsmittel
Ulf Riker
·
Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.
Stuhlverstopfung ist zunächst einmal nur ein Symptom. Im einfachsten Fall ist es eine auf Bewegungsmangel zurückzuführende und/oder ernährungsbedingte Verdauungsstörung, die in kurzer Zeit regulierbar ist. Andererseits kann Verstopfung auch andere, organische und mitunter schwere Erkrankungen begleiten. Nicht zuletzt ist Darmträgheit eine mögliche Nebenwirkung bei einer ganzen Reihe konventioneller (auch naturheilkundlicher) Medikamente.
Die Untersuchung
Welche Untersuchung ist bei Verstopfung notwendig? In den meisten Fällen können banale Formen von Verstopfung durch die Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte) rasch als solche erkannt werden. Dabei sollte der Darm wenigstens von außen (durch eine Palpation und Auskultation) untersucht und die Bauchdecke auf eine mögliche Abwehrspannung abgetastet werden.
Die Diagnose
Die Beschwerden müssen sich nach der Untersuchung durch geeignete Maßnahmen (siehe unten bei Behandlung) in wenigen Tagen beheben lassen. Gelingt das nicht oder ergibt die Anamnese Hinweise auf eine bestehende Grunderkrankung, sind weitere diagnostische Maßnahmen zu ergreifen.
Besonders häufig ist eine Verstopfung auf den Lebensstil zurückzuführen. Mögliche Ursachen hierbei sind
- einseitige oder ungünstige Ernährung
- Bewegungsmangel, Stress, psychische Belastung
- unregelmäßiger Tagesrhythmus
Als Medikamenten-Nebenwirkung bekannt ist eine Verstopfung vor allem bei Opiaten (und anderen starken Schmerzmitteln), Antidepressiva, Blutdrucksenkern, Diuretika (Medikamente zur Entwässerung), Säureblockern, Kontrazeptiva, Eisenpräparaten und nicht zuletzt bei Abführmitteln.
Verstopfung kann auch Begleitsymptom einiger Grunderkrankungen sein. Dazu gehören:
- metabolische oder endokrinologische Störungen (z.B. Diabetes mellitus, Hypothyreose)
- neurologische Leiden (z.B. multiple Sklerose, Parkinson)
- Darmleiden (z.B. Morbus Crohn)
- Fieber oder lokale Entzündungen (z.B. Appendizitis)
Findet sich kein Grund für die Verstopfung und führen erste einfache Maßnahmen nicht zu einer Besserung der Beschwerden, bringt in der Regel eine Darmspiegelung Klarheit über die Ursache, wodurch sich weitere Behandlungsmöglichkeiten ergeben.
Die Abgrenzung
Abgegrenzt werden muss eine Verstopfung eventuell gegen einen Darmverschluss (Ileus). In diesem Fall ist die Beweglichkeit (Motilität) des Darms nicht mehr gegeben, weil entweder ein mechanisches Hindernis vorliegt oder aber eine Art Lähmungszustand des Darms eingetreten ist. Ein solcher Zustand kann lebensbedrohlich sein und verlangt umgehendes ärztliches Eingreifen.
Um die Ursache für die Verstopfung herauszufinden, tastet der Arzt in der Regel den Bauch ab. Hinter den Beschwerden können Ernährungsfehler oder Flüssigkeitsmangel stecken, aber auch ernsthaftere Erkrankungen.
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Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Wie lange dauert es, bis eine Verstopfung weg ist? Der Verlauf und die Folgen einer Verstopfung hängen von ihren Ursachen sowie deren adäquater Behandlung ab.
Der Verlauf
Eine akut aufgetretene Verstopfung klingt rasch wieder ab, wenn zum Beispiel ein akuter Flüssigkeitsmangel ausgeglichen, ein entsprechendes Medikament wieder abgesetzt oder eine falsche „Diät“ (zum Beispiel Leinsamen / Haferkleie ohne ausreichende Trinkmenge; ballaststoffarme Ernährung) wieder beendet wird.
