Mutter macht zusammen mit den Kindern Sport im Wohnzimmer

Wie Eltern Wachstumsschmerzen bei ihrem Kind erkennen und ihm helfen können

Das Kind wacht nachts auf, weint und klagt über dumpfe Schmerzen in den Beinen. Eltern sind dann natürlich besorgt und fragen sich, ob etwas Ernstes dahintersteckt, und was sie tun können. Bei diesen unregelmäßig auftretenden nächtlichen Beschwerden kann es sich um soge-nannte Wachstumsschmerzen handeln. Schätzungsweise bis zu einem Drittel aller Kinder zwischen 2 und 12 Jahren leidet darunter – so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). 

An welchen Anzeichen Eltern Wachstumsschmerzen erkennen, wie man seinem Kind helfen kann, und wann man den Arzt konsultieren sollte, erfahren Sie hier.

Was sind Wachstumsschmerzen und wie erkennt man sie?

Als Wachstumsschmerzen bezeichnet man Schmerzen, die typischerweise bei Heranwach-senden auftreten können. Meist an der Vorderseite der Oberschenkel, an den Schienbeinen, den Waden oder im Knie- oder Fußknöchelbereich – die Gelenke selbst, sind von den Schmerzen jedoch nicht betroffen. An den Armen treten sie eher selten auf. Die Schmerzen können sowohl Mädchen als auch Jungen betreffen. Kennzeichnend ist, dass sie am Abend oder in der Nacht auftreten, wenn das Kind zur Ruhe kommt (Ruheschmerzen).

Frau sitzt mit Kaffee am Laptop

Unser DHU Newsletter

Regelmäßige wissenswerte Informationen direkt ins Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

Ursache für Wachstumsschmerzen

Wie Wachstumsschmerzen genau entstehen bzw. was deren Ursache ist, ist bisher noch nicht geklärt. Folgende mögliche Faktoren werden in der Medizin diskutiert: 

  • Belastungen von Muskeln, Sehnen oder Nerven im Zuge des Knochenwachstums
  • genetische Faktoren 
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit 
  • psychosoziale Faktoren, zum Beispiel Stress in der Schule, Kummer
  • hormonelle Einflüsse, denn Wachstumshormone werden hauptsächlich nachts ausgeschüttet

Typische Anzeichen für Wachstumsschmerzen

  • Ihr Kind kann nur schwer lokalisieren, wo genau der Schmerz sitzt.
  • Die Schmerzen können ziehend, krampfartig oder dumpf-drückend sein.
  • Die Beschwerden treten meist an der Vorderseite der Oberschenkel, am Schienbein sowie an den Waden auf. Oft auch in Kniegelenksnähe beispielsweise in den Kniekehlen, im Fuß-Knöchelbereich, jedoch nicht in den Gelenken selbst. Die Arme sind nur selten betroffen.  
  • Der Schmerz tritt wechselseitig an beiden Beinen auf.
  • Die Schmerzen treten unregelmäßig und nicht lange andauernd auf, durchschnittlich etwa zwei- bis dreimal in der Woche.
  • Die schmerzenden Bereiche sind nicht gerötet oder geschwollen. Ebenso tritt kein Fieber auf.

📌 Wenn die Gelenke wie beispielsweise in den Knien oder Hüften schmerzen, das Kind steif läuft oder hinkt, sollte ein Arzt die Ursache abklären. Denn diese Symptome deuten auf mögliche andere Erkrankungen hin.

Mutter sitzt mit Kind auf dem Bett und tröstet es

Die Schmerzen treten meist am Abend oder in der Nacht auf, wenn sich das Kind in Ruhe befindet. 

In welchem Alter hat man Wachstumsschmerzen?

Am häufigsten sind sowohl Jungen als auch Mädchen ab dem Grundschulalter bis zum 12. Lebensjahr betroffen. Die Beschwerden können aber bereits ab dem 2. Lebensjahr eintreten und bis in die Pubertät andauern.

Kinder spielen im Zelt

Unruhe bei Kindern
Symptome erkennen und Nervosität bei Kindern behandeln

Wann sollte man zum Arzt?

Wachstumsschmerzen sind zwar sehr unangenehm für das Kind, aber gelten nicht als Erkrankung. Dennoch sollten Eltern mit dem Kind einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, wenn es Schmerzen hat. Denn erst nachdem der Arzt andere Erkrankungen oder Ursachen ausgeschlossen hat, kann die Diagnose Wachstumsschmerz erfolgen (sog. Ausschlussdiagnose). So lassen sich auch ernsthafte Erkrankungen rechtzeitig erkennen.

Ärztliche Diagnose

Bisher gibt es noch keine medizinische Methode, um Wachstumsschmerzen sicher zu diagnosti-zieren. Der Kinder- oder Jugendarzt kann Wachstumsschmerzen nur durch den Ausschluss ande-rer Erkrankungen vermuten. Folgende Faktoren werden bei einer Ausschlussdiagnose beispiels-weise berücksichtigt:

  • Welche Beschwerden hat das Kind?
  • Wie äußern sich die Schmerzen?
  • Welche Nebensymptome zeigen sich?
  • Gibt es Vorerkrankungen? 
  • Was ergab die körperliche Untersuchung?

Gegebenenfalls wird eine Blutuntersuchung oder bildgebende Verfahren wie MRT (Magnetfeld-Untersuchungen) angeordnet.

Was können Eltern bei Wachstumsschmerzen ihrer Kinder tun?

Auch wenn Wachstumsschmerzen meist von allein vergehen, können Kinder darunter sehr leiden. Folgende Maßnahmen können Erleichterung bringen:

  • regelmäßig leichte Dehnungsübungen vor dem Schlafengehen
  • In manchen Fällen, und wenn das Kind den Drang dazu hat, hilft leichte Bewegung
  • Wärmeanwendungen wie Wärmflasche oder ein warmes Bad vor dem Zubettgehen 
Mutter massiert das Bein ihres Kindes

Sanftes Reiben oder Massagen der Oberschenkel und Waden kann dem Kind Erleichterung bringen.

Homöopathische Unterstützung bei Wachstumsschmerzen

Homöopathische Arzneimittel sind gut verträglich und können auch in Kombination mit einer konventionellen Therapie eingesetzt werden.  Viele Kinderärzte setzen sie ein, zum Beispiel in Form von Globuli. In der Homöopathie richtet sich die Auswahl des passenden Arzneimittels nach den individuellen Beschwerden und der persönlichen Situation des Kindes. 
Ein homöopathisch ausgebildeter Arzt oder Heilpraktiker sowie das Fachpersonal einer Apotheke kann Sie zu Anwendungsmöglichkeiten bei Wachstumsbeschwerden individuell beraten.

Große Schwester küsst Baby

Kinder homöopathisch behandeln
Tipps zur Selbstbehandlung von Dr. med. Markus Wiesenauer