Haustiere homöopathisch behandeln
Ob Hund, Katze, Maus, Kaninchen, Meerschweinchen oder Wellensittich … Wenn das Haustier sich unwohl fühlt, schwächelt oder krank ist, tut das einem im Herzen weh. Natürlich möchte man als liebender Haustierbesitzer alles tun, damit der tierische Schatz wieder gesund wird. Viele schwören auf die Tierhomöopathie und würden ihrem Haustier gerne die passenden Globuli geben.
Die gute Nachricht: Laut einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (2022) ist es wieder jedem erlaubt, seinem Haustier homöopathische Arzneimittel zu geben. Nach dem aktuellen Tierarzneimittelgesetz dürfen demnach nicht mehr nur die Tierärzte, sondern auch Privatleute und nicht-ärztlichen Tiertherapeuten Haustiere homöopathisch behandeln.
Die homöopathische Behandlung von Tieren nach dem Tierarzneimittelgesetz
Grundsätzlich gilt: Nach dem Tierarzneimittelgesetz dürfen Haustierbesitzer ihr Haustier mit homöopathischen Arzneimitteln behandeln, die eigentlich für den Menschen gedacht sind. Sowohl Tierärzte als auch Tierheilpraktiker und Tierhomöopathen können registrierte homöopathische Human-Arzneimittel auch bei Haustieren einsetzen und empfehlen.
📌 Wenn es ein homöopathisches Tier-Arzneimittel gibt, die für die bestimmte Tierart zugelassen oder registriert ist, sollte es den Human-Homöopathika vorgezogen werden.
Was ist die Tier-Homöopathie genau?
Das Grundprinzip der Homöopathie ist für Mensch und Tier gleich. Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843) begründete diese besondere Therapieform und entwickelte das bekannte Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches möge mit Ähnlichem behandelt werden“.
Der Arzt und Chemiker hatte nämlich folgendes festgestellt: Je ähnlicher die Effekte eines Arzneimittels den Symptomen der zu behandelnden Krankheit sind, desto stärker ist das Mittel in der Lage, die Selbstheilungskräfte anzuregen. Eine Substanz, die beispielsweise bei einem gesunden Tier Erbrechen auslöst, kann bei einem Tier, das sich erbricht, angewendet werden. Das Mittel bewirkt dann das Gegenteil.
Die Homöopathie bei Tieren ist ein ganzheitliches Behandlungsprinzip. Bei dieser Therapieform wird ein Tier in seiner individuellen, gesundheitlichen Gesamtsituation behandelt. Das homöopathische Arzneimittel orientiert sich also an den Symptomen. Bestenfalls findet der Tierheilpraktiker, Tierhomöopath oder Apotheker ein homöopathisches Arzneimittel beziehungsweise ein Tier-Homöopathika, das auf die Summe aller Symptome passt.
So werden Tier-Homöopathika hergestellt
Die homöopathischen Mittel für Tiere entsprechen dem Prinzip von Human-Homöopathika. Grundsätzlich werden homöopathische Arzneimittel aus einer sogenannten Ursubstanz beispielsweise aus Pflanzen, Kräutern, Mineralien, Tierbestandteilen gewonnen. Die „Urtinktur“ ist die konzentrierteste flüssige Zubereitung aus pflanzlichen und tierischen Ausgangsmaterialien. Die „Lösung“ ist die tiefste herstellbare flüssige Zubereitung aus mineralischen Ausgangsstoffen.
Um Homöopathika herzustellen, wird diese Ursubstanz verschüttelt oder verrieben. Durch stufenweise Verdünnung beziehungsweise Verschüttelung der Urtinkturen und Lösungen entstehen die flüssigen Formen der sogenannten Potenzen wie zum Beispiel einer D6 oder D12 oder C30. Dazu wird der Ausgangsstoff wiederholt mit einem Alkohol/Wasser-Gemisch 1:10 (bei D-Potenzen) oder 1:100 (bei C-Potenzen) verdünnt und verschüttelt. Den Prozess nennt man Potenzierung. Samuel Hahnemann hatte die Erfahrung gemacht, dass die Wirkung durch die stufenweise Verschüttelung zunimmt.
Auch jedes einzelne homöopathischen Mittel für Tiere hat ein sehr genaues Arzneimittelbild. Darin ist festgehalten, welche Symptomkombinationen mit welchen Mitteln zu behandeln sind. Niedrige Potenzen, wie etwa D6 oder D12 werden meist bei akuten Beschwerden eingesetzt, höhere Potenzen wie C200 eher bei chronischen Erkrankungen.
Bei welchen Beschwerden kann die Tierhomöopathie angewendet werden?
Typische Anwendungsgebiete sind Insektenstiche, Risswunden, Blutergüsse, Entzündungen, Durchfall, Übelkeit, altersbedingte Beschwerden wie Arthrose, Verhaltensauffälligkeiten, Ängste, innere Unruhe, Nervosität, Stress, Magenprobleme, Gelenkbeschwerden, Schmerzen und auch chronische Leiden. Generell wird die Tierhomöopathie immer öfter begleitend bei vielen Therapien eingesetzt. So sollen beispielsweise die Nebenwirkungen von Medikamenten ausbalanciert oder die Lebensqualität des Haustieres zu erhöht werden.