Die Prognose
Findet sich keine zeitnahe und damit plausible Ursache für die akute Verstopfung und hält diese über Tage an, dann sollte die Ursache ärztlich geklärt werden. So werden keine organischen Diagnosen übersehen, die womöglich zu späteren Komplikationen beitragen könnten. Denken Sie immer daran: Eine akute Symptomatik kann der Beginn einer chronischen Entwicklung sein!
Besteht eine Verstopfungsneigung im Sinne einer Darmträgheit seit Jahren oder Jahrzehnten, womöglich schon seit der Kindheit, dann handelt es sich vermutlich um eine konstitutionelle Neigung. Diese ist nur mit Geduld behandelbar und kann auch auf homöopathischem Wege beeinflusst werden. Schnelle Erfolge sind in diesem Fall nicht zu erwarten. Dennoch lohnt es sich, für eine geregelte „Müllabfuhr“ zu sorgen.
Wenn eine chronische Verstopfung zeitnah zu Beginn einer anderen Krankheit (zum Beispiel Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion) oder einer medikamentösen Therapie (zum Beispiel starke Schmerzmittel, Psychopharmaka) auftritt, dann hängen Verlauf und Prognose der Darmträgheit davon ab, ob die Grundkrankheit adäquat behandelt oder die Medikamente in Dosis und Dauer der Einnahme begrenzt werden können. In vielen Fällen gelingt dies nicht gut, sodass eine konsequente Begleitbehandlung mit geeigneten diätetischen oder arzneilichen Maßnahmen auf Dauer unausweichlich bleibt. Dies ist vor allem deswegen notwendig, weil bei verlängerter Kontaktzeit des Stuhles mit der großen inneren Oberfläche unseres Darmes die Aufnahme von ausscheidungspflichtigen und womöglich schädlichen Stoffen zunimmt. Dies wiederum kann Folgen haben, die von Unpässlichkeit bis hin zur Entstehung von ernsteren Erkrankungen reichen können. Die Latenz bis zur Entwicklung schwerer Komplikationen kann unter Umständen Jahre oder Jahrzehnte betragen. Unter prognostischem Blickwinkel ist also das möglichst frühe Gegensteuern sehr wichtig.
Die Komplikationen
Kann eine Verstopfung gefährlich werden? Ja! Entwickelt sich aus einer schon länger bestehenden Verstopfung kurzfristig oder plötzlich eine akute Bauchsymptomatik, womöglich mit Übelkeit, Erbrechen oder krampfartigen Bauchschmerzen, dann muss in jedem Fall eine sofortige ärztliche Untersuchung erfolgen. Dann können zum Beispiel ein Darmverschluss oder eine Blinddarmentzündung rasch erkannt und gegebenenfalls eine chirurgische Therapie sofort eingeleitet werden.
Nehmen Sie also die Verstopfung nicht einfach hin, sondern vergegenwärtigen Sie sich, dass unser Darm eines der wichtigsten Ausscheidungsorgane ist, um sich von Ablagerungen oder Toxinen zu entlasten. Es ist definitiv leichter, den „Anfängen zu wehren“, als spätere Komplikationen zu kurieren!
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Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Verstopfung natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden. Da Verstopfung oft eine Nebenwirkung von Medikamenten ist, machen Sie vor Ihrem Termin bei Ihrem Therapeuten eine genaue Auflistung aller (auch naturheilkundlicher) Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie regelmäßig oder bedarfsweise einnehmen.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist, vor allem in Fällen chronischer Verstopfung, beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Seit wann besteht die Verstopfung? Kennen Sie womöglich die Ursache für Ihre Darmträgheit? Beschreiben Sie bitte das Ausmaß Ihrer Verstopfung genau, eventuell mit Hilfe eines „Stuhltagebuchs“: An wie vielen Tagen in der Woche haben Sie Stuhlgang? Ist die Entleerung schwierig oder schmerzhaft? Wie sind Konsistenz, Farbe und Geruch des Stuhls?
- Gibt es Lebens- oder Genussmittel, die einen Einfluss auf Ihre Darmtätigkeit haben? Ist sie abhängig von der Trinkmenge? Wie wirken sich Bewegung oder Sport auf Ihre Darmtätigkeit aus?