Bei schweren Erkrankungen wie Stoffwechselkrankheiten, Infektionserkrankungen durch Parasiten, bei sehr schweren Verletzungen und nach Unfällen kann die Tierhomöopathie neben einer tierärztlichen Behandlung begleitend eingesetzt werden.
Da Tiere ihre Beschwerden und Symptome nicht mitteilen können, ist die Behandlung immer eine Herausforderung.
Der Haustierbesitzer muss sein Tier daher genau beobachten, um veränderte Verhaltensweisen, ungewöhnliche Bewegungen und Symptome wie beispielsweise Blähungen zu erkennen.
Wie finde ich einen homöopathischen Tiertherapeuten?
Wenn ein Haustier krank ist, sollte man zur Sicherheit immer einen Tierarzt aufsuchen. Er kann abklären, wie schwer die Erkrankung ist und entsprechende Behandlungen einleiten. Es gibt viele Tierärzte mit dem Zusatz Homöopathie, die sich speziell in dieser besonderen Therapieform weitergebildet haben. Sprechen Sie ihn direkt an, wenn Sie eine homöopathische Therapie wünschen. Auch wenn er nicht in Homöopathie ausgebildet ist, kann er Ihnen bestimmt einen kompetenten Therapeuten nennen. Auf jeden Fall bieten die meisten Tierheilpraktiker und natürlich Tierhomöopathen Homöopathie für Tiere an.
Da homöopathische Arzneimittel apothekenpflichtig sind, erhalten Sie die herausgesuchten Mittel auch nur in der Apotheke.
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So bereiten Sie sich für den Besuch beim Tierheilpraktiker oder Tierhomöopathen vor
Der Tierheilpraktiker oder Tierhomöopath wird Ihnen detaillierte Fragen zu dem Zustand Ihres Tieres und zu den Beschwerden stellen. Notieren Sie sich am besten vorher, was Ihnen seit wann aufgefallen ist, welche genauen Symptome Sie bei Ihrem Haustier bemerkt haben, zu welcher Tageszeit sie eintreten oder nicht eintreten und unter welchen Umständen die Beschwerden stärker oder schwächer sind. Schreiben Sie auch alle Medikamente auf, die Sie Ihrem Haustier geben. Nach der Untersuchung und der Diagnose kann der Tiertherapeut das passende Tier-Homöopathika oder ein Human-Homöopathika heraussuchen. Nach seiner Anweisung geben Sie Ihrem Tier dann das Mittel zum Beispiel im Form von Globuli oder Tropfen.
Wie und wie oft gebe ich meinem Haustier das homöopathische Mittel?
Im Allgemeinen wird ein homöopathisches Mittel für Tiere in der Potenz C30 verabreicht. Meist werden zunächst einmalig 5 Globuli sanft in Maul, Schnauze oder Schnabel gegeben. Es reicht, wenn die Substanz die Mundschleimhäute berührt. Ihr Haustier muss die Globuli also nicht schlucken.
Befolgen Sie Samuel Hahnemanns goldene Regel: Eine Gabe und dann abwarten.
Der Hintergrund: In der Homöopathie wird eine Verschlimmerung der Beschwerden „homöopathische Erstreaktion“ genannt und ist ein Zeichen dafür, dass ein Körper auf das homöopathische Mittel anspricht.
Richtige Anwendung von Homöopathika: Wenn sich der Zustand Ihres Tieres bei der ersten Gabe des Mittels verbessert, warten Sie noch so lange, bis sich der Zustand verschlechtert. Erst dann geben Sie das homöopathische Mittel wiederholt.
Wie lange dauert es, bis eine Besserung eintritt?
Man kann nicht pauschal sagen, wie lange eine homöopathische Behandlung beim Tier dauert. Aber je länger es unter den Beschwerden leidet, desto länger dauert auch die Therapie. Bei akuten Beschwerden kann das Mittel innerhalb von einer halben Stunde wirken.
Das gehört in die Haustier-Apotheke
Egal ob Hund, Katze oder Hamster – es kann immer passieren, dass sich ein Haustier verletzt oder sich den Magen verdirbt. Für Notfälle ist es gut, wenn man folgendes Material an einem festen Platz an einem kühlen trockenen Ort in einer verschlossenen Box sofort zur Verfügung hat.
In die Haustier-Apotheke gehören:
• Einmalhandschuhe
• Pinzette zur Entfernung von Fremdkörpern
• Zeckenpinzette
• Flohkamm
• Krallenzange
• Einmal-Spritzen
• Fieberthermometer
• Kochsalzlösung zur Wundreinigung
• Desinfektionsmittel
• Wundsalbe
• Verbandsmaterial wie Mullbinde, Wundauflagen
• Schere
• Globuli bei Verletzungen, Zerrungen oder Verstauchungen
• Homöopathikum bei Augenentzündungen
• Tropfen oder Tabletten bei Virusinfektionen
• Homöopathisches Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden
• Homöopathisches Mittel bei Gelenkbeschwerden
• Telefonnummer vom Tiernotruf und Tierarzt oder von einer Tierklinik
Alle homöopathischen Arzneimittel sind in der Apotheke erhältlich.
Die Vorteile von homöopathischen Arzneimitteln für Tiere
Die Homöopathie zielt nicht nur auf einzelne Krankheitssymptome ab, sondern erfasst das Tier ganzheitlich. Die homöopathischen Arzneimittel sollen seinem Körper Impulse geben, damit die Selbstheilungskräfte aktiviert werden und das Tier dauerhaft genesen kann.