- Leiden Sie unter Blähungen oder Schmerzen im Bauchraum? Falls ja, welcher Art sind die Schmerzen (stechend, drückend, krampfartig, reißend, etc.). Was lindert sie (Reiben, Wärme, Stuhlgang, Blähungsabgang, Zusammenkrümmen oder Ausstrecken)? Wo genau im Bauchraum sitzen sie?
- Leiden Sie unter Hämorrhoiden oder Analfissuren (kleinen Hautrissen an Anus)? Hatten Sie schon Blutungen aus dem Anus? Besteht Juckreiz am After?
- Darüber hinaus möchte der Homöopath auch alle weiteren Beschwerden erfahren, die mit der Verstopfung verbunden sind. Er möchte von Ihnen wissen, ob beispielsweise Schlaf, Appetit oder Durst verändert sind, ob Ihre Stimmung in Mitleidenschaft gezogen ist, ob Sie unter Erschöpfungserscheinungen oder Energielosigkeit leiden, oder unter Schweißen, und so weiter.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Eine Stuhlverstopfung zu behandeln ist das Eine. Wichtiger ist es allerdings, im Vorfeld möglichst zu vermeiden, dass es zur Verstopfung kommt. Das ist besonders wichtig für Personen mit Bewegungsmangel und/oder überwiegend sitzender Tätigkeit. Auch Schwangere und Menschen, die zur Bildung von Hämorrhoiden neigen, tun gut daran, für eine geregelte und unproblematische Verdauung zu sorgen. Wer starke Schmerzmittel oder andere Medikamente einnehmen muss, die sich negativ auf die Darmtätigkeit auswirken können, sollte ebenfalls entsprechend umsichtig sein.
- Unterstützen Sie die Darmtätigkeit durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
- Sorgen Sie, wenn möglich, für reichliche Bewegung. Auch auf die Ernährung sollte geachtet werden: Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse halten den Stuhl geschmeidig. Vollkornprodukten sollte der Vorzug gegenüber Weißmehl gegeben werden.
- Manche Menschen neigen dazu, ihren Stuhldrang zu unterdrücken, weil gerade keine Zeit sei, die Toilette aufzusuchen. Auf Dauer kann auch das zu einer Verstopfung führen.
Was hilft schnell bei Verstopfung? Für die Behandlung einer Verstopfung kommen besonders ballaststoffreiche Präparate, wie zum Beispiel Flohsamen oder Weizenkleie, zum Einsatz. Manchmal hilft auch eine sanfte Massage des Dickdarms in Uhrzeigerrichtung, die sogenannte Colon-Massage. Zu den bekannten Hausmitteln gehören auch warmes, leicht gesalzenes Wasser oder Sauerkrautsaft. Reichen die genannten Maßnahmen nicht aus, um die Verstopfung relativ schnell zu beseitigen, kommen in der konventionellen Medizin pflanzliche oder synthetische Abführmittel zum Einsatz. Einige der hierbei angewendeten Präparate verändern die Konsistenz des Stuhls, andere regen die Beweglichkeit (Motilität) des Darms an. Je nach Ursache der Verstopfung sollte vor dem Einsatz von Abführmitteln aber eine fachliche Beratung bei Ihrem Therapeuten eingeholt werden.
Eine Stuhlverstopfung lässt sich in der Regel auch homöopathisch behandeln. Da dazu zahlreiche Arzneimittel in Frage kommen, ist eine genaue Betrachtung der individuellen Symptome notwendig, um eine passende Arznei auszuwählen.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Verstopfung mit Homöopathie!
Dr. Susanne Streich
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Dr. Susanne Streich, Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie, Homöopathie, Naturheilverfahren und geriatrische Pharmazie aus Dortmund.
Wann und ob jemand unter Verstopfung leidet, ist eine sehr individuelle Sache. Denn zwischen dreimal am Tag und dreimal pro Woche liegt alles noch im normalen Bereich. Doch wenn der Bauch drückt, der Gang zur Toilette überhaupt keine Erleichterung bringt, gibt es sanfte Hausmittel, um eine träge Verdauung wieder auf Trapp zu bringen.
Vorbeugen
Einer Verstopfung kann man nicht wirklich vorbeugen, aber man kann die Risiken reduzieren, zum Beispiel mit einer ballaststoffreichen Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, ausreichend Flüssigkeit (etwa 1,5 l täglich) und regelmäßiger Bewegung.
Tipps bei Verstopfung
Wasser
Über den Tag verteilt ausreichend zu trinken, wird immer noch zu oft vergessen – und kann eine Ursache für Verdauungsprobleme sein. Etwa zwei Liter Wasser täglich sind empfehlenswert – wenn man mit Verstopfung zu kämpfen hat, sogar bis zu drei Liter. Das erste große Glas Wasser sollten Sie am Morgen schon auf nüchternen Magen trinken. Das kann einen sogenannten gastrokolischen Reflex auslösen, der positive Auswirkungen auf die Darmbewegung hat.
Mehr Ballaststoffe
Kaum etwas ist für die Verdauung so gut wie Ballaststoffe! Sie regen die Darmbewegung an und können Verstopfung so nicht nur lösen, sondern ihr auch vorbeugen. Besonders viele Ballaststoffe sind in Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen und Linsen enthalten. Doch Vorsicht: Wer dies nicht gewohnt ist, sollte nicht radikal seine Ernährung umstellen, sondern sich langsam mit kleinen Portionen an die faserreiche Kost herantasten. Empfehlenswert sind Flohsamenschalen, die eine große Menge löslicher Ballaststoffe enthalten. Ein Esslöffel davon eingenommen, mit mindestens einem großen Glas Wasser vor einer Mahlzeit, hilft, die nötige tägliche Ballaststoffmenge zu erreichen und sanft abzuführen.
Gut kauen
Nehmen Sie sich beim Essen Zeit und kauen Sie jeden Biss ausreichend, auch das hilft Ihrer Verdauung.
Trockenobst
Getrocknetes Obst (zum Beispiel Pflaumen, Datteln, Aprikosen, Feigen) unterstützt die Verdauung mit seinem hohen Anteil an Ballaststoffen. Auch hier gilt: Unbedingt ausreichend Flüssigkeit dazu trinken! Gegebenenfalls können die Früchte (über Nacht) eingeweicht werden.
Leinsamen
In Leinsamen sind Schleimstoffe vorhanden, die im Darm durch das Binden von Wasser aufquellen. Das Stuhlvolumen wird dadurch vergrößert, sodass ein „Verdauungs- Druck“ auf die Darmwand ausgelöst wird.
Leinöl
1 bis 2 EL Leinöl jeweils morgens auf nüchternen Magen einnehmen, macht den Stuhl gleitfähiger. Positiver Nebeneffekt: Leinöl ist reich an gesunden ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren und α-Linolensäure.
Mehr Bewegung
Bewegung bringt nicht nur uns, sondern auch den Darm in Schwung: Vom sprichwörtlichen Verdauungsspaziergang über Walken oder Radfahren – alles hat einen positiven Effekt auf den trägen Darm.
Bauchmassage
Eine sanfte Massage der Bauchdecke stimuliert Nervenverbindungen im Darm und regt diesen bei Verstopfung an. Sanft mit der flachen Handfläche in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn massieren und dazu tief ein- und ausatmen.
Sich Zeit nehmen
Planen Sie ausreichend Zeit für den Gang zur Toilette ein, die Verdauung lässt sich nicht erzwingen. Darüber hinaus kann die richtige Haltung den Stuhlgang erleichtern: Die natürliche Hockhaltung kann einer Verstopfung effektiv entgegenwirken, da der Enddarm dabei gestreckt ist. So fällt die Entleerung leichter.
Wann zum Arzt?
Wenn Sie mehrere Wochen lang immer wieder unter Verstopfung leiden, sollten Sie Ihren Arzt möglichst rasch davon in Kenntnis setzen, um gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen. Unumgänglich ist ein Arztbesuch, wenn die Verstopfung von starken Bauchschmerzen, starken Blähungen, Fieber, Erbrechen oder Blut im Stuhl begleitet ist.
Trockenobst kann die Verdauung ankurbeln. Wichtig dabei ist, dass man dazu auch viel Flüssigkeit zu sich nimmt.
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